Gedanken zum Thema Lesen

sind meistens auch Gedanken zum Thema Schreiben – jedenfalls für mich 🙂

Und weil dies hier ein Schreibblog ist, dachte ich, ich teile mal meine neuesten Gedanken aka Erkenntnisse mit meiner Leserschaft. Ich hoffe, es gefällt Euch.

Kim Leopolds – Love, Kiss, Cliff

Das Buch ist als Blogroman entstanden und hat mich von seiner ganzen Art des Storyaufbaus fasziniert. Dazu muss ich noch erwähnen, dass es, glaube ich, das erste deutschsprachige Buch in diesem Jahr ist, dass ich gelesen habe. Deutsche Sachen zu lesen, ist immer irgendwie anders, wenn man sich erstmal an die Amerikaner mit ihrer Art zu Schreiben gewöhnt hat. Aber das Buch ist sehr locker und leicht und man kann schnell in den Charakter eintauchen.
Ich habe das Buch also gelesen und weil das Wetter schön war, saß ich damit draußen auf der Terasse. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich mich eincremen sollte, weil die Sonne doch ziemlich gebrannt hat. Der nächste Gedanke war „Die Kapitel sind recht kurz. Wenn das Aktuelle zuende ist, geh ich cremen.“ Das Problem war nur, Kim hat ihr Buch so aufgebaut, dass es eigentlich grundsätzlich mit einem Cliffhanger, einer lustigen Stelle oder einem kleinen Rätsel endet, sodass ich nicht einfach so aufhören konnte (und natürlich einen Sonnenbrand bekommen habe).
Das Ganze hat mich daran erinnert, wie es ist, wenn man Fanfictions schreibt. Ich weiß nicht, ob Ihr mit Fanfictions vertraut seid, aber grundsätzlich sind erfolgreiche Geschichten dieser Art immer so aufgebaut, dass man am Ende eines Teils einen Cliffhanger einbaut, sodass die Leser es kaum erwarten können den nächsten Teil zu lesen. So baut man sich dann seine Fanbase auf.
Als ich nun von FF auf richtige Bücher umgestiegen bin, habe ich mir einige Schreibratgeber besorgt und in denen steht eigentlich grundsätzlich, dass man Bücher nicht aufbauen darf wie die herkömmliche Fanfiction. Es wird von 3- oder 5- (oder in meinem Fall sogar 7-) Akt-Strukturaufbau geredet, von Pinch und Plot turn, von Heldenreisen und was es nicht noch alles gibt. Aber im Endeffekt gefiel mir Kims Buch eigentlich so gut, weil es das alles nicht zu beachten scheint. Sie erzählt ihre Geschichte, macht sie dadurch sehr lebendig und spannend und ich freu mich jetzt schon auf den 2. Band. Ich weiß nicht, ob sie beim Schreiben immer nur an den nächsten Teil gedacht hat oder ob sie einen großen Plan hatte. Herausgekommen ist auf jedenfall ein Buch der besonderen Art und es hat Spaß gemacht zu lesen.
Wenn das mal jemand von meinen Büchern sagt, bin ich komplett zufrieden!

Veronica Roth – Die Bestimmung

Als Bücher dieser Art neu auf dem Buchmarkt waren, gab es einen großen Hype darum. Dieser Hype führt bei mir immer dazu, dass ich mir anfangs interessiert die Buchbeschreibung ansehe und dann, wenn jeder davon schwärmt, beschließe auf den Film zu warten. Mich nervt das übertriebene darüber reden einfach nur (das hat dazu geführt, dass ich „Den Marsianer “ übrigens auch noch nicht gelesen habe).
Als der erste Teil der Bestimmung im Kino kam, war dann der Zug für mich schon wieder komplett abgefahren. Ich habe die Bücher als Young Adult abgestempelt und das ist einfach nichts für mich.
Dann kam der 1. Teil im Fernsehen, ich wollte bügeln und es kam nichts besseres. Ich machte den Film an und war fasziniert. Der Film hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass ich mir jetzt die Bücher aus der Bücherei besorgt habe und gerade am Ende von Band 2 bin.
Es sind immer noch Young Adult Bücher und in meinen Augen ist der ganze Hype darum ziemlich übertrieben gewesen, aber sie unterhalten. Ich lese sie sehr gerne und bin gespannt, wie die Reihe beendet werden wird.
Aber beim Lesen ist mir etwas aufgefallen. Ich glaube, die Autorin hat sich noch nicht eine Sekunde mit Schreibratgebern beschäftigt, denn sie tut genau das, was einem dort immer abgeraten wird. Sie sucht sich Klischees und anstatt diese zu vermeiden, benutzt sie sie. Während überall gesagt wird, dass ein Buch nur Erfolg haben wird, wenn es das Unvorhergesehene beinhaltet, haben ihre Bücher Erfolg, weil man quasi auf der ersten Seite weiß, welcher Charakter der Bösewicht ist, welcher am Ende der Held sein wird und das Totgeglaubte selten genau das sind. Ich habe beim Lesen des 1. Teils das Gefühl gehabt, die Autorin hätte eine Strichliste mit Klischees abgearbeitet – und es hat mir trotzdem gut gefallen (oder gerade deswegen???).
Vielleicht sollte man viel öfter mit Klischees arbeiten? Das Vertraute einfach nur in ein anderes Kleid stecken und nicht unbedingt alles neu erfinden?

Fanfiction – Captain America

Ja, ich weiß. Ich kann regelrecht sehen, wie meine geneigte Leserschaft jetzt auf diese Überschrift starrt und sich fragt, was ich damit sagen will. Einige von Euch, die mich schon etwas länger kennen, wissen, dass ich Fanfictions liebe und wenn mich ein Film oder eine Serie interessiert hat, ist mein erster Weg ins Internet und nach gleichdenkenden Irren zu suchen, die Geschichten dazu geschrieben haben.
Ich war schon immer ein Comic Fan und darum kenn ich fast jeden Superhelden, den das Kino oder das Fernsehen zurzeit ausgräbt, noch aus meiner Jugend. Superman und Batman laufen da natürlich jedem den Rang ab, aber ich habe auch die Fantastischen Vier gelesen oder Justice League. Waren im örtlichen Kiosk keine neuen Hefte zu bekommen (weil ich das Neuste erst am Vortag gekauft habe), habe ich in meiner Verzweiflung oftmals auch Comics genommen, die mich sonst nicht so interessiert haben, frei nach dem Motto: Besser als Nichts.
Zu diesen Comics gehörte auch Captain America. Ich weiß, heutzutage nennt man Superman oftmals den großen Pfadfinder, der immer nur alles richtig macht und schrecklich langweilig ist. Das war damals mein Bild von Captain America. Boah, ging der oberkluge Gutmensch mir auf den Geist! Wenn ich so ein Comic gelesen habe, dann war ich wirklich verzweifelt. (ich war oft verzweifelt und ich hatte offenbar zuviel Taschengeld…). Der Einzige, den ich noch schlimmer fand, war Thor. Ich glaube, das ist auch das einzige Comic, das ich nie weiter gelesen habe. Bei Captain America gab es diesen einen Bösewicht, den ich wirklich ziemlich gruselg fand. Ich weiß nicht mal genau, warum. Jeder Superheld hatte schließlich mindestens einen Bösewicht und jeder davon war fies und schlimm und absolut bedrohlich – für einen Comic. Dieser Kerl vom Captain jedoch war mir irgendwie… unheimlich. Wenn ich gesehen habe, dass er auf dem Titelbild ist, habe ich mir das Heft nicht gekauft. Dann schon lieber Bibi Blocksberg oder so *schüttel*
Nun sind die Filme in den Kinos und ich liebe Marvel Verfilmungen. Die Schauspieler sind auch noch ganz ansehnlich und die Witze sind lustig. Ergebnis: Ich habe alle mindestens einmal gesehen. Dann kam der Captain America mit dem Winter Soldier und ich erinnerte mich sofort, dass ich die Comics immer gruselig fand. Aber ich bin inzwischen etwas älter (geringfügig älter *hust*) und darum ging ich ins Kino – und war begeistert. Seien wir ehrlich: Die Bösewichter in den Filmen haben definitiv Charme 🙂
Womit ich jetzt wieder bei den Fanfictions angekommen wäre.
Wenig überraschender Weise gibt es ganz viele davon, in denen den Captain und den Soldier heiße Liebesgeschichten verbindet. DAS ist definitiv noch schrecklicher als die Thor Comics!
Ich liebe gute Gay Romance Geschichten, aber hallo? Irgendwo zieh sogar ich die Grenze.
Nun gut… Gleichzeitig gefiel mir aber der Gedanke, dass es irgendwo eine Fanfiction gibt, in der das Eis am Stil am Ende nicht wieder eingefroren wird. Ich wollte ein Happy End haben, eine Rettung, eine Belohnung für alles durchgemachte.
Ich stieß auf Lovestories mit dem Winter Soldier und Black Widow, was immerhin nicht ganz so schlimm ist wie das Pairing „Stucky“ *schüttel* Dennoch war es auch nicht perfekt. Plötzlich bin ich auf eine Geschichte gestoßen, in der das große „No Go“ der Fanfiction Welt ignoriert wird: Der Autor der Geschichte hat eine Mary Sue erfunden, die schön und klug ist, tapfer und heldenhaft und obendrein noch keine Angst vor dem großen bösen Soldier hat. Kurz und gut: Ich habe eine 30 teilige Fanfiction mit einer Mary Sue gelesen und sie geliebt. Wo eine gute Geschichte ist, müssten doch auch noch andere sein, dachte ich mir, und ich suchte und fand.
Jetzt sitz ich hier zuhause und überdenke gerade mein Leseverhalten der letzten drei Wochen, angefangen von Kim Leopolds unterhaltsamen Roman über die düsteren Bestimmungsbücher bis hin zu den Fanfictions mit einer Mary Sue als Hauptdarstellerin und meine Schreibwelt ist ein klein wenig in ihren Angeln erschüttert. Irgendwie ist all das von dem ich überzeugt war, jetzt nicht mehr das, was richtig zu sein scheint. Man muss sich nicht an bestimmte Regeln halten. Klischees können einem gute Bücher präsentieren und eine Mary Sue, die mir Herz und Verstand geschrieben ist, kann durchaus mit jedem „richtigen“ Hauptdarsteller mithalten.

Vielleicht findet Ihr diesen Beitrag jetzt nicht so überraschend wie ich, aber ich hatte jetzt das Gefühl, dass jedes Buch, dass ich im Monat Mai gelesen habe, mir etwas beibringen wollte und dass finde ich sehr überraschend.

Wie geht es Euch?
Heute schon etwas Neues gelernt?

März 2016

Der gefürchtete Monatsrückblick 🙂

Ich habe definitiv geschrieben und vor allem meine Geschichte endlich beendet (mit 61876 Wörtern im Monat März bin ich ich auch mehr als zufrieden). Mein Vorhaben für den März, was das Schreiben anging, ist also ein voller Erfolg geworden.

Zeichnen und Yoga sind dafür komplett unter den Tisch gefallen und zum Thema Laufen kann ich nur vermelden, dass ich endlich einen neuen mp3 Player habe (auf dem ich sogar schon Laufmusik geladen habe). Aber jetzt, wo das Wetter besser wird, bin ich optimistisch, dass ich mich dazu mal wieder aufraffen kann.

Lesetechnisch bin ich durch Zufall über eine New Adult Serie gestolpert.
Ich mag Bücher mit altersmäßigen Genrebezeichnungen in der Regel nicht und mich bringt nichts schneller zum Weglegen eines Buches als der Anfangssatz: „Die gerade 16jährige…), aber bei dieser Serie ist mir das Adult erst in der Danksagung der Autorin bewußt geworden und darum kann es nicht allzu schlimm gewesen sein. Gut, es war auch kein absoluter Kassenknüller, aber manchmal mag ich auch ruhige und schlicht schöne Bücher sehr gerne. Wenn jemand also Susan Mallerys heile Welt Romane mag, dann mag dieser jemand vermutlich auch Lauren Layne.
Ach, und ich habe endlich das letzte Buch einer schon etwas älteren Reihe von Anne Bishop gelesen (Twilights Dawn) und was soll ich sagen? Sämtliche anderen Leser, die behauptet haben, dass der Taschentuchkonsum beim Lesen drastisch steigt, hatten sowas von Recht. Ich benötigte für die letzte Kurzgeschichte im Buch über eine Stunde zum Lesen, weil ich vor Heulen nichts mehr lesen konnte, aber es war soooooo schön… Kann ich wirklich nur empfehlen.

Daredevil und Batman vs. Superman waren meine Fernseh- bzwl. Kinohighlights, was erstaunlich ist, da ich an Beiden etwas auszusetzen habe. Gleichzeitig hoffe ich bei beiden Sachen, dass ich schnell vergesse, was alles passiert ist, sodass ich es nochmal „wie neu“ sehen kann… was leider erst in ca. 100 Jahren sein wird, da ich ein viel zu gutes Gedächtnis für so etwas haben 😦
Aber mir gefiel der Netflix-Daredevil trotzdem sehr gut und bei Batman vs. Superman gebe ich es einfach auf, darauf zu hoffen, dass die Filmemacher mal einen Superman kreieren werden, den ich gut finden kann. Ich bin einfach schon zufrieden, dass sie immerhin einen guten (aka sexy) Schauspieler dafür gefunden haben (Brandon Routh war auch gut, aber ich mag ihn mehr als Ray Palmer als als Superman).

So, wie sehen meine Pläne für den April aus?

  • Editieren. Nachdem Band 1 endlich geschrieben ist, ich Band 2 bereits im August einmal editiert habe, will ich jetzt noch durch den neuen Band 1 fehlende Szenen einfügen und ein weiteres Mal editieren, es sozusagen „runder“ machen. (ich stelle gerade fest, dass der erste Editierdurchgang 10 Tage gedauert hat, neue Szenen beinhaltete oder das Ganze ebenfalls runder machen sollte. Ich schreibe demnach eine Kugel…)
  • Yoga. Heute ist der 1. April und ich habe bereits einmal Yoga gemacht. Es ist allerdings kein Scherz, wie unbeweglich ich mich inzwischen fühle… das ist nahezu peinlich!
  • Laufen. Wenn ich an das Yoga-Erlebnis denke, habe ich ein wenig Angst, aber ich bin wild entschlossen
  • Zeichnen
  • Im Garten arbeiten (den Garten erstmal wieder in einen Garten verwandeln. Ja, ich versuche Zaubern zu lernen…)

Irgendwie sehen meine Vorhaben / Pläne immer gleich aus, oder?

Ich habe jetzt nachgesehen, was meine Gedanken letztes Jahr zum März gewesen sind und ich musste erleichert feststellen, dass meine Vorhaben nicht immer dieselben sind. Damals überlegte ich, ob ich im Camp NaNoWriMo mitmache (frage ich mich heute nicht mal mehr), ich war versucht eine AtoZ-Blogging-Challenge mitzumachen (Ha! Bin versucht, aber nein, ich widerstehe) und ein potentieller 6. Teil meiner Sci-Fi Reihe kündigte sich an. Schon vor dem Neuschreiben von Band 1 war dieser Teil beschlossene Sache, aber dafür hat sich nach dem Neuschreiben jetzt auch noch ein 7. Teil angekündigt… Ich bin am Besten ruhig, was meine Planung bzgl. anderer Projekte angeht.

Gibt es bei Euch besondere Pläne oder Projekte, die sich immer wieder wiederholen und dann plötzlich ändern?

Wie ich einen Schmetterling fangen wollte und stattdessen einen Dinosaurier ritt

Nein, keine Angst, ich fange jetzt keine Rezension für einen urkomischen schwedischen Roman an (auch wenn der Titel dieses Eintrags das vielleicht vermuten lässt). Ich beginne mit meiner Beitragsreihe zum Thema: Wie ein Roman entsteht.
Da mein Roman Teil einer ganzen Serie ist, könnte das Thema auch lauten: Wie ich ein Monstrum schuf.
Oder so ähnlich…

Zuerst einmal komme ich zum wichtigsten Teil: Den anvisierten Keksen

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Ja, ok. Ich geb’s zu. Sie sind nicht mehr ganz frisch (von Weihnachten), aber sie waren sehr lecker und es hat niemand was davon gesagt, dass Ihr die Kekse auch essen dürft. Oder???

So, und jetzt zu der Entstehungsgeschichte.
Wie jeder weiß, der sich schon mal in der Bibel verirrt hat, fängt die Entstehungsgeschichte nie beim eigentlichen Werk an, sondern schon viel früher. So war das auch bei mir.
Ich begann meine schriftstellerische Tätigkeit 😉 als Fünfjährige. Ich lieh mir Comics von meinem älteren Cousin aus, Mickey Mouse, und zerschnitt sie mit Begeisterung, um neue, in meinen Augen „bessere“ Geschichten zu erzählen. Ich muss nicht erwähnen, dass diese ersten Versuche einen Höllenärger mit sich brachten und dazu führten, das mir für lange Zeit niemand mehr was leihen wollte, oder?
Aus diesem Grund musste ich also schnell schreiben lernen. Ich erinnere mich an eine Aussage meiner Lehrerin aus der 1. oder 2. Klasse, dass ich es so eilig hatte mit dem Schreiben lernen, dass ich keine Zeit für Grammatik und Rechtschreibung hatte. Mir ging es um die Buchstaben, die möglichst zusammenhängend ein Wort, einen Satz, eine Geschichte ergeben sollten. Das diese Geschichten nur mit Rechtschreibung und Grammatik auch für andere lesbar sein würden, begriff ich leider erst sehr viel später (eigentlich arbeite ich noch an dieser Erkenntnis…).
Ich schrieb also wie eine Wahnsinnige. Immer und zu jeder Zeit, und jeder, der mich nicht beim Schreiben erwischte, sah mich lesen und irgendwann hatte ich dann auch meinen eigenen Fernseher und plötzlich kam ein drittes, süchtigmachendes Medium hinzu. Aber wer jetzt denkt, dass ich durch den Fernseher weniger geschrieben habe, irrt sich. Es wurde fast noch mehr, denn ich entdeckte etwas, von dem ich Jahre später erst erfuhr, dass es sogar ein eigenes Genre war: die Fanfiction.
Damals wußte ich das noch nicht. Ich sah nur etwas im Fernsehen, verliebte mich in die Gestalten und schrieb ihnen eigene Geschichten, quasi so wie damals als ich das Mickey Mouse Comic umgestaltete. (Ihr freut Euch jetzt sicherlich, dass diese ganze uralte Geschichte tatsächlich noch einen Sinn hat, oder?)
Dank des Fernsehers kristallisierte sich bei mir noch etwas heraus: Ich sah gerne fern (mach ich noch heute 🙂 ), aber ich schrieb nur Geschichten zu Filmen oder Serien, die ich wirklich absolut liebte. Ich sah damals bestimmt zuviel Schrott und Mist und Sachen, die man 8, 9, 10jährigen heute bestimmt nicht mehr zeigt (z.B. hätte ich auf die ganzen Dracula-Gruselfilme echt gerne verzichten können), aber ich sah auch Robin Hood, Enterprise und Kampfstern Galactica und ich liebte es so sehr, dass meine gesamte Fantasiewelt schon ziemlich schnell nur noch um diese Geschichten kreiste. Es fand sich auch prompt ein Fehler in meiner Begeisterung. Die Serien dauerten immer nur 45 Minuten und waren kurzlebig und auch wenn meine Begeisterung länger hielt, so lernte ich durch diese Serien doch irgendwie nie, dass eine Geschichte nicht nur aus einer einzelnen fantastischen Szene bestand, sondern dass sie auch ein Anfang, ein Mittelteil und ein Ende haben musste. Kurz und gut: Ich fing unglaublich viele Geschichten an, schrieb einige auch über Wochen und Monate (und habe sie noch heute wohl versteckt im Regal stehen), aber ihnen allen fehlte etwas, das Ende, der Anfang, das Ding dazwischen. Es waren im nachhinein betrachtet nur Szenen mittendrin. Ich hatte das aufgeschrieben, was mir am Besten gefiel, was mir in einzelnen Folgen fehlte oder was ich mir für bestimmte Gestalten in den Serien wünschte (z.B. hatte der eine Freund von Robin Hood eine tragische Liebesgeschichte hinter sich und ich habe bestimmt 20 verschiedene Szenen in meinem Ordner, wo besagter Freund seine lange verstorben geglaubte große Liebe wiederfand… was sie dann machen, war mir egal, wieso sie noch lebte, wo sie all die Jahre war und wie sie sich wiederfanden, hat mich zu seitenlangen Begeisterungen ausufern lassen).
Ich lernte also schreiben, aber irgendwie auch nicht. Und ich hatte meine Lieblingsgenres entdeckt. Das Leben als angehende Autorin hätte an dieser Stelle perfekt sein können. Ich nahm an Wettbewerben teil, nur an kleinen und auch nur sehr selten, aber immerhin. Wettbewerbe zwangen mich dazu, meinen Geschichten ein Anfang und ein Ende zu geben und das war echt schwer für mich. Ich hatte mich in die mühelose Art des Schreibens verliebt. Einfach nur einzelne Szenen oder Momente einfangen und damit zufrieden sein und für lange Jahre tat ich das.
Eine dieser einfachen Szenen verband dann meine beiden Lieblingsgenres miteinander. Ich sah eine junge Frau vor mir, die in einer mittelalterlichen Höhle steht und offenbar gerade aus einem Raumschiff gestiegen war und ich war fasziniert. Ich schrieb diese Szene auf und als sie fertig war, war ich zufrieden. Das Leben ging weiter. Irgendwann hatte ich noch eine Szene vor Augen. Dieselbe junge Frau, eine andere Umgebung. Ich schrieb und schrieb und im Laufe von zwei Jahren hatte ich mal eine Szene vom Anfang, mal eine aus der Mitte, mal eine kurz vor Ende und irgendwann schob ich diese einzelnen Kapitel zusammen und stellte fest: „Das ist ein Buch!“ Da fehlte nur noch ein wenig Mörtel zwischen den einzelnen Szenen, aber es war ein fertiges Buch von knapp 230 Seiten und ich hatte keine Ahnung, wie das entstanden war. Das waren doch nur einzelne Szenen gewesen! Da hatte es keinen Plan und keine komplizierte Ausarbeitung vorher gegeben und doch war alles drin, was ein Buch brauchte. Ich war begeistert – und lehnte mich sehr zufrieden zurück. Ich hatte das Gefühl, durch das Schreiben von einzelnen Szenen, oftmals kleine Einblicke nur, einen wunderschönen, zarten Schmetterling erschaffen zu haben, auf den ich stolz sein konnte. Er war bunt und ich liebe Schmetterlinge (wer nicht?).
Für einen kurzen Moment tauchte ich wieder in die Welt der Fanfictions ein. Ich lernte besser zu schreiben, bekam ein begeistertes Publikum für meine Geschichten und wieder hätte das Leben als Autorin nicht schöner sein können.

Eines Tages hatte ich allerdings wieder eine Szene vor Augen.
Ein Mann saß in einer Bar. Es war dunkel. Die Bar hatte etwas übermodernes und gleichzeitig schrottreifes und hinter dem Tresen stand eine junge Frau, deren lustiges und fröhliches Aussehen einen genauen Gegensatz zum grummeligen, stummen Mann bot. Ich wußte, diese Szene musste ich schreiben und das tat ich. Ich war zufrieden.
Einige Zeit später hatte ich eine weitere Szene im Kopf.
Ein Mann sitzt in einem Raumschiff. Er stürzt auf einer fremden Welt ab und versucht sich dort allein durchzuschlagen.
Mir war sofort klar, dass dieser Mann zu der vorhergehenden Szene mit der Bar gehörte, aber mein Schreibmuskel funktionierte offenbar nicht auf die einfache und leicht verständliche Weise. Wißt Ihr, ich sehe diese Szenen nicht mit irgendwelchen Schauspielern in meinem Kopf. Ich fühle sie eher. Es ist so, als wenn ihr im Dunkeln durch Eure Küche geht. Es ist wirklich komplett stockfinstere Nacht und Ihr wisst trotzdem, dass direkt vor Euch der Küchenstuhl steht und das dahinter die Herdplatte ist, die vielleicht kein Licht mehr abgibt, aber die trotzdem noch warm ist. Ihr könnt das spüren, auch wenn Ihr es nicht seht. So geht es mir mit diesen Szenen. Ich kann spüren, dass der Mann in der Bar fix und fertig mit seiner Welt ist, dass die junge Frau ihn kennt, aber ein Geheimnis hat und das der Mann, der abstürzt, glaubt zu sterben. Ich kann all das fühlen, aber ich seh nicht wirklich, wie es aussieht. Darum hatte ich auch nur das Gefühl, dass der Abstürzende wesentlich jünger war als der Barmann. Ich ordnete die Szene also weiter vorne ein.
In der nächsten Szene, die kurz darauf in meinem Kopf erschien, steht der Mann in einer Art Glaskasten. Um ihn herum sind ein paar Freunde von ihm zu sehen. Sie sind verletzt und offensichtlich gefangen. Er ist gefangen. Auf der anderen Seite des Glaskastens steht eine junge Frau, umgeben von einer wütenden Menge, die den Leuten im Glaskasten die Pest an den Hals wünscht.
An dieser Stelle bin ich zunächst einmal ratlos. Ich seh die Szene, ich schreibe sie auf und ich liebe, was ich schreibe. Aber es ergibt keinen Sinn und das verwirrt mich unglaublich.
Der Barmann ist älter als der Abstürzende. Der Gefangene kann sehr wohl der Abgestürzte sein, der von seinen Feinden gefangen genommen wurde, aber warum wirkt auch er dann älter? Wo in der Geschichte passt dieser Teil herein?

Mir kam zum ersten Mal der Gedanke, dass es sich vielleicht, möglicherweise, eventuell nicht um dasselbe Buch handeln könnte. Aber hallo? Ich hatte bisher gerade mal Fanfictions und ein einziges Buch richtig beendet. Wieso sollte ich plötzlich die Ideen für zwei Bücher haben? Nein, das passte alles nicht.

Eine weitere Szene tauchte auf.
Dieses Mal eindeutig ein Raumschiff. Ein Mann, offensichtlich schwer verletzt, schleicht allein durch die Gänge und seine Freunde, die ihm immer mit großem Abstand folgen machen sich Sorgen um ihn. Eine Fremde sagt schließlich etwas beleidigendes und löst damit einen Kampf zwischen sich und seinen Freunden aus. Interessanter Weise ist sie aber die Einzige, die schließlich zu dem Verletzten vordringt.
Merkt Ihr, dass der Plot genauer klingt als das, was ich vorher beschrieben habe?
Das ist so, weil mir dieser Teil in dem Moment viel genauer vor Augen stand und ich saß einfach nur da, hatte diese Szene von dem Mann, der durch die Gänge schleicht und ich wußte, er gehörte zu den vorherigen Szenen, aber er war kein Bestandteil desselben Buches. Wie keine einzelne Szene Bestandteil desselben Buches war!
Das waren insgesamt vier Szenen ein und derselben Buchreihe. Sie spielten im selben Universum, hatten zum größten Teil dieselben Charaktere, aber unterschiedliche Geschichten und ich saß einfach nur dar, starrte meine Aufzeichungen an und bekam Panik.
Ich mochte vielleicht Serien im Fernsehen sehr gerne anschauen, aber doch nicht selber eine schreiben!
Nein, auf keinen Fall. Ich nicht.

Aber die Geschichten ließen mich nicht los. Die Charaktere begannen in meinem Kopf ein Eigenleben zu entwickeln. Sie wurden lebendiger und aufdringlicher und wenn es eine einstweilige Verfügung gegen nervige Charaktere geben würde, ich hätte sie bestimmt gegen jeden Einzelnen von ihnen erwirkt.
Es gab diese Verfügung aber nicht und so hockte ich schließlich da und schrieb auf einem großen Zettel all das auf, was ich nun über sie wußte. Es war nicht viel, und es gab mir zu denken. Die zeitliche Abstimmung war eigenartig. Die Zusammenhängen noch katastrophaler und ich wußte eigentlich nur eines ganz sicher: Das Ding war viel zu groß für mich und viel zu kompliziert. Da spielten Dinge zeitgleich in unterschiedlichen Büchern und ich hatte keine Ahnung, wie ich das hinkriegen sollte.
Wenn in dem Moment jemand gekommen wäre und mir angeboten hätte, das Ding zu schreiben, ich hätte ihm noch Geld dazu in die Hand gegeben. Meine eigene Idee machte mir Angst und ich war mich sicher, dass ich niemals gut genug schreiben würde können, um das auch nur halb so gut umsetzen zu können, wie es sein sollte.

Plötzlich tauchte eine weitere Szene auf.
Ein junges, sehr ungleiches Paar stritt sich auf einer schneeverschneiten Oberfläche. Im Hintergrund war ein qualmendes Raumschiff, offensichtlich abgestürzt zu sehen, und im Vordergrund eine Sicherheit und Schutz vor dem Wetter versprechende Höhle. Das Paar stritt sich immer noch.
Und ich dachte mir: „Hey, das klingt einfach. Das krieg ich hin.“
Innerhalb von einer Woche hatte ich mir den kompletten Plot ausgedacht. Er war immer noch einfach und die einzige Schwierigkeit, die ich für mich sah, war die, dass das streitende Paar am Ende als verliebtes Paar in den Sonnenuntergang reiten, äh, fliegen sollte. Aber der Rest? Super easy einfach.
Ich schrieb die Geschichte und mittendrin, fast gegen Ende, tauchte ein anderer Typ auf. Ein großer, stummer Kerl, der die Verantwortung für die gesamte Welt auf den Schultern zu tragen schien und der der beste Freund des Kerls war, der sich andauernd mit seiner Freundin stritt.
Und wieder dachte ich: „Hey, du klingst, als wenn du in einer Bar ziemlich zufrieden wärst, wenn dich die Kleine hinter dem Tresen nicht nerven würde. Das ist auf jedenfall einfach zu schreiben. Das krieg ich hin.“

Ihr ahnt, wo das hingeführt hat, oder?
Aus einer einfachen Szenenidee ist so über den Zeitraum von gut einem Jahr eine Geschichtenreihe geworden, die derzeit fünf Bände umfasst. Die Ausarbeitung erfolgte nur anhand dieser einzelnen, sehr schwammigen Szenen, die immer noch Bestandteil der Geschichten sind (meistens der Anfang) und das Schreiben der jeweiligen Geschichte hat im Schnitt 1,5 Jahre gekostet. Bei jedem Teil dachte ich, ich wäre nicht gut genug, die Geschichte zu schreiben, jeder einzelne erschien mir zu schwer, zu hart, zu gewaltig und doch habe ich mich der Reihe nach durch die Geschichten gekämpft und mit jeder Einzelnen sehr viel gelernt.
Den fünften Teil habe ich letztes Jahr um diese Zeit beendet und ich dachte wirklich, nachdem ich über Jahre hinweg keine neue Szene im Kopf hatte, dass das der letzte Teil war. Aber ich mag die Geschichten und die Charaktere nicht loslassen und ich habe das Gefühl, es ist noch lange nicht alles davon erzählt und so begann ich nachzudenken. Ich suchte zum ersten Mal aktiv nach Ideen für Teil 6 und hatte auch recht schnell welche. Dann überarbeitete ich Band 1, fand ihn gruselig, beachtete das aber nicht weiter. Findet nicht jeder Autor irgendwann seine Geschichten schlimm? Ich überarbeitete Band 2 und liebte die Geschichte. Ich merkte, dass Band 1 einfach wirklich schlecht war. Ausgerechnet die erste Geschichte, die Leichte, die mich überhaupt dazu gebracht hatte, die Geschichten aufzuschreiben und die mir den Mut gegeben hatte, es zu probieren, war nun nicht mehr gut genug. Die Charaktere erschienen mir wie Abziehpuppen, blass und hohl und unendlich langweilig.
Ich begann die Geschichte neu zu schreiben.
Inzwischen bin ich 130k Wörter in dem neuen 1. Teil, sie ist nicht mehr klein und einfach, sie streiten sich immer noch und sie frieren sich immer noch den Hinter auf dem ewigen Schnee ab, aber die Geschichte lebt und all die Veränderungen, die ich jetzt hineinbringe, lassen ich jetzt schon kribbelig werden, wenn ich an das Überarbeiten der anderen Teile denke.

Die Geschichten sind nicht mehr einfach, zart und hübsch, sie sind riesig, monströs und wahre Dinosaurier 🙂

Wie dieser Beitrag hier 🙂 🙂 🙂
Ich verspreche der Nächste wird kürzer.

Das Plagiat

Ich wollte eigentlich nichts zu diesem Thema sagen. Es geht jetzt seit Wochen in den Medien rum, schmeißt Dreck auf Schuldige und Unschuldige, verunglimpft Selfpublisher und führt dazu, dass ich in Foren Leute sagen hören „Das kann doch jedem Mal passieren“.

Mich nervt das Thema gewaltig!

Ja, ich weiß. Es geht uns alle an. Ob wir nun nur Leser, Autoren oder einfach nur Konsumenten von was auch immer sind. Was da passisert ist, ist Diebstahl und damit weder rechtlich in Ordnung noch durch irgendeine Ausrede moralisch vertretbar. Es sollte bestrafft werden und den Autoren, die wirklich schuldig sind, sollte man in Zukunft genauer auf die Finger gucken (wenn sie sich denn überhaupt noch trauen Bücher unter ihrem nun schmutzigen Namen zu veröffentlichen).

Aber was mich am Meisten nervt, ist folgendes: Ich habe das Gefühl, diese entdeckten Plagiate tauchen jetzt nicht zufällig auf. Im Gegenteil. Kaum gibt es mal wieder das Gerede darüber, dass die Verlagswelt in Schwierigkeiten steckt und das man es als Autor sowieso viel einfacher hat Bücher zu verkaufen, wenn man als SP unterwegs, gibt es plötzlich immer wieder Gerede darüber, dass Bücher nur gut werden können, wenn ein ordentliches Lektorat und ein großer Verlag dahinter stecken.
Nichts gegen ein ordentliches Lektorat, versteht mich da nicht falsch!
Aber ein Lektorat hat nicht zwangsläufig etwas mit einem Verlag zu tun, der dann 70% der Einnahmen aus dem Buch einstreicht und dem Autoren alle Werbung überlässt.
Trotzdem höre ich in Foren genau dieses Argument „Wenn es nicht so viele freie Autoren gäben würde, wäre da auch nicht soviel Lug und Betrug in der Buchwelt unterwegs“.
Als wenn jeder, der seine Geschichten ohne Verlag veröffentlicht automatisch klaut und betrügt!
Und da die Berichte über diese Plagiate überhaupt nicht aufzuhören scheinen, vermute ich inzwischen, dass das verlagsweltmäßig genauso gewollt ist. Das wiederum hat dann nichts mehr mit Plagiate, sondern mit Rufschädigung aller SP zu tun und das nervt mich unglaubtlich!
(vor allem, wenn ich mich daran erinnere, dass zwei von den vier überführten Plagiatoren Verlagsautoren waren 🙂 )

 

Das waren meine 5cent zu dem Thema.

 

Ärgert sich noch jemand…

wenn andere sich nicht fünf Minuten lang für Details interessieren?

In Büchern schluck ich das oftmals, mit Glück überseh ich das auch, meistens leider nicht.
Aber in Filmen und Serien macht es mich wahnsinnig.

Es gibt da einen Actionfilm, dessen Namen ich zum Glück vergessen habe, der in Südamerika spielt. Es gibt wilde Verfolgungsjagden, die Bösen schießen auf alles, was sich bewegt und die Guten entkommen immer wieder nur knapp. Und mittendrin fährt ein nageleuer grüne Käfer durch die Straßen. Er ist neu, umgeben von alten Schrottkarren, und richtig, richtig grün. Er würde selbst einem Blinden auffallen, der sich den Film von seinem Hund erklären lassen muss! Und dieses dämliche Auto hat rein gar nichts mit der Handlung zu tun!

Dann gibt es einen uralten Film mit Don Johnsen. Auch hier weiß ich den Titel nicht mehr, ich gönnte es googlen, bin aber nicht motiviert dazu. Ich habe den Film geliebt, weil ich DJ mochte 🙂 und weil er eine geniale Stimmung hat. ABER da gibt es eine Szene, sie soll romantisch-erotisch sein, wo DJ mit der Angebeten in den Sümpfen zum Kuscheln kommt *hust* Sie trägt eine versnobte Bluse und eine Perlenkette. Diese Perlenkette ist mal lang, mal kurz, mal liegt sie auf der Bluse, mal auf der nackten Haut, dann wieder auf der Bluse unter dem Kragen – und alles innerhalb von einem Atemzug in der Szene! Ich habe den Film das erste Mal gesehen und mir fiel diese dämliche Perlenkette auf. Da ich den Film mochte habe ich ihn noch ein weiteres Mal gesehen, aber diese Perlenkette ging mir so auf den Geist, dass die romantisch-erotische Stimmung ein Lachdisaster für mich wurde. Seitdem habe ich den Film nie wieder gesehen, weil mich sowas einfach nervt.

Alles, was jetzt kommt, beinhaltet Spoiler für „Legends of Tomorrow“. Wer es nicht gesehen hat und noch sehen will, sollte später auf diesen Eintrag zurückkommen! Dies ist Eure Spoilerwarnung!

Gestern Abend habe ich nun die 3. Folge von „Legends of Tomorrow“ gesehen. Ich bin ja bekennender Comic-Fan und bis auf ein paar wenige Gestalten aus den alten Comics, mochte ich, glaube ich, jeden Superhelden (die wenigen Gestalten waren grün und hulkig oder steinern und hulkig 🙂 ). Insofern gehöre ich zu den wenigen, die sich noch an Comichefte mit Falke und Falkfrau erinnern. Ich mochte den Falken in den Comics immer sehr gerne, aber ich fand ihn und seine Partnerin zu zahm. Wenn mein Sohn heutzutage genervt ist, weil Superman immer nur gut und ordentlich ist, so dachte ich das immer von Falke. In der neuen Serie ist das nun nicht so. Falke ist ein wenig überheblich *prust* und sehr von sich und dem Schicksal überzeugt. Ich muss gestehen, ich war sehr begeistert, als er seine große Liebe so einfach vom Dach schubst (okay, das war in Flash oder Arrow, egal). Ich kann also sagen, dass ich mich auf die „Legends“ wegen der Comics, Wentworth Miller (ähm…) und der Storyline Hawkman gefreut habe – und dann töten sie ihn in Folge 2? *blinzel*
Gut, dachte ich mir. Das Ding ist eine Zeitmaschine. Bleiben wir ruhig und entspannt. Ich schau mir Folge 3 an, und sie beerdigen ihn? *schnaub*
An dieser Stelle hatte ich gestern Abend das Gefühl, die Autoren hätten nicht fünf Minuten über die Handlung nachgedacht. Also, ich meine, über die Handlung von mehr als einer Folge. Ich dachte immer, wenn ich als Autor mir einen Handlungsstrang zurecht lege, der ein ganzes Buch umfassen soll (oder eine Buchreihe), dann machen das andere Autoren auch, und gerade Autoren für Fernsehserien sollten sowas doch tun, oder? Bin ich da zu naiv?
Egal. Was mich jetzt aber heute Nacht wirklich wahnsinnig gemacht hat, war ein kleines Detail: Ich schlief sehr friedlich und gut eingekuschelt in meinem Bett, und plötzlich war ich hellwach und hatte diese Szene von gestern vor Augen. Der Bösewicht ritzt Hawkmans Kehle und Blut fließt heraus, dass Bösewicht dann trinkt und um der Unsterblichkeitwillen an seine Folger weiterreicht. Gleichzeitig sagen alle, dass Hawkman bereits 24 Stunden tot ist.
Heute Nacht saß ich also da und fragte mich, ob ich die Einzige bin, die in Bio aufgepasst hat. Ohne Herzschlag fließt Blut nämlich nicht mehr und gerinnt. Es wird zu einer klumpigen Masse. Selbst wenn der Bösewicht dem Falken den Hals komplett aufgeschnitten hätte, wäre da also nur  glibbrigeer Saft rausgekommen und davon auch nur ein paar Tropfen. Hätte er den Falken an den Füßen aufgehängt, wäre das mehr gewesen, aber immer noch Glibbersaft. Und in der Serie wird das in einem Becher aufgefangen und getrunken? Das geht einfach nicht. Punkt. Und es nervt mich!
Ich weiß, man könnte jetzt sagen, dass das dichterische Freiheit ist, aber sowas finde ich einfach unglaublich störend.
Ein weiterer Aspekt ist, dass sie Zeitreisen begehen und vorher groß und breit erklärt wurde, dass es ein gewisses Risiko gibt, wenn man die Zeitlinie unterbricht. Das Risiko der Unterbrechung ist beim Bösewicht gewollt, aber alle anderen sollten bitte vorsichtig sein. Und dann töten sie ungeniert Leute? Was ist denn mit dem Risiko? Was ist, wenn einer der jetzigen Gegner ein Kind gehabt hätte, dass etwas Besonderes gemacht hätte? Ich finde, da hätte dieser Timemaster wenigstens mal einen Satz zu sagen können.

Und auch das nervt mich!

Das sind Details, die mich einfach ärgern. Ich kann darüber hinwegsehen, wenn Rechtschreibfehler in Büchern vorkommen oder wenn Vampire in Serien um der Handlung willen Erektionen haben (was auch wiederum ein schlagendes Herz benötigt…), aber es sind diese Kleinigkeiten, die mich absolut wahnsinnig machen. Es sind die Dinge, die nur zwei Sekunden nachdenken erfordern, eine Minute googlen im Netz und schon hat man eine zufriedenstelle Lösung für das Problem und niemand muss sich ärgern. Aber genauso wie den Filmemachern mit der Perlenkette die Mühe zuviel war, die Szene nochmal einheitlich zu drehen, genauso wie die Filmemacher mit dem Käfer sich keine Gedanken um den sehr auffallenden Wagen gemacht haben, genauso wenig haben sich die Autoren der „Legends“ offensichtlich Gedanken um einfache Biologie gemacht. *seufz*

Da frag ich mich, warum ich wegen jeder Kleinigkeit stundenlang nach Fakten google und mich informiere. Ich habe mich mal für eine Geschichte mit Gezeitenströme vor Nordamerika befasst, eine andere Geschichte benötigte eine bestimmte räumliche Umgebung und ich habe Stunden damit zugebracht, diese im Netz zu finden. Wieder eine Geschichte benötigte eine Verletzung, die dramatisch, aber auch mit einfachsten Mitteln und ohne chirurgische Ausbildung zu beheben war, und ich habe mit der Suche nach dieser Verletzung und der Heilung dazu sogar meinen Mann wahnsinnig gemacht (der als Arzt ja nun wirklich medizinisches Vorwissen hatte, aber dennoch anfing zu googlen, um noch bessere Möglichkeiten zu finden).

Ich denke, all sowas ist für Autoren normal. Es gibt den dichterischen Freiraum und es gibt Fakten, die nachgeforscht werden müssen.
Wie seht Ihr das? Stören Euch solche „Fehler“? Findet Ihr sie lächerlich oder unterhaltsam oder regen sie Euch auf wie mich?

 

(und nur mal so am Rande: Wenn Hawkman in dieser Serie nur noch als Erinnerung auftaucht, schrei ich! Diese Flashbacks gingen/gehen mir bei Arrow schon auf die Nerven. Ich brauch nicht noch eine Serie damit! Wozu haben sie eigentlich diese dämliche Zeitmaschine? Die sollen machen, dass sie in die Vergangenheit kommen, Hawkman retten und dann ist alles gut. Dann muss ich mich auch nicht mehr über glibbriges Blut aufregen)

 

 

Der jahresübergreifende Wahnsinn – Tag 4

Von den 50k kann ich mich so langsam wirklich verabschieden, aber immerhin habe ich trotzdem schon eine ganze Menge in 4 Tagen geschrieben, nämlich exakt 18856 Wörter.

Ich bin in der Geschichte drin und auch wenn ich einige Absätze habe, wo ich mir jetzt schon denke „Die werd ich nochmal überarbeiten müssen“, ist das besser als wenn ich nichts davon hätte.

Das neue Jahr ist also gut gestartet!

 

Ein Rückblick auf 2015

Ich werfe gerade, um mich vor der dringend anstehenden Putzarbeit zu drücken, einen intensiven Blick auf das Jahr 2015. Seht Ihr mich geradezu hypnotisch starren?

Dabei fiel mir mein doch sehr häufig benutzter Blog hier ein und ich dachte mir, was liegt näher als mal einen wirklichen Blick auf das Jahr zu werfen?
Was ist alles passiert?
Was war mir wichtig?
Was ein kompletter Fehlschlag?

Die Ergebnisse dieser intensiven Grübeleien, könnt Ihr im Weiteren lesen 😉

Januar 2015:
Der Monat war offenbar „inspirationslos“, denn bis auf Freitagsfüller und meine Bücherliste habe ich nichts gepostet. Da hätte ich von mir ein wenig mehr erwartet!

Februar 2015:
Auch der Februar war offenbar nichts besonders aufregendes. Tinka hatte mich zum „Liebster Award“ nominiert und damit durfte ich 11 Fragen beantworen. Das war eigentlich ganz nett. Ich stelle im Nachhinein fest, dass ich sowas sehr gerne mag. Hätte ich irgendwie selber nicht gedacht.

März 2015:
Ich beendete, vorerst, meine Sci-Fi-Reihe. Beim Lesen des Beitrags dazu, kann ich immer noch spüren, wie aufgeregt ich damals war 😉 Inzwischen ist allerdings einiges Wasser der Berg hinuntergelaufen, wie man so schön sagt, und ich weiß, dass noch so viel Arbeit in dem Projekt steckt, dass von „Beenden“ nicht wirklich die Rede sein kann.

April 2015:
Im April habe ich angefangen zu editieren. Nicht nur meine Geschichte, sondern auch alles andere. Und ich habe den damals neuen Black Dagger Roman von J.R. Ward gelesen. Ich glaube, es gibt kaum eine Autorin, die mich immer wieder so begeistern kann.

Mai 2015:
Ich habe veröffentlicht!
Für diese Veröffentlichung habe ich mir eine meiner Geschichten ausgesucht, die durch drei verschiedene Beta-Leser gegangen ist und die von jedem begeistert gelobt wurde. Zwei der Betas waren dabei vorher nicht mal meine Freunde! Ich war also sehr optimistisch, dass das, was alle sagte, richtig wäre… War es vielleicht auch, aber trotzdem war die Geschichte noch nicht fertig. Im Nachhinein war die Veröffentlichung zu früh und zu übereilt, auch wenn ich Jahre dazu benötigt habe. Das Buch ist immer noch auf allen Plattformen zu haben, aber ich mache keine Werbung mehr dafür und hoffe, dass niemand mehr Geld dafür ausgibt. Ich will es nur nicht runternehmen, weil ich befürchte, es dann nie wieder zu versuchen. So schwebt immer in meinem Hinterkopf, dass da noch etwas ist, dass ich machen will. Klingt blöd, oder?

Juni 2015:
Ich habe mich im Juni mit dem Editieren von dem ersten Teil der ANTARES Saga beschäftigt. Offenbar gab es mehr nicht über den Monat zu berichten 😉

Juli 2015:
Mein Buch kam auf die Shortlist von neobooks. Das war super aufregend – auch wenn mir bewußt war, dass es eigentlich noch nicht richtig fertig war. Das Urteil der Lektoren fiel dann auch dementsprechend aus, aber das war kein Drama. Ansonsten war ich noch mit dem Editieren von Band I fertig geworden. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mit der Handlung offenbar kaum Probleme. Ich frage mich, warum ich dann die Geschichte jetzt noch einmal schreibe…

August 2015:
Mein PC starb eines unverhofften Todes. Zum Glück gelang es mir vorher noch meine Geschichten und einen Teil meiner darauf gespeicherten ebooks zu retten. Und ich habe den II. Band von ANTARES innerhalb von gut zwei Wochen fertig editiert. Der Unterschied vom ersten zum zweiten Teil war deutlich sichtbar und so kam der Entschluss die Geschichte noch einmal zu schreiben, was ich jetzt endlich, vier Monate später, mache.

September 2015:
Der September war geprägt von Schreibratgebern, guten wie schlechten, und dem ersten NaNo-Schatten.

Oktober 2015:
Tinka hat einmal wieder Fragen gestellt und ich freute mich, sie zu beantworten. Wie schon erwähnt, mag ich das offenbar gerne. Wenn jemand also etwas wissen will? 🙂 Natürlich war die Vorarbeit für den NaNo ein großer Oktober-Bestandteil. Ich frage mich, ob ich wirklich mal ein Jahr erleben werde, wo ich mich im Oktober für eine Geschichte entscheide, diese im November schreibe und dann im Dezember noch damit zufrieden bin. Aber eigentlich hatte ich das im NaNo 2014, also darf ich mich wohl kaum beschweren.

November 2015:
Der NaNo-Monat. So eigenartig und doof wie selten zuvor. Ich habe geschrieben, gelöscht, neu angefangen, mich über das Forum geärgert, mich über mich selbst geärgert, wieder geschrieben, wieder geärgert… und trotzdem gewonnen und seitdem das Ding aka Geschichte nie wieder angesehen. Den NaNo dürfen wir gerne aus der Erinnerung streichen!

Dezember 2015:
Ich versuche zu schreiben, bin von der Arbeit überlastet und fasse schließlich den verrückten Entschluss die 50k5d Challenge mitzumachen. Ach, und ich habe das erste Mal Weihnachten ohne Weihnachtsbaum gefeiert! War überraschend unproblematisch. Da hätte ich, trotz des inneren Grinch, ein beklemmenderes, enttäuschtes Gefühl erwartet.

 

Ach, und Neujahrsvorsätze habe ich auch!
Ich werde den morgigen Tag genießen (ist Neujahr und das ist mein Vorsatz 🙂 )

Ansonsten will ich ab nächste Woche (ich habe noch drei Tage Urlaub) wieder mit meinem Sport anfangen. Da der Winter offenbar ausbleibt, kann ich es mit dem Laufen wieder probieren und meine Yoga-Matte schaut mich seit ein paar Wochen auch schon wieder traurig an. Mein tägliches Schreibprogramm dürfte, seit meinem Projektplan von Anfang Dezember (zu finden unter aktuelle Projekte) auch klar sein.
Aber ich möchte noch etwas Neues anfangen. Vielleicht mal wieder eine Challenge? Da gab es doch so viele! Vielleicht die wöchentlichen Fotos oder Bilder? Meinetwegen auch Socken stricken? Auf jeden Fall etwas, um den Alltag ein wenig zu verändern. Mal sehen, ob und was ich mache.

Rutscht gut rein! Feiert nicht zu doll und habt vor allem Spaß!