Das Ende vom Lied… äh, der Serie über die Serie

Nachdem ich in den vorhergehenden Teilen erzählt habe, wie aus einzelnen Szenenideen durch sorgfältiges zuspätplotten, ganz viel Glück und noch mehr Mogelei meine Geschichtenreihe entstanden ist, präsentiere ich Euch heute mal Bilder 🙂

Alles fing damit an, dass ich zwar nicht bewußt meine Reihe geplant habe, aber das ich mir doch ein, zwei Dinge notiert habe. Anfangs auf kleinen lustigen Schmierzetteln, die ich regelmäßig verlegt habe, was mich wahnsinnig gemacht hat!, dann bin ich dazu übergegangen, alle Ideen und wichtige Dinge in einem kleinen Block festzuhalten. Sobald ich einmal damit angefangen habe, habe ich alles mögliche in den Block eingetragen und schlußendlich lauf ich täglich mit einer noch kleineren Variante davon herum. Es wimmelt bei mir geradezu von Ideensammelblöcken in allen möglichen Größen und Formen, angefangen von billig im 1€-Shop gekauft bis hin zu teuren Moleskins. Dieser Block ist der, in dem ich alles über ANTARES gesammelt habe

Die kleinen farbigen Markierungen am Rand sind mühsamst von mir eingeklebt worden, um Geschichten zu unterteilen. Ihr seht, man kann auch mehrere Sachen in einem Billigblock unterbringen und trotzdem Ordnung haben 🙂

Das mit der Ordnung ist dann allerdings im Zuge der Schreiberei der Monstergeschichte irgendwie flöten gegangen und das nächste Bild zeigt, wie ich mit Hilfe mehrerer Blöcke, Zettel und unglaublichem Chaos versuche die Ideen zusammen zu treiben

Ich glaube, spätestens in dem Moment hätte mir der Gedanke kommen müssen, dass ordentliches Plotten vor dem ersten geschriebenen Wort eine gute Idee gewesen wäre, aber nein, diese Unterlagen stammen aus einer Zeit, als ich gerade dabei war Band 3 zu schreiben. Ich hatte also schon zwei Bücher ohne irgendeine Struktur hinbekommen (dachte ich). Band 3 und 4 wurden ansatzweise geplant, aber auch nur, weil ich langsam mit der Zeitlinie innerhalb der Bücher durcheinander gekommen war. Ich stellte mir ständig Fragen, wie: „Wann ist Held 1 eigentlich abgestürzt, vor oder nach der Friedenskonferenz? (ich brauchte die Info, weil er eigentlich auf besagter Friedenskonferenz hätte sein sollen)“ oder auch schön: Meine Heldin führt ein ausführliches Gespräch mit ihrem Bruder – den ich zwei Bände vorher leider hatte sterben lassen. (Sobald mir das auffiel, funktionierte ich das Gespräch in einen Traum um). Ich begann also zu planen und Band 5 ist der absolute Beweis, dass so etwas eine gute Idee ist.
Den neuen Band 1 habe ich auch geplant und ich hoffe, man merkt das, wenn ich in einigen Wochen mit der Überarbeitung anfange.
Band 2 war nicht strukturiert, ist aber schon einmal editiert und von daher ganz logisch und zusammenhängend. Aber: Ich hatte das Gefühl, etwas fehlt. So schnappte ich mir meine Vorarbeitmodelle (die bei Band 5 hervorragend funktioniert hatten) und versuchte Band 2 in die Schablone zu drücken. Das war ziemlich mühsam, aber offenbar eine geniale Idee, denn ich merkte dadurch, wo es immer noch Schwierigkeiten gab, wo der Verlauf der Geschichte nicht rund war.
Da ich ein Fan von kleinen Klebezetteln (auch Post-its genannt) bin, nahm ich mir einen übrig gebliebenen Zeichenblock und verteilte bunte Klebchen.

Und jetzt wird es für Euch lustig 🙂

Sagt Euch der Name Michael Hauges etwas? Mir sagte er nichts, aber ich bin vor einigen Jahren auf einen Artikel von einer Schriftstellerkonferenz gestossen, in dem er einen Vortrag über das Innere von Charakteren gehalten hat. Es ging darum, was die Ängste einer Person sind, was er glaubt, was andere von ihm oder ihr denken, und warum er wie reagiert. Es ist quasi die Backgroundstory für jede Charakterentwicklung und ich liebe solche Sachen. Also übernahm ich das in Form der rosa Zettel. Die gelben Zettel sind die 7 Punkte von Dan Wells. Ich arbeite gerne mit seiner Struktur und stellte mit einem verblüfften Blick fest, dass Hauge Punkte sich perfekt eingliedern ließen.
Die grünen Zettel entsprechen nun dem Aufbau einer typischen Liebesgeschichte. Kennt jemand Lauren Layne? In meiner vorherigen Monatsbesprechung habe ich sie als Neuentdeckung erwähnt und auch wenn sie New Adult und typische Liebesromane schreibt und kein Sci-Fi, gefiel mir doch der Aufbau ihrer Geschichten. Ich war auf ihrer Homepage stöbern und bin über ihre Tipps und Tricks für Autoren gestolpert, darunter ein regelrechter Steckbrief, wie eine Geschichte ablaufen sollte. Das gefiel mir und ich sah sofort, dass es zu Hauge und Wells und vor allem zu meiner aktuellen Geschichte passte. Ich ordnete es ein und begann auf den blauen Zetteln meine Szenen zu schreiben. Dabei fiel mir auf, wo etwas fehlt, wo etwas zu viel war und wo ich vor allem viel zu viel Background oder Geschwafel drin hatte. Das musste alles raus und da mir die farblichen Post-its ausgegangen waren, schnappte ich mir welche mit einem bräunlichen Rand und schrieb meine to-do während des Edits Liste.

Das ist das Ende meines kleinen Berichts über die Entstehung der Serie.
Ich denke, mir hätte schon vor dem Schreiben diese Post-it Tafel gute Dienste geleistet, aber auch jetzt, wo es eigentlich zu spät ist, verlier ich dadurch beim Editieren nicht aus den Augen, wohin mich die jeweilige Szene eigentlich bringen soll. Das ist quasi die Logline (die ich partout nicht hinbekomme), von der ich mir erhoffe, dass sie das Buch noch in sich stimmiger macht.

Ich weiß, dieser Teil war jetzt wieder viel zu lang. Ich hoffe, Ihr habt es trotzdem bis zum Ende durchgehalten und ich würde mich über Eure Meinungen zum Vorgehen oder eigenen Erfahrungen freuen!

Ein schönes Wochenende!

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März 2016

Der gefürchtete Monatsrückblick 🙂

Ich habe definitiv geschrieben und vor allem meine Geschichte endlich beendet (mit 61876 Wörtern im Monat März bin ich ich auch mehr als zufrieden). Mein Vorhaben für den März, was das Schreiben anging, ist also ein voller Erfolg geworden.

Zeichnen und Yoga sind dafür komplett unter den Tisch gefallen und zum Thema Laufen kann ich nur vermelden, dass ich endlich einen neuen mp3 Player habe (auf dem ich sogar schon Laufmusik geladen habe). Aber jetzt, wo das Wetter besser wird, bin ich optimistisch, dass ich mich dazu mal wieder aufraffen kann.

Lesetechnisch bin ich durch Zufall über eine New Adult Serie gestolpert.
Ich mag Bücher mit altersmäßigen Genrebezeichnungen in der Regel nicht und mich bringt nichts schneller zum Weglegen eines Buches als der Anfangssatz: „Die gerade 16jährige…), aber bei dieser Serie ist mir das Adult erst in der Danksagung der Autorin bewußt geworden und darum kann es nicht allzu schlimm gewesen sein. Gut, es war auch kein absoluter Kassenknüller, aber manchmal mag ich auch ruhige und schlicht schöne Bücher sehr gerne. Wenn jemand also Susan Mallerys heile Welt Romane mag, dann mag dieser jemand vermutlich auch Lauren Layne.
Ach, und ich habe endlich das letzte Buch einer schon etwas älteren Reihe von Anne Bishop gelesen (Twilights Dawn) und was soll ich sagen? Sämtliche anderen Leser, die behauptet haben, dass der Taschentuchkonsum beim Lesen drastisch steigt, hatten sowas von Recht. Ich benötigte für die letzte Kurzgeschichte im Buch über eine Stunde zum Lesen, weil ich vor Heulen nichts mehr lesen konnte, aber es war soooooo schön… Kann ich wirklich nur empfehlen.

Daredevil und Batman vs. Superman waren meine Fernseh- bzwl. Kinohighlights, was erstaunlich ist, da ich an Beiden etwas auszusetzen habe. Gleichzeitig hoffe ich bei beiden Sachen, dass ich schnell vergesse, was alles passiert ist, sodass ich es nochmal „wie neu“ sehen kann… was leider erst in ca. 100 Jahren sein wird, da ich ein viel zu gutes Gedächtnis für so etwas haben 😦
Aber mir gefiel der Netflix-Daredevil trotzdem sehr gut und bei Batman vs. Superman gebe ich es einfach auf, darauf zu hoffen, dass die Filmemacher mal einen Superman kreieren werden, den ich gut finden kann. Ich bin einfach schon zufrieden, dass sie immerhin einen guten (aka sexy) Schauspieler dafür gefunden haben (Brandon Routh war auch gut, aber ich mag ihn mehr als Ray Palmer als als Superman).

So, wie sehen meine Pläne für den April aus?

  • Editieren. Nachdem Band 1 endlich geschrieben ist, ich Band 2 bereits im August einmal editiert habe, will ich jetzt noch durch den neuen Band 1 fehlende Szenen einfügen und ein weiteres Mal editieren, es sozusagen „runder“ machen. (ich stelle gerade fest, dass der erste Editierdurchgang 10 Tage gedauert hat, neue Szenen beinhaltete oder das Ganze ebenfalls runder machen sollte. Ich schreibe demnach eine Kugel…)
  • Yoga. Heute ist der 1. April und ich habe bereits einmal Yoga gemacht. Es ist allerdings kein Scherz, wie unbeweglich ich mich inzwischen fühle… das ist nahezu peinlich!
  • Laufen. Wenn ich an das Yoga-Erlebnis denke, habe ich ein wenig Angst, aber ich bin wild entschlossen
  • Zeichnen
  • Im Garten arbeiten (den Garten erstmal wieder in einen Garten verwandeln. Ja, ich versuche Zaubern zu lernen…)

Irgendwie sehen meine Vorhaben / Pläne immer gleich aus, oder?

Ich habe jetzt nachgesehen, was meine Gedanken letztes Jahr zum März gewesen sind und ich musste erleichert feststellen, dass meine Vorhaben nicht immer dieselben sind. Damals überlegte ich, ob ich im Camp NaNoWriMo mitmache (frage ich mich heute nicht mal mehr), ich war versucht eine AtoZ-Blogging-Challenge mitzumachen (Ha! Bin versucht, aber nein, ich widerstehe) und ein potentieller 6. Teil meiner Sci-Fi Reihe kündigte sich an. Schon vor dem Neuschreiben von Band 1 war dieser Teil beschlossene Sache, aber dafür hat sich nach dem Neuschreiben jetzt auch noch ein 7. Teil angekündigt… Ich bin am Besten ruhig, was meine Planung bzgl. anderer Projekte angeht.

Gibt es bei Euch besondere Pläne oder Projekte, die sich immer wieder wiederholen und dann plötzlich ändern?

Der jahresübergreifende Wahnsinn hat ein Ende

oder: Ich habe endlich den ersten Teil meiner Geschichtenreihe erneut beendet 🙂

Was am 29.12.15 um 13 Uhr gestartet ist, ist am 30.03.16 um 10 Uhr beendet worden.

Irgendwie ärgere ich mich gerade, dass ich mich gestern nicht mehr zusammen gerissen habe, dann hätte ich wenigstens den 29. als Datum noch hinbekommen, aber egal…

Geplant war ein leichter, lustiger Anfangsteil mit denselben Charakteren und einem leicht veränderten Setting, mit anvisierten 80. 000 Wörter.
Rausgekommen ist ein sehr intensiver, weniger lustiger, dafür dramatischer Anfangsteil mit denselben Charakteren (!!!), einem komplett veränderten Setting und 197.618 Wörtern.
Das macht in 92 Tagen einen Durchschnitt von 2148 Wörtern pro Tag. Wenn ich überlege, das ich während der Woche oftmals nicht mehr als 300 Wörter pro Tag geschafft habe, ist das erstaunlich, oder?
Dazu muss ich sagen, dass ich jetzt, so im Rückblick, nicht alles schlecht oder grottig finde. Von einigen Szenen weiß ich, dass sie fliegen werden (wie der komplette Anfang, der irgendwie nur zum Reinschreiben taugte) oder umgeändert werden müssen (wie das Ende das ich voll verhauen habe, finde ich. Eine Mischung aus zu kitschig und nicht gefühlsintensiv genug), aber einige Sachen sind mir richtig gut gelungen und auf ein paar Entwicklungen bin ich sogar sehr stolz.
Zusammengefasst bin ich sehr zufrieden mit mir und dieser Entwicklung 🙂 und ich freu mich wie blöde, dass ich am 01.04.16 nach einem Tag Pause mit dem Überarbeiten vom II. Teil anfangen werde. Ich bin gespannt, wie lange ich für dieses Editieren incl. neu Einfügen von Szenen, die ich durch den veränderten I. Teil gewonnen habe, benötigen werde.

Aber jetzt ist erstmal ein Meilenstein geschafft 🙂 🙂 🙂

Wie ich eine Serie plane

Zunächst einmal entschuldige ich mich nochmal für den oberlangen vorherigen Teil. Beim Schreiben ansich ist es mir nicht mal so aufgefallen, aber spätestens jetzt beim Überlesen war es ein wenig gruselig. Ich gelobe Besserung!!!

Im letzten Teil habe ich erzählt, wie aus fünf einfachen Szenenideen plötzlich die Grundsteine für einzelne Bücher geworden sind. Ich habe erzählt, dass mir die Idee eine ganze Serie zu schreiben, ein klein wenig Angst machte und dass ich mich mit einem kurzen, leichten Anfangsteil wohler gefühlt habe.

Was ich bei dem kurzen Anfangsteil aber nicht bedacht habe, ist, dass

  1. der Anfang einer Serie immer der Schwerste ist, egal, ob leicht geplant oder nicht. Er muss den Leser, aber zuerst einmal den Autoren überzeugen, den Rest auch noch schreiben zu wollen.
  2. alles was im Anfang erwähnt wird, auch irgendwo im Rest noch Bestandteil hat und vor allem zeitlich zueinander passen muss
  3. es Sinn macht, im Anfangsteil der Serie auch noch andere, zukünftige Hauptdarsteller vorzustellen, sie aber gleichzeitig den Hauptdarstellern des aktuellen Teils nicht das Licht stehlen dürfen
  4. man entweder jeden einzelnen nachfolgenden Teil schon perfekt geplant haben oder man die Teile in chronologischer Reihenfolge nacheinander schreiben muss, wenn man nicht auf schriftstellerisches Glück vertrauen will

Gerade letzterer Punkt hat mich anfangs gestört. Ich war es gewohnt, Geschichten szenenweise zu schreiben und zwar immer das, was mich gerade ansprach. Ich folgte einfach meiner jeweiligen Stimmung und meiner Laune.
So kam es, dass ich für vier der fünf Teile einige Szenen schon geschrieben hatte, einfach, weil sie mich gereizt hatten, weil ich mich mit anderen Szenen an die Wand gefahren hatte und weil ich zwar Schreiben wollte, aber eigentlich nicht wußte, was. Dabei hatte ich einen theoretischen Plan. Ich wußte, wo Charakter A am Ende seiner Geschichte sein sollte, jedenfalls, was seine Charakterentwicklung anging und die Liebesgeschichte, aber ich hatte mir keine wirklichen Gedanken darüber gemacht, was alles wirklich in der jeweiligen Geschichte passieren sollte und wie ein Spannungsbogen funktionerte.
Schließlich zwang ich mich, Band 1 zu schreiben. Das leichte Ding. Ich stellte meine Hauptcharaktere vor (und fand sie irgendwie blass, schob aber alles auf das Editieren). Ich stellte den Hauptcharakter des nächsten Teils vor (und fand ihn zum Knutschen, aber er sollte doch meinen Hauptcharas das Licht nicht stehlen, also beschränkte ich ihn schon gleich beim Schreiben um einiges) und ich ließ zwei weitere Charaktere sterben, sehr dramatisch und sehr schön (und sehr problematisch, weil ich sie eigentlich als Hauptdarsteller für Band 4 und 5 geplant hatte). Plötzlich erwähnte ich Dinge, die in allen Teilen Bedeutung haben würden und ich begann mir lustige Merkzettel zu basteln. Ein Zeitstrahl wurde als Nächstes gezeichnet und dann fand ich mich irgendwann mal dabei, wie ich einzelne Plotpunkte auf einem riesigen Din A4 Blatt in einer Tabelle erfasste, um nicht mehr durcheinander zu kommen.

Es half alles nichts: Ich musste planen, wenn ich die Geschichtenreihe zum Erfolg führen wollte!

So kam es, dass ich pünktlich zu einem NaNo eine Mischung aus allen möglichen Schreibstrukturen (Wells und ähnliche) erstellte und den 5ten Teil voll durchplante. Anders als bei den Teilen vorher benötigte ich jetzt keine 1,5 Jahre, sondern nur 4 Monate um knapp 200k zu schreiben – und fast jedes einzelne Wort davon zu lieben!

Ich hatte es geschafft und die gesamte Reihe fertig – dachte ich.
Ich will jetzt nicht von dem plötzlich aufgetauchten 6ten Teil reden, sondern davon, dass ich begann Band 1 zu editieren und ihn hasste.
Punkt 1 von meiner Reihen-Mindestanforderungsliste war also schon mal komplett verhauen.
Punkt 2, die Sache mit dem Bestandteil in Folgebänden? Ich habe zwei Helden sterben lassen, die ich noch brauchte! Das war ein kompletter Fehlstart!
Punkt 3: Was soll ich sagen, der erwähnte Nebendarsteller wird immer jederzeit anderen Darstellern das Licht stehlen, weil er einfach mein Lieblingsbaby ist. Fehlschlag Nr. 3 also.
Punkt 4 war dagegen der einzige Lichtblick: Ich hatte die Geschichten nacheinander geschrieben.

So, jetzt hätte man denken können, dass diese Erkenntnis mich zum Strickenlernen treibt und ich nie wieder ein Wort zu Papier bringe. Hat es aber nicht, denn es war egal, ob ich in allen 4 Punkten versagt hatte oder nicht. Ich hatte geschrieben und das bedeutete, ich hatte etwas zum Editieren.

Und aus irgendeinem, mir völlig mysteriösen Grund war ich der Meinung, dass das magische Editieren alles besser macht.
Da stand mir noch eine Überraschung bevor, aber von der berichte ich nächstes Mal. Dieser Beitrag ist schon wieder viel zu lang, fürchte ich… (und das obwohl ich beim Editieren 🙂 viel gelöscht habe)

Zeitschriften: „Federwelt“ und „Der Selfpublisher“

Ich weiß, ich hatte für diesen Beitrag eigentlich etwas Neues / Aufregendes / Interessantes zum Thema „Romanentstehung“ angekündigt, aber aus gegebenen Anlaß möchte ich das Thema wechseln.
Der gegebene Anlaß ist der, dass ich mit meiner derzeitigen Geschichte nahezu fertig bin (also die 1. Fassung) und da ich quasi schon das magische Wort „Ende“ in der Ferne erkennen kann, möchte ich im Moment nicht allzuviel über die Geschichte reden. Nächste Woche dann aber – hoffentlich.
Stattdessen habe ich diese Woche etwas getan, was ich schon sehr lange nicht mehr gemacht habe. Ich bin der Schwarmintelligenz gefolgt und habe mir Zeitschriften gekauft.

Ich muss dazu erklären, dass ich mir in der Regel keine Zeitschriften dieser Art kaufe. Das liegt daran, dass Zeitschriften in meinen Augen entweder der puren Unterhaltung dienen (Klatsch und Trasch, zu Finden in allen Wartezimmern dieser Welt) oder lehrreich sein sollen. Bei den Schreibzeitschriften ist das beides sicherlich auch der Fall, allerdings habe ich das Gefühl, dass das wieder nur so ein Marktausnutzen einiger Verlage ist.  In der Regel sind zwar interessante Themen in den Zeitschriften vorhanden, aber sie sind oftmals zu teuer und nur oberflächlich gehalten. Jedenfalls ist das der Eindruck, den ich im Verlauf der letzten Jahre bekommen habe, wenn ich in so einer Zeitung geblättert habe. Dabei macht es übrigens keinen Unterschied, ob die Zeitung deutschstämmig oder aus dem Ausland ist.

Warum ich mir dann jetzt diese Zeitungen gekauft habe?
Die Schwarmintelligenz im Internet hat mich angesteckt. Ich glaube, man könnte sagen, dass ich absolut auf die Mund-zu-Mund-Propaganda reingefallen bin. Die Werbung war definitiv erfolgreich, wenngleich es im Fall der Federwelt schon etwas länger gedauert hat.

Die Federwelt-Ausgabe stammt nämlich noch aus dem Februar, was ich anfangs gar nicht gemerkt habe. Sie kostet €7,50 (D) und hat ein schönes Format. Auch wenn die Zeitschrift nicht auf Hochglanzpapier gedruckt wurde, gefiel mir die Aufmachung sehr gut.
Gekauft habe ich sie vor allem, weil mich eines der Titelthemen angesprochen hat: „So lassen sie den Körper ihrer Figur sprechen.“
Da ich ja ab und zu auch sehr gerne Schreibratgeber lese, war das genau auf meiner Schiene, aber auch die anderen Themen „Speeddating-als Romanautor beim Verleger“ oder „Burn-out bei Autorinnen“ hörten sich interessant an.
Die Zeitschrift wanderte also in meinen Einkaufskorb und wurde sofort im Zug gelesen.
Der „Burn-out“ Artikel stammte von Sandra Henke, einer Autorin, die ich anläßlich der Loveletter-Convention in Berlin kennenlernen durfte. Ich muss dazu sagen, dass ich kein Fan ihrer Bücher bin, aber die Autorin ansich ist sehr sympathisch und so war ich auf Ihren Artikel gespannt. Ich wurde nicht enttäuscht!
Das Thema „Burn-out“ ist, in meinen Augen, gerade für viele Autorenanfänger sehr naheliegend, da sie größtenteils noch einen Zweitberuf, eine Familie, Verpflichtungen und noch viel mehr neben ihrem anstrengenden „Hobby“ haben, das sich zumindest am Anfang auch noch nicht mal auszahlt. Wenn es dann endlich ein wenig zu laufen anfängt, möchte man natürlich nicht riskieren nur eine Eintagesfliege zu sein und schon verzettelt man sich. Gleichzeitig gibt man aber nicht gerne eine mögliche Schwäche zu. Das ist wie bei Sportlern, die sich unentweg verletzen und trotzdem mit gebrochenen oder schmerzenden Gliedern wieder auf dem Platz stehen, nur um nicht ungeeignet zu erscheinen. Das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun und doch will sich keiner die Blöße geben. Sandra Henke hat das getan, auf sehr offene und verständliche Weise. Allein für den Artikel hat sich die Ausgabe der Zeitschrift in meinen Augen gelohnt.
Der zweite Artikel „Speeddating“ war etwas, von dem ich noch nie etwas gehört habe, aber es war interessant zu lesen. Es ging darum innerhalb von 5 Minuten von einem Verleger zum nächsten zu huschen, dabei sein Buch zu präsentieren und erfolgreich und sicher Nachfragen zu beantworten. Der Artikel klang nach einer ganzen Menge Spaß und bestimmt auch nach einigen Möglichkeiten, aber für mich wäre das absolut nichts. Ich bräuchte schon 5 Minuten, um die erste Panik zu überleben, von Fragen beantworten, gar nicht erst anzufangen.
Der dritte Artikel, der mich eigentlich interessiert hatte, war dann die erste richtige Enttäuschung der Zeitschrift. Es ging um einfache Situationen und wie man diese anhand der Körpersprache beschreiben könnte. Nun bilde ich mir ein, dass ich mich mit Körpersprache ein klein wenig auskenne (das Thema hatte mich mal in einem anderen Zusammenhang interessiert und so habe ich einiges dazu gelesen und Videos gesehen) und die Autorin hat auch sämtliche Punkte gut herausgearbeitet, aber zum Schreiben war das nicht hilfreich. Als kleines Beispiel: Es geht darum, dass die Figur sich auf einer Party befindet und von jemanden angesprochen wird, den sie nicht mag, dem sie aber auch nicht einfach den Rücken zudrehen kann. Im Artikel wird nun geraten, u.a. das Fluchtbein zu erwähnen, eine Fußspitze der Person zeigt deutlich fort vom Gesprächspartner. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe schon einige dieser Szenen geschrieben oder auch einige dieser Szenen von anderen gelesen, aber irgendwie stand da nie etwas von wegzeigenden Fußspitzen. Gut, könnte man jetzt sagen, nur weil das noch nie dastand, muss es nicht falsch sein. Stimmt. Aber so richtig umhauen tat mich der Artikel trotzdem nicht. Insgesamt las er sich eher so, als wäre er für angehende Regisseure oder Schauspieler als für Schriftsteller gedacht.
Aber es gibt noch einige andere Artikel in der Zeitung, die ich bisher nur überflogen habe. Einige waren komplett nicht für mich gemacht (Sachbuchexposés werde ich wohl im Leben nie verfassen und Dichten muss ich auch nicht mehr lernen) und für andere benötige ich mehr Zeit, um mich damit auseinander zu setzen.
Was mir an der Zeitschrift aber wirklich auffiel, war die Werbung. Erschreckend, oder? Mir war bis zum dem Zeitpunkt nicht klar, wieviel Bücherwerkstätten und Lektorate es in Deutschland gibt, wieviel Möglichkeiten man zum Selbstveröffentlichen hat und wo man überall an Kursen oder Wettbewerben teilnehmen kann. Zu der Zeit, als ich anfing von einer Karriere als Autorin zu träumen (damals als man noch auf Steintafeln geschrieben hat… oder jedenfalls fast), da gab es so etwas nicht. Da war man der Exot unter dem Leuten. Wenn man jemandem sagte, man schreibt ein Buch, hat jeder einen angesehen, als wäre einem plötzlich ein zweiter Kopf gewachsen. Bei Zeitschriften wie der Federwelt habe ich jetzt plötzlich das Gefühl, wenn ich jemanden sage, ich schreibe ein Buch, dann fragt mich mein Gegenüber, ob ich schon an Wettbewerben oder Ausschreibungen teilgenommen habe, als Nächstes folgen Empfehlungen zu bestimmten Lektoraten und bei welcher Plattform man am meisten Geld verdient.
Ich weiß nicht, ob mir diese Entwicklung wirklich gefällt…

Aber die Entwicklung passte zu der zweiten Zeitschrift dieser Woche, dem Selfpublisher.
Wie der Name schon verrät, geht es um Autoren, die auf die Mithilfe von Verlagen verzichten und sich selbst um alles kümmern und schon gleich die ersten beiden Titelthemen lagen mir schwer im Magen „Klappentexte, die wirken“ und „Der Autor als Marke“.
Zum Thema Klappentexte muss ich hier wohl keinem was erzählen. Wie etwas, dass uns Leser maximal 2 Minuten beschäftigt und mit Glück zum Kauf verführt, einen Autoren Wochen wahnsinnig machen kann, ist unbegreiflich, aber leider zu wahr. Ich fand den Artikel gelungen. Er begann sehr unterhaltsam und lustig und wurde plötzlich sehr theoretisch und trocken. Dennoch gefiel er mir und beim nächsten Klappentextversuch werde ich ihn mir definitiv noch einmal zu Gemüte führen.
Der Marken-Autor dagegen hat mir die Zeitschrift dann irgendwie „verleidet“. Werbung zu machen, ist etwas, das mir nicht gefällt. Ich weiß nicht, ob es an mir selber oder an meiner Erziehung liegt, aber ich mag es einfach nicht. Ich würde mir eher ohne Betäubung die Weisheitszähne ziehen lassen, als mich irgendwo hinzustellen und sagen „Hey, kauft mein Buch, das ist richtig gut!“
Leider muss man das aber als beginnender Autor anscheinend machen, wenn man dem Artikel Glauben schenken darf.
Mir ist bewußt, wie wichtig Werbung ist und wie wichtig der Wiedererkennungswert eines bestimmten Produktes ist, und gleichzeitig mag ich es nicht, mich selber als dieses Produkt zu sehen. Von daher erhoffte ich mir von dem Artikel eine Lösung für Leute wie mich: Die Werbung für Werbemuffel, sozusagen.
Der Artikel war sehr gut geschrieben. Er enthält viele Punkte, von denen ich ohne weiter nachzudenken sagen würde, dass sie richtig sind und es wirklich nur damit funktionieren kann und genau das war es, was mich schlucken ließ. Ich will das alles nicht, muss es aber anscheinend?  Will ich dann wirklich mit meinen Büchern in die Öffentlichkeit?
Auf einmal stellte ich mir Fragen, die ich mir selber nie stellen wollte und ich klappte die Zeitung angenervt zu. Einige Zeit später öffnete ich sie wieder und landete beim nächsten Artikel, der Marketingaktionen zum Thema hatte. Das wiederum sieht man ja zurzeit bei vielen, die nächste Woche zur Buchmesse fahren. Es werden Lesezeichen gebastelt und Goodie-Packs gepackt und alles klingt nach viel Arbeit, aber auch einer Menge Spaß und hey, das will ich auch! Ich würde es lieben mit dem Cover eines meiner Bücher auf einem Shirt rumzulaufen und ich würde mit Begeisterung Goodie-Packs verteilen. Das ist Werbung, die mir liegt und die mir Spaß macht. Also bin ich vielleicht doch geeignet für diesen Beruf?
Und prompt stolperte ich über den nächsten Artikel: PR-Agenturen für Autoren. Im Artikel ging es darum, dass man sich als Autor sehr vorsichtig nach einer PR-Agentur umsehen sollte, da Werbung wichtig ist und man nicht aus schwarze Schafe hereinfallen will. Auf einmal fiel mir auf, dass auch in dieser Zeitschrift überall Werbung für Lektorate und Plattformen zu finden war. Eigentlich besteht die gesamte Zeitung nur daraus, und wenn ich mir dann den Preis €6,90 (D) ansehe, dann finde ich das echt erstaunlich. Machen Werbeblöcke Sachen normalerweise nicht günstiger? Wie teuer wäre diese Zeitung eigentlich gewesen, wenn sie keine Werbung enthalten hätte? Und wieviel echte Information hätte ich dann noch aus ihr ziehen können? Und was bedeutet das eigentlich für mich, wenn sich in dieser Autorenwelt plötzlich nur noch alles um Werbung dreht und kaum noch ums Schreiben dreht?

Ihr merkt, die Zeitungen haben mich beide nicht umgehauen und ich bezweifel stark, dass ich mir eine zweite Ausgabe kaufen werde, und das obwohl in beiden sehr interessante Artikel zu finden waren! Beim Selfpublisher würde ich sogar soweit gehen und sagen, dass er mich frustriert hat.
Irgendwie war Schriftstellersein damals, als es noch nicht die Möglichkeit gab, seine Bücher selbst zu verlegen, entschieden einfacher, denke ich. Damals ging es noch nur ums Schreiben. Ich erinnere mich, dass ich mal eine Zeitschrift in den Händen gehabt habe, in der es darum ging, wie man gute Science-Fiction-Geschichten schreiben sollte. Es wurde davon geredet, wie wichtig der Einsatz der Technik wäre, wie sehr Star Trek dieses Genre beeinflusst hat und wie sehr man auf seine eigene Stimme im Buch achten sollte. Wenn ich die Zeitschrift heute finden würde, würde wahrscheinlich drin stehen, dass man auf die Werbung achten muss und darauf, dass man entsprechende Foren besuchen soll.

Was haltet Ihr davon?

Wie sind Eure Erfahrungen mit solchen Zeitschriften?

Februar 2016

Besser spät als nie, kommt hier mein Monatsrückblick für den Februar 2016.

Ich habe geschrieben, richtig viel und vor allem richtig gut (in meinen begeisterten Augen), aber nicht ganz so viel wie im Januar und das lag nicht an den zwei Tagen, die der Jahresanfangsmonat mehr hat 🙂
Meine Geschichte entwickelt sich immer noch sehr gut und das obwohl sie mittlerweile sehr viel länger geworden ist als ursprünglich mal geplant. Aber mein Bösewicht hat mehr Sprechzeit bekommen, ein Nebendarsteller, der der Hauptdarsteller aus dem nächsten Teil werden wird, konnte sich auch schon mal ein wenig in den Vordergrund schieben und meine Heldin, die ja im Januar keine Chance mehr gehabt hätte den „Nicht-Mary-Sue“-Award zu gewinnen, würde immer noch verlieren, hat dafür aber soviel Charakter bekommen, dass ich verstehen kann, warum mein Held sich in sie verliebt. Kurz und gut: Ich bin sehr zufrieden mit mir 🙂 🙂 🙂

Dafür habe ich allerdings nur ganz wenig gezeichnet. Es gab eine Diva-Challenge, in der es darum ging ein altes Bild, das man gezeichnet hat, mit den heutigen Kenntnissen neu zu zeichnen und dann für sich selbst zu vergleichen, wie sehr man sich entwickelt hat. Das habe ich ausprobiert, aber ich bin nie fertig geworden und jetzt liegt das unfertige Bild auf meiner Klavierbank rum und stört, aber immer wenn ich es anfangen will, lockt mich meine zu schreibende Geschichte, der Haushalt oder eine spannende TV-Serie. Es ist schon ein Kreuz mit den Hobbies, oder?

Lesetechnisch war es auch ein eigenartiger Monat. Nachdem ich die neue Serie von Nalini Singh schon ewig als ebook auf meinem Rechner liegen hatte, habe ich sie jetzt angefangen zu lesen und ich war begeistert. Die Bücher sind nicht so gut wie ihre Psy-Changeling Sachen, aber auf jeden Fall erträglicher als dieser Engelskram. Ich weiß, dass ich noch ein Buch angefangen habe, auch ein ebook, aber damit bin ich noch beschäftigt und da mir der Titel auch gerade nicht einfällt, gibt es zu dem Buch nicht wirklich viel bemerkenswertes zu berichten. Ich freu mich auf den Monat März, da dann endlich der nächste Teil der Meg Corbyn Reihe von Anne Bishop erscheint (Falls jemand „Written in Red“ noch nicht kennt, Englisch lesen kein Problem ist und man auf der Suche nach einem richtig guten Buch ist, kann ich das nur empfehlen! Es ist der erste Teil einer unglaublich guten Serie)

Bei den Fernsehserien habe ich auch nichts aufregendes zu berichten. Ich glaube, der Monat Februar ist einfach zu kurz für Highlights 😉
Es gibt jedenfalls nichts, was mich derzeit wirklich vom Hocker haut. Ich habe einige Serien auf meinem to watch-Plan, aber auf keine könnte ich nicht verzichten. Dafür freu ich mich ebenfalls auf den März, weil da endlich Superman vs. Batman im Kino erscheint (und weil ich Ende März endlich, endlich, endlich Urlaub habe!)

Der Monat Februar war aber zum Glück kurz, denn neben den ganzen nicht spannenden, nicht erwähnenswerten Sachen hat er mir noch etwas anderes gebracht: Ein schlechte Nachricht in finanzieller Hinsicht, die mir so dermaßen die Beine weggerissen hat, das ich schlagartig von einem Tag auf den nächsten in eine Depri-Phase gerutscht bin. Ich weiß, viele werden jetzt sagen, so schnell geht das nicht, aber leider ist das nicht richtig. Wenn man, wie ich, schon Depressionen gehabt hat, ist man grundsätzlich anfälliger dafür und wenn dann noch mehrere Dinge gleichzeitig passieren, die auf einen eigentlich schon überlasteten Organismus treffen, dann kann das sehr, sehr schnell gehen und sehr schlecht enden.
Fakt ist, dass es mir die letzten zwei Wochen nicht gut ging und manchmal kommen einfach zu viele Dinge gleichzeitig zusammen. Ich hatte Geburtstag und eigentlich hat jeder, bis auf meinen Mann und meinen Sohn und eine Arbeitskollegin, die ich eigentlich nicht mag, diesen Tag vergessen. Selbst meine beste Freundin hat mir bisher noch nicht gratuliert und das obwohl ich weiß, dass der Tag jedes Jahr groß und rot in ihrem Kalender steht (sie vergisst sowas grundsätzlich und hat darum so einen Ewigkeitskalender). Mein Geburtstag ist mir in der Regel auch komplett egal, aber dieses Jahr, mit der Depression und dem ganzen Drumrum, schafft es mich, dass ich so von allen vergessen werde. Nicht mal das dämlich Facebook hat die Leute daran erinnert und das obwohl ich ständig und immer solche Erinnerungen bekomme!
Das knabbert also ein wenig mehr als nur etwas am Selbstwertgefühl und ich hasse sowas 😦

Aber zurück zu anderen Dingen.

Meine Vorhaben für den März:

  • Die Geschichte, die eigentlich nur max. 120k Wörter haben sollte und die inzwischen bei 150k Wörtern liegt, endlich beenden. Gefühlt befinde ich mich im letzten Fünftel, es sollte also machbar sein. Auch wenn ich nicht jeden Tag schreibe.
  • Zeichnen.
  • Yoga.
  • Endlich wieder mit dem Laufen anfangen (sobald es mal nicht so kalt ist, dass mir der Atem gefriert oder sobald es nicht mehr so regnet, dass ich das Gefühl habe, mehr zu schwimmen als zu laufen)
  • Zufrieden sein. Dazu muss ich wohl nichts mehr sagen 😉

Nächste Woche kommt übrigens, wenn keine größeren Katastrophen über mich hereinbrechen, der nächste Teil aus meiner Berichtsreihe zum Thema „Wie ein Roman entsteht“.

Ich wünsche Euch bis dahin eine schöne Woche!

Wie ich einen Schmetterling fangen wollte und stattdessen einen Dinosaurier ritt

Nein, keine Angst, ich fange jetzt keine Rezension für einen urkomischen schwedischen Roman an (auch wenn der Titel dieses Eintrags das vielleicht vermuten lässt). Ich beginne mit meiner Beitragsreihe zum Thema: Wie ein Roman entsteht.
Da mein Roman Teil einer ganzen Serie ist, könnte das Thema auch lauten: Wie ich ein Monstrum schuf.
Oder so ähnlich…

Zuerst einmal komme ich zum wichtigsten Teil: Den anvisierten Keksen

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Ja, ok. Ich geb’s zu. Sie sind nicht mehr ganz frisch (von Weihnachten), aber sie waren sehr lecker und es hat niemand was davon gesagt, dass Ihr die Kekse auch essen dürft. Oder???

So, und jetzt zu der Entstehungsgeschichte.
Wie jeder weiß, der sich schon mal in der Bibel verirrt hat, fängt die Entstehungsgeschichte nie beim eigentlichen Werk an, sondern schon viel früher. So war das auch bei mir.
Ich begann meine schriftstellerische Tätigkeit 😉 als Fünfjährige. Ich lieh mir Comics von meinem älteren Cousin aus, Mickey Mouse, und zerschnitt sie mit Begeisterung, um neue, in meinen Augen „bessere“ Geschichten zu erzählen. Ich muss nicht erwähnen, dass diese ersten Versuche einen Höllenärger mit sich brachten und dazu führten, das mir für lange Zeit niemand mehr was leihen wollte, oder?
Aus diesem Grund musste ich also schnell schreiben lernen. Ich erinnere mich an eine Aussage meiner Lehrerin aus der 1. oder 2. Klasse, dass ich es so eilig hatte mit dem Schreiben lernen, dass ich keine Zeit für Grammatik und Rechtschreibung hatte. Mir ging es um die Buchstaben, die möglichst zusammenhängend ein Wort, einen Satz, eine Geschichte ergeben sollten. Das diese Geschichten nur mit Rechtschreibung und Grammatik auch für andere lesbar sein würden, begriff ich leider erst sehr viel später (eigentlich arbeite ich noch an dieser Erkenntnis…).
Ich schrieb also wie eine Wahnsinnige. Immer und zu jeder Zeit, und jeder, der mich nicht beim Schreiben erwischte, sah mich lesen und irgendwann hatte ich dann auch meinen eigenen Fernseher und plötzlich kam ein drittes, süchtigmachendes Medium hinzu. Aber wer jetzt denkt, dass ich durch den Fernseher weniger geschrieben habe, irrt sich. Es wurde fast noch mehr, denn ich entdeckte etwas, von dem ich Jahre später erst erfuhr, dass es sogar ein eigenes Genre war: die Fanfiction.
Damals wußte ich das noch nicht. Ich sah nur etwas im Fernsehen, verliebte mich in die Gestalten und schrieb ihnen eigene Geschichten, quasi so wie damals als ich das Mickey Mouse Comic umgestaltete. (Ihr freut Euch jetzt sicherlich, dass diese ganze uralte Geschichte tatsächlich noch einen Sinn hat, oder?)
Dank des Fernsehers kristallisierte sich bei mir noch etwas heraus: Ich sah gerne fern (mach ich noch heute 🙂 ), aber ich schrieb nur Geschichten zu Filmen oder Serien, die ich wirklich absolut liebte. Ich sah damals bestimmt zuviel Schrott und Mist und Sachen, die man 8, 9, 10jährigen heute bestimmt nicht mehr zeigt (z.B. hätte ich auf die ganzen Dracula-Gruselfilme echt gerne verzichten können), aber ich sah auch Robin Hood, Enterprise und Kampfstern Galactica und ich liebte es so sehr, dass meine gesamte Fantasiewelt schon ziemlich schnell nur noch um diese Geschichten kreiste. Es fand sich auch prompt ein Fehler in meiner Begeisterung. Die Serien dauerten immer nur 45 Minuten und waren kurzlebig und auch wenn meine Begeisterung länger hielt, so lernte ich durch diese Serien doch irgendwie nie, dass eine Geschichte nicht nur aus einer einzelnen fantastischen Szene bestand, sondern dass sie auch ein Anfang, ein Mittelteil und ein Ende haben musste. Kurz und gut: Ich fing unglaublich viele Geschichten an, schrieb einige auch über Wochen und Monate (und habe sie noch heute wohl versteckt im Regal stehen), aber ihnen allen fehlte etwas, das Ende, der Anfang, das Ding dazwischen. Es waren im nachhinein betrachtet nur Szenen mittendrin. Ich hatte das aufgeschrieben, was mir am Besten gefiel, was mir in einzelnen Folgen fehlte oder was ich mir für bestimmte Gestalten in den Serien wünschte (z.B. hatte der eine Freund von Robin Hood eine tragische Liebesgeschichte hinter sich und ich habe bestimmt 20 verschiedene Szenen in meinem Ordner, wo besagter Freund seine lange verstorben geglaubte große Liebe wiederfand… was sie dann machen, war mir egal, wieso sie noch lebte, wo sie all die Jahre war und wie sie sich wiederfanden, hat mich zu seitenlangen Begeisterungen ausufern lassen).
Ich lernte also schreiben, aber irgendwie auch nicht. Und ich hatte meine Lieblingsgenres entdeckt. Das Leben als angehende Autorin hätte an dieser Stelle perfekt sein können. Ich nahm an Wettbewerben teil, nur an kleinen und auch nur sehr selten, aber immerhin. Wettbewerbe zwangen mich dazu, meinen Geschichten ein Anfang und ein Ende zu geben und das war echt schwer für mich. Ich hatte mich in die mühelose Art des Schreibens verliebt. Einfach nur einzelne Szenen oder Momente einfangen und damit zufrieden sein und für lange Jahre tat ich das.
Eine dieser einfachen Szenen verband dann meine beiden Lieblingsgenres miteinander. Ich sah eine junge Frau vor mir, die in einer mittelalterlichen Höhle steht und offenbar gerade aus einem Raumschiff gestiegen war und ich war fasziniert. Ich schrieb diese Szene auf und als sie fertig war, war ich zufrieden. Das Leben ging weiter. Irgendwann hatte ich noch eine Szene vor Augen. Dieselbe junge Frau, eine andere Umgebung. Ich schrieb und schrieb und im Laufe von zwei Jahren hatte ich mal eine Szene vom Anfang, mal eine aus der Mitte, mal eine kurz vor Ende und irgendwann schob ich diese einzelnen Kapitel zusammen und stellte fest: „Das ist ein Buch!“ Da fehlte nur noch ein wenig Mörtel zwischen den einzelnen Szenen, aber es war ein fertiges Buch von knapp 230 Seiten und ich hatte keine Ahnung, wie das entstanden war. Das waren doch nur einzelne Szenen gewesen! Da hatte es keinen Plan und keine komplizierte Ausarbeitung vorher gegeben und doch war alles drin, was ein Buch brauchte. Ich war begeistert – und lehnte mich sehr zufrieden zurück. Ich hatte das Gefühl, durch das Schreiben von einzelnen Szenen, oftmals kleine Einblicke nur, einen wunderschönen, zarten Schmetterling erschaffen zu haben, auf den ich stolz sein konnte. Er war bunt und ich liebe Schmetterlinge (wer nicht?).
Für einen kurzen Moment tauchte ich wieder in die Welt der Fanfictions ein. Ich lernte besser zu schreiben, bekam ein begeistertes Publikum für meine Geschichten und wieder hätte das Leben als Autorin nicht schöner sein können.

Eines Tages hatte ich allerdings wieder eine Szene vor Augen.
Ein Mann saß in einer Bar. Es war dunkel. Die Bar hatte etwas übermodernes und gleichzeitig schrottreifes und hinter dem Tresen stand eine junge Frau, deren lustiges und fröhliches Aussehen einen genauen Gegensatz zum grummeligen, stummen Mann bot. Ich wußte, diese Szene musste ich schreiben und das tat ich. Ich war zufrieden.
Einige Zeit später hatte ich eine weitere Szene im Kopf.
Ein Mann sitzt in einem Raumschiff. Er stürzt auf einer fremden Welt ab und versucht sich dort allein durchzuschlagen.
Mir war sofort klar, dass dieser Mann zu der vorhergehenden Szene mit der Bar gehörte, aber mein Schreibmuskel funktionierte offenbar nicht auf die einfache und leicht verständliche Weise. Wißt Ihr, ich sehe diese Szenen nicht mit irgendwelchen Schauspielern in meinem Kopf. Ich fühle sie eher. Es ist so, als wenn ihr im Dunkeln durch Eure Küche geht. Es ist wirklich komplett stockfinstere Nacht und Ihr wisst trotzdem, dass direkt vor Euch der Küchenstuhl steht und das dahinter die Herdplatte ist, die vielleicht kein Licht mehr abgibt, aber die trotzdem noch warm ist. Ihr könnt das spüren, auch wenn Ihr es nicht seht. So geht es mir mit diesen Szenen. Ich kann spüren, dass der Mann in der Bar fix und fertig mit seiner Welt ist, dass die junge Frau ihn kennt, aber ein Geheimnis hat und das der Mann, der abstürzt, glaubt zu sterben. Ich kann all das fühlen, aber ich seh nicht wirklich, wie es aussieht. Darum hatte ich auch nur das Gefühl, dass der Abstürzende wesentlich jünger war als der Barmann. Ich ordnete die Szene also weiter vorne ein.
In der nächsten Szene, die kurz darauf in meinem Kopf erschien, steht der Mann in einer Art Glaskasten. Um ihn herum sind ein paar Freunde von ihm zu sehen. Sie sind verletzt und offensichtlich gefangen. Er ist gefangen. Auf der anderen Seite des Glaskastens steht eine junge Frau, umgeben von einer wütenden Menge, die den Leuten im Glaskasten die Pest an den Hals wünscht.
An dieser Stelle bin ich zunächst einmal ratlos. Ich seh die Szene, ich schreibe sie auf und ich liebe, was ich schreibe. Aber es ergibt keinen Sinn und das verwirrt mich unglaublich.
Der Barmann ist älter als der Abstürzende. Der Gefangene kann sehr wohl der Abgestürzte sein, der von seinen Feinden gefangen genommen wurde, aber warum wirkt auch er dann älter? Wo in der Geschichte passt dieser Teil herein?

Mir kam zum ersten Mal der Gedanke, dass es sich vielleicht, möglicherweise, eventuell nicht um dasselbe Buch handeln könnte. Aber hallo? Ich hatte bisher gerade mal Fanfictions und ein einziges Buch richtig beendet. Wieso sollte ich plötzlich die Ideen für zwei Bücher haben? Nein, das passte alles nicht.

Eine weitere Szene tauchte auf.
Dieses Mal eindeutig ein Raumschiff. Ein Mann, offensichtlich schwer verletzt, schleicht allein durch die Gänge und seine Freunde, die ihm immer mit großem Abstand folgen machen sich Sorgen um ihn. Eine Fremde sagt schließlich etwas beleidigendes und löst damit einen Kampf zwischen sich und seinen Freunden aus. Interessanter Weise ist sie aber die Einzige, die schließlich zu dem Verletzten vordringt.
Merkt Ihr, dass der Plot genauer klingt als das, was ich vorher beschrieben habe?
Das ist so, weil mir dieser Teil in dem Moment viel genauer vor Augen stand und ich saß einfach nur da, hatte diese Szene von dem Mann, der durch die Gänge schleicht und ich wußte, er gehörte zu den vorherigen Szenen, aber er war kein Bestandteil desselben Buches. Wie keine einzelne Szene Bestandteil desselben Buches war!
Das waren insgesamt vier Szenen ein und derselben Buchreihe. Sie spielten im selben Universum, hatten zum größten Teil dieselben Charaktere, aber unterschiedliche Geschichten und ich saß einfach nur dar, starrte meine Aufzeichungen an und bekam Panik.
Ich mochte vielleicht Serien im Fernsehen sehr gerne anschauen, aber doch nicht selber eine schreiben!
Nein, auf keinen Fall. Ich nicht.

Aber die Geschichten ließen mich nicht los. Die Charaktere begannen in meinem Kopf ein Eigenleben zu entwickeln. Sie wurden lebendiger und aufdringlicher und wenn es eine einstweilige Verfügung gegen nervige Charaktere geben würde, ich hätte sie bestimmt gegen jeden Einzelnen von ihnen erwirkt.
Es gab diese Verfügung aber nicht und so hockte ich schließlich da und schrieb auf einem großen Zettel all das auf, was ich nun über sie wußte. Es war nicht viel, und es gab mir zu denken. Die zeitliche Abstimmung war eigenartig. Die Zusammenhängen noch katastrophaler und ich wußte eigentlich nur eines ganz sicher: Das Ding war viel zu groß für mich und viel zu kompliziert. Da spielten Dinge zeitgleich in unterschiedlichen Büchern und ich hatte keine Ahnung, wie ich das hinkriegen sollte.
Wenn in dem Moment jemand gekommen wäre und mir angeboten hätte, das Ding zu schreiben, ich hätte ihm noch Geld dazu in die Hand gegeben. Meine eigene Idee machte mir Angst und ich war mich sicher, dass ich niemals gut genug schreiben würde können, um das auch nur halb so gut umsetzen zu können, wie es sein sollte.

Plötzlich tauchte eine weitere Szene auf.
Ein junges, sehr ungleiches Paar stritt sich auf einer schneeverschneiten Oberfläche. Im Hintergrund war ein qualmendes Raumschiff, offensichtlich abgestürzt zu sehen, und im Vordergrund eine Sicherheit und Schutz vor dem Wetter versprechende Höhle. Das Paar stritt sich immer noch.
Und ich dachte mir: „Hey, das klingt einfach. Das krieg ich hin.“
Innerhalb von einer Woche hatte ich mir den kompletten Plot ausgedacht. Er war immer noch einfach und die einzige Schwierigkeit, die ich für mich sah, war die, dass das streitende Paar am Ende als verliebtes Paar in den Sonnenuntergang reiten, äh, fliegen sollte. Aber der Rest? Super easy einfach.
Ich schrieb die Geschichte und mittendrin, fast gegen Ende, tauchte ein anderer Typ auf. Ein großer, stummer Kerl, der die Verantwortung für die gesamte Welt auf den Schultern zu tragen schien und der der beste Freund des Kerls war, der sich andauernd mit seiner Freundin stritt.
Und wieder dachte ich: „Hey, du klingst, als wenn du in einer Bar ziemlich zufrieden wärst, wenn dich die Kleine hinter dem Tresen nicht nerven würde. Das ist auf jedenfall einfach zu schreiben. Das krieg ich hin.“

Ihr ahnt, wo das hingeführt hat, oder?
Aus einer einfachen Szenenidee ist so über den Zeitraum von gut einem Jahr eine Geschichtenreihe geworden, die derzeit fünf Bände umfasst. Die Ausarbeitung erfolgte nur anhand dieser einzelnen, sehr schwammigen Szenen, die immer noch Bestandteil der Geschichten sind (meistens der Anfang) und das Schreiben der jeweiligen Geschichte hat im Schnitt 1,5 Jahre gekostet. Bei jedem Teil dachte ich, ich wäre nicht gut genug, die Geschichte zu schreiben, jeder einzelne erschien mir zu schwer, zu hart, zu gewaltig und doch habe ich mich der Reihe nach durch die Geschichten gekämpft und mit jeder Einzelnen sehr viel gelernt.
Den fünften Teil habe ich letztes Jahr um diese Zeit beendet und ich dachte wirklich, nachdem ich über Jahre hinweg keine neue Szene im Kopf hatte, dass das der letzte Teil war. Aber ich mag die Geschichten und die Charaktere nicht loslassen und ich habe das Gefühl, es ist noch lange nicht alles davon erzählt und so begann ich nachzudenken. Ich suchte zum ersten Mal aktiv nach Ideen für Teil 6 und hatte auch recht schnell welche. Dann überarbeitete ich Band 1, fand ihn gruselig, beachtete das aber nicht weiter. Findet nicht jeder Autor irgendwann seine Geschichten schlimm? Ich überarbeitete Band 2 und liebte die Geschichte. Ich merkte, dass Band 1 einfach wirklich schlecht war. Ausgerechnet die erste Geschichte, die Leichte, die mich überhaupt dazu gebracht hatte, die Geschichten aufzuschreiben und die mir den Mut gegeben hatte, es zu probieren, war nun nicht mehr gut genug. Die Charaktere erschienen mir wie Abziehpuppen, blass und hohl und unendlich langweilig.
Ich begann die Geschichte neu zu schreiben.
Inzwischen bin ich 130k Wörter in dem neuen 1. Teil, sie ist nicht mehr klein und einfach, sie streiten sich immer noch und sie frieren sich immer noch den Hinter auf dem ewigen Schnee ab, aber die Geschichte lebt und all die Veränderungen, die ich jetzt hineinbringe, lassen ich jetzt schon kribbelig werden, wenn ich an das Überarbeiten der anderen Teile denke.

Die Geschichten sind nicht mehr einfach, zart und hübsch, sie sind riesig, monströs und wahre Dinosaurier 🙂

Wie dieser Beitrag hier 🙂 🙂 🙂
Ich verspreche der Nächste wird kürzer.