Tinkas NaNo Fragen Teil 5 – Abschluß NaNo 2016

Hallo Ihr Lieben,

Tinka hat mal wieder gefragt und ich antworte sehr gerne 🙂

nano-fragen

1. So, die Halbzeit ist rum, jetzt heißt es nochmal Gas geben und die Kraftreserven für die zweite Hälfte mobilisieren. Wie läuft es gerade bei dir?
Ich habe heute das letzte Wort unter der Geschichte geschrieben, bin auf die Webseite gegangen und wollte meine Zahl eingeben und habe gesehen, dass man schon validieren kann. Ergebnis: Ich habe mein „Winner“ bekommen (mit 500 Wörtern mehr als ich gezählt hatte… sehr merkwürdig!) und insofern muss ich kein Gas mehr geben. Was gut ist, da ich morgen für 8 Tage auf Fortbildung fahre und dann kaum zum Schreiben kommen werde.

2. Was ist dein Lieblingszitat aus deiner Geschichte?
Ich habe keines. Die ganze Geschichte ist nicht so geworden, wie ich wollte. Das heißt, das stimmt nicht. Ich wollte zum ersten Mal innerhalb des NaNos fertig werden und dabei eine (für mich) Kurzgeschichte schreiben und das habe ich auch geschafft, aber irgendwie war das nur noch ein Abtippen von Wörtern und nichts besonderes mehr.

3. Hast du zwischenzeitlich schon daran gedacht, aufzugeben? Warum?
Mehr als einmal. Aber „Aufgeben ist keine Alternative“.
Damit ich einen NaNo vorzeitig abbreche, muss schon schlimmeres passieren.

4. Wer ist dein Vorbild, wenn es ums Schreiben geht und warum?
Früher einmal war das Marion Zimmer Bradley. Ich habe jedes einzelne ihrer Bücher geliebt und verehrt. Und dann habe ich die ganzen unschönen Geschichten über sie gehört und das hat sie vom Heldenthron wieder runtergeholt. Darum habe ich kein richtiges Vorbild mehr. Eigentlich ist jede Autorin und jeder Autor, der es schafft gut Bücher zu schreiben und Leser zu verzaubern mein Vorbild.

5. Wohin würden dein Protagonist und dein Antagonist bei einem Date gehen und was machen sie dort?
Oh, sie hatten ihr Date *kicher* Inmitten einer Burg, umringt von Feinden (jeder von ihnen hatte seine Gefolgschaft dabei), hockten sie vor einem Kaminfeuer und haben das Ende der Welt geplant. Wenn das kein denkwürdiges Date war, weiß ich auch nicht 🙂

Mood-Frage: wie motiviert bist du auf einer Skala von 1-10?
Null.
Ich bin sowas von dankbar, dass ich den NaNo für dieses Jahr beenden kann und dass ich die Geschichte danach wahrscheinlich nie wieder ansehen werde. Wenn es im Januar also heißt „Kommt ihr alle zum Editieren ins Camp?“, werde ich mich entspannt zurücklehnen und ein entschiedenes „Auf keinen Fall unter keinen Umständen“ in die Runde brüllen.
Ich schätze, damit habe ich so gut wie alles mögliche an NaNo-Feeling in den letzten Jahren erlebt, oder?

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NaNoWriMo 2016 – Erster Zwischenbericht

Wie schon angekündigt, habe ich bisher nicht viel zum diesjährigen NaNo hier geschrieben. Aber die liebe Tinka Beere hat Fragen zum NaNo gepostet und da dachte ich, das paßt gut hierher 🙂

nano-fragen

1. Nach den ersten paar Tagen solltest du jetzt schon deinem Protagonisten begegnet sein. Magst du ihn? Warum?
Ich habe meine beiden Protas schon getroffen 🙂 und ich mag sie beide. Er ist ein typischer Alpha-Hero. Er soll jemanden helfen, den er nicht mag und tut das nur, um einem Freund einen Gefallen zu tun. Im Ergebnis knurrt er ständig rum und ist mehr als unfreundlich, aber irgendwie auch sympathisch. Ich als Autorin und später auch der Leser kann sehen, warum er sich verhält, wie er es tut, gleichzeitig kann seine Umgebung das nicht und das macht irgendwie Spaß zu schreiben.
Meine Heldin ist mir auch sehr gut gelungen, was vielleicht daran liegen kann, dass ich noch nicht so richtig weiß, ob sie am Ende der Geschichte „gut“ oder „böse“ sein wird. Sie hat auf jedenfall sehr nette Charakterzüge und Eigenheiten.

2. Zu welcher Tageszeit kannst du am besten schreiben und hat sich durch den NaNo daran etwas geändert?
Das ist unterschiedlich. Ich weigere mich während der Woche eine Stunde früher aufzustehen, um vor der Arbeit noch zu schreiben. Sorry. 5 Uhr Aufstehen reicht. 4 Uhr ist definitiv nicht drin. Insofern schreib ich wochentags abends nach der Arbeit und das klappt auch ganz gut.
Am Wochenende dagegen ist meistens soviel geplant, dass ich Angst habe, überhaupt nicht zum Schreiben zu kommen und darum stell ich mir den Wecker gnadenlos auf eine Zeit, sodass ich 7 Stunden Schlaf bekommen habe und steh dann auch auf. Normalerweise sorgt das für Ruhe beim Schreiben und das genieße ich (außer heute, da prokrastiniere ich seit 8 Uhr…)

3. Was brauchst du auf jeden Fall, um jeden Tag zu schreiben?
Das Gefühl „Zeit zu haben“. Nichts ist schlimmer, als wenn ich immer im Hinterkopf habe, dass ich noch Dinge erledigen muss oder dass ich nur schnell 1000 Wörter schreiben muss, ehe ich etwas anderes tue. Das kann ich gar nicht haben!

4. Wie lautet die verrückteste Richtung, in der du deine Geschichte weiterschreiben könntest? Und würdest du sie tatsächlich so weiterschreiben?
Die verrückteste Richtung wäre eindeutig, dass meine Antagonisten gewinnen. Ich zweifel im Moment noch, ob meine Hauptdarstellerin nun eine gute oder böse Hexe sein wird (theoretisch habe ich knapp 1/4 der Geschichte geschrieben und kann noch zweifeln…), aber sie wird auf jedenfall gewinnen. Darum werde ich das wohl kaum schreiben.

5. *Welche fünf Dinge nimmt dein Protagonist mit in den Urlaub?
Urlaub kennen meine Helden beide nicht. Ich bin darum gerade ein wenig überfragt und versuche mir vorzustellen, was jeder von ihnen in seiner Freizeit am Liebsten tut – und scheitere dabei!
Die Geschichte spielt in so etwas ähnlichem wie unserem Mittelalter. Hatten die da überhaupt sowas wie Urlaub oder Freizeit? Ich glaube nicht so richtig. Darum denke ich, dass mein Held es schon als Positiv empfinden würde, wenn er mal einen Abend mit Freunden am Feuer verbringen könnte – ohne von irgendjemanden angegriffen zu werden. Und meine Heldin würde sich sicherlich über mehr Zeit freuen, ihre eigene Kraft zu erforschen, anstatt immer durch Zufall über neue Dinge zu stolpern.

Mood-Frage: Wie motiviert bist du auf einer Skala von 1-10?
Nachdem ich auf die letzte Fragerunde mit einer Mischung aus 0 und 10 geantwortet habe (glaube ich), kann ich jetzt eine glatte 5 verbuchen. Wenn ich einmal angefangen habe, fasziniert mich die Geschichte. Ich bin über meine neue Technik (Kurzgeschichte *kicher*) begeistert und ich mag die schnellere Entwicklung von allem. Aber mich hinzusetzen und zu schreiben, fällt mir irgendwie schwerer als alle Jahre vorher. Ich trödel mehr herum und finde andere Dinge, die wichtiger sind. Keine Ahnung, warum.

NaNoWriMo 2016

Hallöchen,

es gibt mich noch!

Und ja, ich mache natürlich auch wieder beim NaNo mit 🙂
Dieses Mal aber wohl kaum im NaNo-Forum (außer, wenn es um Treffen geht. Da bin ich vielleicht/wahrscheinlich/mit Glück dabei) und ich werde dieses Mal auch keine großen, täglichen Berichte schreiben.

Fest steht:
Ich schreibe ein komplett neues Projekt.
Ich habe meine übliche Routine befolgt und mir bis zum fast letzten Moment keine großen Gedanken gemacht: Es standen zwei potentielle Geschichten zur Auswahl und eine davon wollte ich schreiben. Dann habe ich gestern Abend gemerkt, dass ich immer viel zu viel schreibe und auch wenn ich meine langen Geschichten selber sehr liebe, will ich es dieses Jahr anders machen.
Das Ergebnis ist, dass ich mir eine Kurzgeschichte einer bekannten Autorin geschnappt und kritisch betrachtet habe. Ich konnte die üblichen Punkte (Hook, Pinch Points, Turning Points, Midpoint, Revolution) sofort erkennen und habe mir aufgeschrieben, auf welcher Seite sie wo in der Geschichte sind. Ihre Geschichte hat knapp 100 Seiten gehabt. Meiner Rechnung nach macht das ca. 50k Wörter (korrigiert mich, sollte ich mich irren). Als Nächstes habe ich mir meinen Geschichtenplot angesehen, beschlossen, dass der keinesfalls unter 300k zu schaffen ist und den Plot in die Schublade gesteckt. Jetzt zurzeit sitz ich also hier und entwerfe eine Art „Kurzgeschichte“ (für meine Verhältnisse), die gleichzeitig so etwas wie der Hintergrund für den eigentlichen 300k Plot ist. Wenn also alles gut geht, habe ich dieses Jahr tatsächlich mal ein Buch von Anfang bis Ende im November geschrieben 🙂
Das Entwerfen des Hintergrundwissens macht mir tierisch viel Spaß und ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich im November erwarten wird!
Ach, ja, und das Thema lautet (passend zum heutigen Halloween): HEXEN

Ich hoffe, Euer November verläuft auch so spannend wie meiner!

NaNo 02.11. – Tag 2

Okay, ich habe mich wieder eingekriegt… jedenfalls halbwegs. Nachdem ich gestern komplett frustriert und genervt war, habe ich beschlossen, dem NaNo-Forum keinen Blick mehr zu schenken und mich einfach auf meine Geschichte zu konzentrieren. Bei allem Spaß und lustigen Treiben im November ist das doch schließlich die Hauptsache, oder?

Dumm war dann nur, dass ich heute wieder zur Arbeit mußte. Ich habe mistig geschlafen und bin insgesamt erschlagen. Theoretisch hatte ich mir 2000 Wörter vorgenommen, aber bis auf blödes Geschwafel ist nichts dabei herausgekommen und das obwohl ich weiß, dass ich die geschriebene Szene eigentlich besser gekonnt hätte! Sowas ärgert mich ungemein!!!

Egal. Immerhin habe ich geschrieben (und nur einen minikurzen Blick ins Forum geworfen! Ich konnte nicht mal Überschriften richtig erkennen) und morgen geht es weiter. Meine eigene Statistik sagt zwar, dass ich bisher kein Glück mit meinen Geschichten hatte, wenn sie so schleppend anfingen, aber Statistiken sind auch nur dazu da um widerlegt zu werden, nicht wahr?

Insgesamt geschriebene Worte: 6025

Form: Müde, unglaublich müde.

 

Ach, und falls Ihr Euch fragt: Der blöde NaNo-Kalender scheint im WordPress im Moment nicht zu funktionieren. Die Zahl, wie ich sie aufschreibe, stimmt aber 😉

Scapple

Man könnte jetzt doch glatt denken, mir fallen keine NaNo-Vorfreude-Posts mehr ein!

Jedenfalls ist es erstaunlich still hier, wenn man mal den Vergleich mit den letzten Jahren zieht. Aber Ihr hattet Euch zu früh gefreut, wenn Ihr das geglaubt habt: Die NaNo-Posts beginnen!!!
(stellt Euch dramatische „Tribute von Panem“ Musik im Hintergrund vor 🙂 )

Ich glaube, ich muss Euch jetzt nicht zum xten Mal erklären, dass ich die Schneeflocken-Methode von Randy Ingermanson liebe oder dass ich finde, dass Scrivener das weltbeste Schreibprogramm überhaupt ist. Insofern lass ich das einfach mal 😉
Dafür erzähl ich Euch ein Stückchen aus meiner Vorbereitungszeit.

Wie schon erwähnt, war ich am Schwanken was die diesjährige Story angeht. Zurzeit schlägt das Pendel extrem in Richtung Hexengeschichte und nachdem ich bereits zweimal nachts mit panisch klopfendem Herzen aufgewacht bin und gleich gedacht habe, dass dieser Alptraum unbedingt in die Geschichte muss, bin ich sehr optimistisch, dass meine Hexe es dieses Jahr schafft geschrieben zu werden.
Ich schnappe mir also Randys Schneeflocke und das 7 Punkte System und kämpfe mich über Tagline und Logline zu den ersten Absätzen vor. Alles läuft „rund“, wie man so schön sagt und plötzlich fällt mir auf, dass ich als Urheber für das ganze Drama in der Geschichte eine Prophezeiung brauche. Nur woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Das Internet weiß für alles Rat, also google ich – und finde nur englische Vorhersagend, die zwar ziemlich klasse klingen, aber eben in Englisch sind. Da ich den Text sowieso schreiben muss (ich glaube kaum, dass es eine Vorhersage mit meinen gewünschten Bedingungen gibt), such ich eigentlich nur deutsche Texte, um ein wenig in den Schreibstil zu kommen. Es ist schließlich ein Unterschied, ob da steht: „Die Sonne ging, der Monde lacht, jetzt wird Radau gemacht“ oder „Der Mond erwachte mit dem Schlaf der Sonne, der Zauber beginnt“… Ihr merkt, die Übersetzung allein klingt holprig. Mir fehlt einfach irgendwie das richtig klingende Deutsch für sowas.
Nagut, dachte ich mir, das Problem lös ich später. Erstmal mit dem Kapitelfahrplan weitermachen und an der Stelle hing ich dann irgendwie fest. Keine Ahnung, warum. Schlussendlich habe ich mich an Scapple erinnert, das kleine Schwester (Bruder?) Programm von den Machern von Scrivener. Ich hatte mir die Testversion runtergeladen und bisher nur sporadisch damit rumgespielt. Damit versuchte ich also meinen Kapitelfahrplan zu entwerfen – und was passiert?
Das war plötzlich wie ein einziger Rausch. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Innerhalb von drei Stunden hatte ich nur mit Hilfe dieses unscheinbaren Programms und der Frage „Was wäre wenn?“ soviel Infos und Abläufe, dass es mich regelrecht in den Fingern juckt jetzt sofort mit dem Schreiben anzufangen!

Mir war klar, dass meine Hexe von A nach B gelangt, dort auf C trifft, von D angegriffen wird und schließlich in E heldenhaft den Sieg erringt (alles sehr knap und sehr oberflächlich dargestellt 😉 ), aber plötzlich hat C eine Hintergrundstruktur, die der gesamte Story nur helfen kann und D ist so grundsätzlich böse, dass ich schlaflose Nächte für den November in meiner Zukunft sehe. Ich wußte die komplette Grundstruktur und habe eigentlich auch nicht viel daran geändert und doch hat meine Geschichte durch das Mindmappen vom Gefühl her um einiges gewonen. Sie hat Tiefe bekommen. Ich bin komplett begeistert!

Falls Ihr also Scapple noch nicht kennt und gerade nichts zu tun habt, probiert das Programm doch einmal aus!

Ich bin gespannt, was Ihr dazu sagt!!!

 

 

NaNoWriMo 2015 oder wie ich plotte

Draußern regnet es Bindfäden. Sohnemann ist beim Sport und der Göttergatte sitzt lesend in der Stube. Zeit für mich, mich mal intensiv mit dem diesjährigen NaNo zu beschäftigen.

Wie schon mehrfach gesagt, schweben mir sowohl der 1. Teil meiner Sci-Fi Geschichte als auch der eigentlich nie geplante, jetzt aber erschreckend feststehende 6. Teil als Projekt vor.
Band 1 habe ich anläßlich des Schreibwochenendes auch relativ gut vorbereitet gehabt.
Band 6 habe ich bisher ignoriert.
Gleichzeitig habe ich hier im Blog unter meinen aktuellen Projekten noch eine Hexengeschichte stehen, die ich seit Jahren schreiben will und von der ich nichts weiter weiß, als… das eine Hexe drin vorkommt? Und das sie auf der Flucht ist. Mehr irgendwie nicht. Trotzdem juckt es mich mittlerweile in meinen Fingern, diese Geschichte zu schreiben.

Tja, und so kommt es, wie es irgendwie immer kommt: Ich habe keine Ahnung, was ich letztendlich schreiben werde!

Aber das macht mich überhaupt nicht nervös 😉
Ich beschäftige mich darum sehr intensiv mit allen möglichen Vorarbeiten aka Vermeidungstaktiken.

Vermeidungstaktik Nr. 1: Ich schaue in jeder freien und halbwegs wachen Minute Fern, anstatt zu schreiben oder mich mit dem Schreiben zu beschäftigen. Andere Leute würde das vielleicht nervös machen, mich nicht. Ich weiß, dass mein Gehirn sich gleichzeitig mit einem herumrennenden Barry Allen und flüchtenden Hexen beschäftigen kann. Oder mit einem Typen, der Morde sieht und fliegenden Raumschiffen. Oder „The Blurr“ (den jungen Superman aus Smallville) und traurigen Lovestories. Und so weiter und so weiter…
Ja, mein Gehirn ist definitiv multitasking-fähig, was sowas angeht. Je mehr ich also auf Twitter von TV-Serien berichte, desto mehr geht gleichzeitig schreibtechnisch in meinem Kopf vor.

Aber irgendwann werde ich dann trotzdem unruhig und eine weitere Vermeidungstechnik tritt in Kraft.
Vermeidungstechnik Nr. 2: Ich lese alles, was nicht rechtzeitig vor mir wegläuft (also wirklich alles) und ich analysiere durchgehend. Plötzlich seh ich überall Plotentwicklungen und was mir warum gefällt oder nicht gefällt. Dann schnappe ich mir meine alten Geschichten (meistens die, von denen ich denke, dass sie gut gelungen sind) und auch da fallen mir 1000 Dinge ein, die mich wahnsinnig machen, woraufhin ich beschließe nie, nie, nie wieder ein Wort zu schreiben. Außer vielleicht eine Einkaufsliste.

Glücklicherweise geht dieser Umstand schnell in Vermeidungstechnik Nr. 3 über: Ich setze mich hin, nehme mir einen Kalender, stelle fest, wie lange ich noch bis zum 01.11. habe und versuche mir einen ganz bequemen Zeitplan aufzustellen. Dazu benutze ich ein Gemisch aus der Schneeflockenmethode von Randy Ingermanson und dem 7-Punkte-System von Dan Wells. Das hat bei meinem letzten NaNo-Projekt so gut geklappt, dass ich beschlossen habe, nur noch damit zu arbeiten.
Allerdings ist es anfangs zeitaufwendiger, gerade weil Randy immer wieder Zeiten vorgibt, die man sich gönnen sollte, um bestimmte Punkte zu erfüllen. So sagt er z.B. dass man sich eine Stunde für das Herausfinden der sogenanten Logline geben sollte (Ihr erinnert Euch noch an meinen Logline Beitrag?). Danach soll man eine Stunde damit verbringen aus diesen einen Satz 5 Sätze zu zaubern (bei mir sind es dann natürlich 7 Sätze).  Mit den nächsten Aufgaben soll man dann 1-2 Tage verbringen oder eine ganze Woche. Wer jetzt an dieser Stelle, wie ich letztes Jahr, glaubt, er könnte das Ganze auch verkürzen, der sei gewarnt: Es bringt wirklich etwas die Zeit zu beachten, weil es anscheinend so ist, dass eine Geschichte, die nach dieser Art entworfen wird, reift. Sie wird mit jeder Minute, die man ihr schenkt, besser und besser.
Aber auch das macht mich nicht nervös. Schließlich sind es bis zum NaNo noch gut 2 Wochen und wenn man die Schneeflocke ein klein wenig strafft, reicht das, hoffe ich. Meine Lieblingsausrede in so einem Moment ist immer, dass ich keine so ausführliche Charakterbeschreibung brauche (dafür plant Randy auch mindestens einen Tag ein).
Insofern habe ich reichlich Zeit, um zu planen. Die Frage ist nur, was? Hexen oder Sci-Fi? Und wenn Sci-Fi, welchen?

Gleichzeitig bin ich im Moment noch am Editieren von Band 3 der Sci-Fi-Geschichte.
Ihr erinnert Euch, dass ich von Band 2 begeistert war? Band 1 fand ich schlecht und schreibe ihn darum nochmal neu. Aber bei Band 3 häng ich jetzt auch. Nicht weil er schlecht ist oder so, aber irgendwas fehlt mir. Mir fällt plötzlich auf, dass er zu unausgegoren ist. Die Bösewichter, die sich durch alle 5 bzw. dann 6 Bände ziehen, sind mir zu handzahm und langweilig und gleichzeitig auch zu farblos. Ich meine, sie sind zwar Bösewichter, aber das erkennt man wahrscheinlich nur, wenn ich mit einem großen Pfeil auf sie zeige. Ihnen fehlt irgendwie die Motivation, der Hintergrund.
Wobei mir schlagartig auffällt, dass in allen 5 bisherigen Bänden der Hintergrund fehlt.

Jetzt ist ungefähr der Moment, wo ich die Krise bekomme!

Ich beschließe darum, das die Hexengeschichte mein diesjähriges NaNo-Projekt wird und setze mich hin, um diese ordentlich zu plotten.
Der Anfang sah so aus, dass ich mir als Erstes die Tagline suche, dann die Logline und dann weiter nach Plan vorgehen will. Aber schon bei der Tagline stutze ich. Sie lautet plötzlich und für mich völlig überraschend: Fürchte Dich.
Was denkt Ihr, wenn Ihr sowas auf einem Kinoplakat lest? Ist das ein lustiger Film? Ein romantischer? Ein Film, bei dem man sich entspannt in den Sessel setzt und sein Popcorn knabbert? Oder ist das ein Film, bei dem ständig Popcorn durch die Gegend fliegt, weil man sich erschreckt?
Ich sitze also da und starre diese Tagline an. Könnte es sein, dass mein Unterbewußtsein mir sagen will, dass ich eine düstere Hexengeschichte schreiben soll? Kann ich sowas überhaupt? Will ich das?

Kurs und gut: Ich fürchte mich – und mein Verstand fällt wieder auf bewährte Vermeidungstaktiken zurück, sodass ich jetzt hier sitze, diesen Eintrag mache und gleichzeitig eine düstere Hexengeschichte plane (natürlich nur im Zeitrahmen, den Randy vorgibt. Ich werde die nächsten zwei Wochen also noch was zu tun haben), mich aus Feigheit um den fehlenden Hintergrund für die Sci-Fi Geschichten kümmere und damit den Geschichtenfahrplan für Band 1 und Band 6 entwerfe.
Mit ein wenig Glück sitze ich dann am 31.10.  hier und habe drei fertig geplottete Geschichten und weiß bis zur letzten Sekunde nicht, was ich wirklich schreiben soll.

Das ist NaNo-Feeling, sag ich Euch!