Tinkas NaNo Fragen Teil 5 – Abschluß NaNo 2016

Hallo Ihr Lieben,

Tinka hat mal wieder gefragt und ich antworte sehr gerne 🙂

nano-fragen

1. So, die Halbzeit ist rum, jetzt heißt es nochmal Gas geben und die Kraftreserven für die zweite Hälfte mobilisieren. Wie läuft es gerade bei dir?
Ich habe heute das letzte Wort unter der Geschichte geschrieben, bin auf die Webseite gegangen und wollte meine Zahl eingeben und habe gesehen, dass man schon validieren kann. Ergebnis: Ich habe mein „Winner“ bekommen (mit 500 Wörtern mehr als ich gezählt hatte… sehr merkwürdig!) und insofern muss ich kein Gas mehr geben. Was gut ist, da ich morgen für 8 Tage auf Fortbildung fahre und dann kaum zum Schreiben kommen werde.

2. Was ist dein Lieblingszitat aus deiner Geschichte?
Ich habe keines. Die ganze Geschichte ist nicht so geworden, wie ich wollte. Das heißt, das stimmt nicht. Ich wollte zum ersten Mal innerhalb des NaNos fertig werden und dabei eine (für mich) Kurzgeschichte schreiben und das habe ich auch geschafft, aber irgendwie war das nur noch ein Abtippen von Wörtern und nichts besonderes mehr.

3. Hast du zwischenzeitlich schon daran gedacht, aufzugeben? Warum?
Mehr als einmal. Aber „Aufgeben ist keine Alternative“.
Damit ich einen NaNo vorzeitig abbreche, muss schon schlimmeres passieren.

4. Wer ist dein Vorbild, wenn es ums Schreiben geht und warum?
Früher einmal war das Marion Zimmer Bradley. Ich habe jedes einzelne ihrer Bücher geliebt und verehrt. Und dann habe ich die ganzen unschönen Geschichten über sie gehört und das hat sie vom Heldenthron wieder runtergeholt. Darum habe ich kein richtiges Vorbild mehr. Eigentlich ist jede Autorin und jeder Autor, der es schafft gut Bücher zu schreiben und Leser zu verzaubern mein Vorbild.

5. Wohin würden dein Protagonist und dein Antagonist bei einem Date gehen und was machen sie dort?
Oh, sie hatten ihr Date *kicher* Inmitten einer Burg, umringt von Feinden (jeder von ihnen hatte seine Gefolgschaft dabei), hockten sie vor einem Kaminfeuer und haben das Ende der Welt geplant. Wenn das kein denkwürdiges Date war, weiß ich auch nicht 🙂

Mood-Frage: wie motiviert bist du auf einer Skala von 1-10?
Null.
Ich bin sowas von dankbar, dass ich den NaNo für dieses Jahr beenden kann und dass ich die Geschichte danach wahrscheinlich nie wieder ansehen werde. Wenn es im Januar also heißt „Kommt ihr alle zum Editieren ins Camp?“, werde ich mich entspannt zurücklehnen und ein entschiedenes „Auf keinen Fall unter keinen Umständen“ in die Runde brüllen.
Ich schätze, damit habe ich so gut wie alles mögliche an NaNo-Feeling in den letzten Jahren erlebt, oder?

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NaNoWriMo 2016 – Fragen Teil 4

Wieder hat die liebe Tinka uns mit Fragen „überhäuft“ und wieder kann ich mich nicht weigern, diese zu beantworten 😀

nano-fragen

1. Das erste Drittel ist um. Wie läuft’s mit dem Schreiben?
Mir geht es ähnlich wie Tinka. Irgendwie fehlt in diesem Jahr das NaNo-Feeling, auch wenn sich das Leben alle Mühe gibt, traditionelle Hindernisse wie wichtige Termine und Erkältungen, in den Weg zu stellen. Irgendwie schreib ich drumrum und bin froh, wenn ich mein „Muss“-Ziel erreicht habe und den Stift fallen lassen kann. Ich weiß nicht, woran es liegt.

2. Was würde dein Antagonist dir bei einer Tasse Tee erzählen?
„Stell dich nicht so an! Mir geht es viel schlechter!“ (Er ist ein sehr einsilbiger Typ)

3. Wie sieht dein idealer Schreibort aus?
Ich würde mir vielleicht Tinkas Leuchtturm teilen oder ein Cottage irgendwo an der schottischen Küste. Es muss ganz oft dunkel sein. Um das Haus darf ein fieses Windchen pusten und der Tee muss heiß noch richtig gut schmecken. Auf keinen Fall irgendwo im Sommer und am Strand.

4. Was ist bisher dein größtes Problem beim Schreiben gewesen? Wie hast du es gelöst?
Die Zeitfrage. Am Wochenende neige ich dazu, zu bummeln und dann schaff ich sowieso nicht so viel. In der Woche ist noch so viel anderes zu tun und dann bin ich plötzlich müde und „muss“ noch schreiben. Wenn ich dann an einer sogenannten Übergangsszene schreibe, ist das tödlich. Ich habe mich jetzt also für diesen NaNo hingesetzt und quasi eine Kurzgeschichte geplant. Da darf man sich keine Füller oder Übergangsszenen leisten. Funktioniert im Moment ganz gut.

5. Wen kannst du aus deiner Geschichte gar nicht leiden? Warum?
Ich habe da eine Nebenperson… Meine beiden Helden suchen bei ihm Unterschlupf, als sie von den Bösen verfolgt werden. Er ist auf den ersten Blick nett und freundlich und erst jetzt gerade kommt so ein klein wenig raus, dass er eigentlich zu den Bösen hält. Das war ursprünglich nicht so geplant! Ich weiß nicht, warum mir dieser Typ so unsympathisch geworden ist, aber jetzt lass ich ihn quasi über die Klinge hüpfen, weil er mich nervt 🙂

Mood-Frage: Wie motiviert bist du auf einer Skala von 1-10?
Hm… meine Feuer-und-Flamme-Begeisterung von letztem Mal ist definitiv verflogen. Aber ich bin auch nicht komplett unmotiviert. Ich weiß nicht, was mir fehlt. Vielleicht ist der Stress vor dem November zu viel gewesen, sodass ich eigentlich einen Monat „Schlafpause“ benötigt hätte? (Kein schriftstellerischer Stress (leider), sondern arbeitsstress im Gelderwerbjob). Vielleicht ist es auch einfach das ganze Jahr 2016, das in meinen Augen nicht gerade Belobigungssterne verdient hat und gerne jetzt schon weg kann 😦
Maximal 2 – 3, würde ich darum sagen.

Nächste Woche ist der NaNo schon fast wieder vorbei, jedenfalls plane ich dann die 50 k geknackt zu haben. Da ich in der Woche ab 21.11. zur Fortbildung muss (mit anschließender Prüfung), geh ich nicht davon aus, dass ich dann noch viel mehr schaffe.

Ein sehr eigenartiger NaNo!

NaNoWriMo 2016 – Erster Zwischenbericht

Wie schon angekündigt, habe ich bisher nicht viel zum diesjährigen NaNo hier geschrieben. Aber die liebe Tinka Beere hat Fragen zum NaNo gepostet und da dachte ich, das paßt gut hierher 🙂

nano-fragen

1. Nach den ersten paar Tagen solltest du jetzt schon deinem Protagonisten begegnet sein. Magst du ihn? Warum?
Ich habe meine beiden Protas schon getroffen 🙂 und ich mag sie beide. Er ist ein typischer Alpha-Hero. Er soll jemanden helfen, den er nicht mag und tut das nur, um einem Freund einen Gefallen zu tun. Im Ergebnis knurrt er ständig rum und ist mehr als unfreundlich, aber irgendwie auch sympathisch. Ich als Autorin und später auch der Leser kann sehen, warum er sich verhält, wie er es tut, gleichzeitig kann seine Umgebung das nicht und das macht irgendwie Spaß zu schreiben.
Meine Heldin ist mir auch sehr gut gelungen, was vielleicht daran liegen kann, dass ich noch nicht so richtig weiß, ob sie am Ende der Geschichte „gut“ oder „böse“ sein wird. Sie hat auf jedenfall sehr nette Charakterzüge und Eigenheiten.

2. Zu welcher Tageszeit kannst du am besten schreiben und hat sich durch den NaNo daran etwas geändert?
Das ist unterschiedlich. Ich weigere mich während der Woche eine Stunde früher aufzustehen, um vor der Arbeit noch zu schreiben. Sorry. 5 Uhr Aufstehen reicht. 4 Uhr ist definitiv nicht drin. Insofern schreib ich wochentags abends nach der Arbeit und das klappt auch ganz gut.
Am Wochenende dagegen ist meistens soviel geplant, dass ich Angst habe, überhaupt nicht zum Schreiben zu kommen und darum stell ich mir den Wecker gnadenlos auf eine Zeit, sodass ich 7 Stunden Schlaf bekommen habe und steh dann auch auf. Normalerweise sorgt das für Ruhe beim Schreiben und das genieße ich (außer heute, da prokrastiniere ich seit 8 Uhr…)

3. Was brauchst du auf jeden Fall, um jeden Tag zu schreiben?
Das Gefühl „Zeit zu haben“. Nichts ist schlimmer, als wenn ich immer im Hinterkopf habe, dass ich noch Dinge erledigen muss oder dass ich nur schnell 1000 Wörter schreiben muss, ehe ich etwas anderes tue. Das kann ich gar nicht haben!

4. Wie lautet die verrückteste Richtung, in der du deine Geschichte weiterschreiben könntest? Und würdest du sie tatsächlich so weiterschreiben?
Die verrückteste Richtung wäre eindeutig, dass meine Antagonisten gewinnen. Ich zweifel im Moment noch, ob meine Hauptdarstellerin nun eine gute oder böse Hexe sein wird (theoretisch habe ich knapp 1/4 der Geschichte geschrieben und kann noch zweifeln…), aber sie wird auf jedenfall gewinnen. Darum werde ich das wohl kaum schreiben.

5. *Welche fünf Dinge nimmt dein Protagonist mit in den Urlaub?
Urlaub kennen meine Helden beide nicht. Ich bin darum gerade ein wenig überfragt und versuche mir vorzustellen, was jeder von ihnen in seiner Freizeit am Liebsten tut – und scheitere dabei!
Die Geschichte spielt in so etwas ähnlichem wie unserem Mittelalter. Hatten die da überhaupt sowas wie Urlaub oder Freizeit? Ich glaube nicht so richtig. Darum denke ich, dass mein Held es schon als Positiv empfinden würde, wenn er mal einen Abend mit Freunden am Feuer verbringen könnte – ohne von irgendjemanden angegriffen zu werden. Und meine Heldin würde sich sicherlich über mehr Zeit freuen, ihre eigene Kraft zu erforschen, anstatt immer durch Zufall über neue Dinge zu stolpern.

Mood-Frage: Wie motiviert bist du auf einer Skala von 1-10?
Nachdem ich auf die letzte Fragerunde mit einer Mischung aus 0 und 10 geantwortet habe (glaube ich), kann ich jetzt eine glatte 5 verbuchen. Wenn ich einmal angefangen habe, fasziniert mich die Geschichte. Ich bin über meine neue Technik (Kurzgeschichte *kicher*) begeistert und ich mag die schnellere Entwicklung von allem. Aber mich hinzusetzen und zu schreiben, fällt mir irgendwie schwerer als alle Jahre vorher. Ich trödel mehr herum und finde andere Dinge, die wichtiger sind. Keine Ahnung, warum.

NaNoWriMo 2016

Hallöchen,

es gibt mich noch!

Und ja, ich mache natürlich auch wieder beim NaNo mit 🙂
Dieses Mal aber wohl kaum im NaNo-Forum (außer, wenn es um Treffen geht. Da bin ich vielleicht/wahrscheinlich/mit Glück dabei) und ich werde dieses Mal auch keine großen, täglichen Berichte schreiben.

Fest steht:
Ich schreibe ein komplett neues Projekt.
Ich habe meine übliche Routine befolgt und mir bis zum fast letzten Moment keine großen Gedanken gemacht: Es standen zwei potentielle Geschichten zur Auswahl und eine davon wollte ich schreiben. Dann habe ich gestern Abend gemerkt, dass ich immer viel zu viel schreibe und auch wenn ich meine langen Geschichten selber sehr liebe, will ich es dieses Jahr anders machen.
Das Ergebnis ist, dass ich mir eine Kurzgeschichte einer bekannten Autorin geschnappt und kritisch betrachtet habe. Ich konnte die üblichen Punkte (Hook, Pinch Points, Turning Points, Midpoint, Revolution) sofort erkennen und habe mir aufgeschrieben, auf welcher Seite sie wo in der Geschichte sind. Ihre Geschichte hat knapp 100 Seiten gehabt. Meiner Rechnung nach macht das ca. 50k Wörter (korrigiert mich, sollte ich mich irren). Als Nächstes habe ich mir meinen Geschichtenplot angesehen, beschlossen, dass der keinesfalls unter 300k zu schaffen ist und den Plot in die Schublade gesteckt. Jetzt zurzeit sitz ich also hier und entwerfe eine Art „Kurzgeschichte“ (für meine Verhältnisse), die gleichzeitig so etwas wie der Hintergrund für den eigentlichen 300k Plot ist. Wenn also alles gut geht, habe ich dieses Jahr tatsächlich mal ein Buch von Anfang bis Ende im November geschrieben 🙂
Das Entwerfen des Hintergrundwissens macht mir tierisch viel Spaß und ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich im November erwarten wird!
Ach, ja, und das Thema lautet (passend zum heutigen Halloween): HEXEN

Ich hoffe, Euer November verläuft auch so spannend wie meiner!

Gedanken zum Thema Lesen

sind meistens auch Gedanken zum Thema Schreiben – jedenfalls für mich 🙂

Und weil dies hier ein Schreibblog ist, dachte ich, ich teile mal meine neuesten Gedanken aka Erkenntnisse mit meiner Leserschaft. Ich hoffe, es gefällt Euch.

Kim Leopolds – Love, Kiss, Cliff

Das Buch ist als Blogroman entstanden und hat mich von seiner ganzen Art des Storyaufbaus fasziniert. Dazu muss ich noch erwähnen, dass es, glaube ich, das erste deutschsprachige Buch in diesem Jahr ist, dass ich gelesen habe. Deutsche Sachen zu lesen, ist immer irgendwie anders, wenn man sich erstmal an die Amerikaner mit ihrer Art zu Schreiben gewöhnt hat. Aber das Buch ist sehr locker und leicht und man kann schnell in den Charakter eintauchen.
Ich habe das Buch also gelesen und weil das Wetter schön war, saß ich damit draußen auf der Terasse. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich mich eincremen sollte, weil die Sonne doch ziemlich gebrannt hat. Der nächste Gedanke war „Die Kapitel sind recht kurz. Wenn das Aktuelle zuende ist, geh ich cremen.“ Das Problem war nur, Kim hat ihr Buch so aufgebaut, dass es eigentlich grundsätzlich mit einem Cliffhanger, einer lustigen Stelle oder einem kleinen Rätsel endet, sodass ich nicht einfach so aufhören konnte (und natürlich einen Sonnenbrand bekommen habe).
Das Ganze hat mich daran erinnert, wie es ist, wenn man Fanfictions schreibt. Ich weiß nicht, ob Ihr mit Fanfictions vertraut seid, aber grundsätzlich sind erfolgreiche Geschichten dieser Art immer so aufgebaut, dass man am Ende eines Teils einen Cliffhanger einbaut, sodass die Leser es kaum erwarten können den nächsten Teil zu lesen. So baut man sich dann seine Fanbase auf.
Als ich nun von FF auf richtige Bücher umgestiegen bin, habe ich mir einige Schreibratgeber besorgt und in denen steht eigentlich grundsätzlich, dass man Bücher nicht aufbauen darf wie die herkömmliche Fanfiction. Es wird von 3- oder 5- (oder in meinem Fall sogar 7-) Akt-Strukturaufbau geredet, von Pinch und Plot turn, von Heldenreisen und was es nicht noch alles gibt. Aber im Endeffekt gefiel mir Kims Buch eigentlich so gut, weil es das alles nicht zu beachten scheint. Sie erzählt ihre Geschichte, macht sie dadurch sehr lebendig und spannend und ich freu mich jetzt schon auf den 2. Band. Ich weiß nicht, ob sie beim Schreiben immer nur an den nächsten Teil gedacht hat oder ob sie einen großen Plan hatte. Herausgekommen ist auf jedenfall ein Buch der besonderen Art und es hat Spaß gemacht zu lesen.
Wenn das mal jemand von meinen Büchern sagt, bin ich komplett zufrieden!

Veronica Roth – Die Bestimmung

Als Bücher dieser Art neu auf dem Buchmarkt waren, gab es einen großen Hype darum. Dieser Hype führt bei mir immer dazu, dass ich mir anfangs interessiert die Buchbeschreibung ansehe und dann, wenn jeder davon schwärmt, beschließe auf den Film zu warten. Mich nervt das übertriebene darüber reden einfach nur (das hat dazu geführt, dass ich „Den Marsianer “ übrigens auch noch nicht gelesen habe).
Als der erste Teil der Bestimmung im Kino kam, war dann der Zug für mich schon wieder komplett abgefahren. Ich habe die Bücher als Young Adult abgestempelt und das ist einfach nichts für mich.
Dann kam der 1. Teil im Fernsehen, ich wollte bügeln und es kam nichts besseres. Ich machte den Film an und war fasziniert. Der Film hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass ich mir jetzt die Bücher aus der Bücherei besorgt habe und gerade am Ende von Band 2 bin.
Es sind immer noch Young Adult Bücher und in meinen Augen ist der ganze Hype darum ziemlich übertrieben gewesen, aber sie unterhalten. Ich lese sie sehr gerne und bin gespannt, wie die Reihe beendet werden wird.
Aber beim Lesen ist mir etwas aufgefallen. Ich glaube, die Autorin hat sich noch nicht eine Sekunde mit Schreibratgebern beschäftigt, denn sie tut genau das, was einem dort immer abgeraten wird. Sie sucht sich Klischees und anstatt diese zu vermeiden, benutzt sie sie. Während überall gesagt wird, dass ein Buch nur Erfolg haben wird, wenn es das Unvorhergesehene beinhaltet, haben ihre Bücher Erfolg, weil man quasi auf der ersten Seite weiß, welcher Charakter der Bösewicht ist, welcher am Ende der Held sein wird und das Totgeglaubte selten genau das sind. Ich habe beim Lesen des 1. Teils das Gefühl gehabt, die Autorin hätte eine Strichliste mit Klischees abgearbeitet – und es hat mir trotzdem gut gefallen (oder gerade deswegen???).
Vielleicht sollte man viel öfter mit Klischees arbeiten? Das Vertraute einfach nur in ein anderes Kleid stecken und nicht unbedingt alles neu erfinden?

Fanfiction – Captain America

Ja, ich weiß. Ich kann regelrecht sehen, wie meine geneigte Leserschaft jetzt auf diese Überschrift starrt und sich fragt, was ich damit sagen will. Einige von Euch, die mich schon etwas länger kennen, wissen, dass ich Fanfictions liebe und wenn mich ein Film oder eine Serie interessiert hat, ist mein erster Weg ins Internet und nach gleichdenkenden Irren zu suchen, die Geschichten dazu geschrieben haben.
Ich war schon immer ein Comic Fan und darum kenn ich fast jeden Superhelden, den das Kino oder das Fernsehen zurzeit ausgräbt, noch aus meiner Jugend. Superman und Batman laufen da natürlich jedem den Rang ab, aber ich habe auch die Fantastischen Vier gelesen oder Justice League. Waren im örtlichen Kiosk keine neuen Hefte zu bekommen (weil ich das Neuste erst am Vortag gekauft habe), habe ich in meiner Verzweiflung oftmals auch Comics genommen, die mich sonst nicht so interessiert haben, frei nach dem Motto: Besser als Nichts.
Zu diesen Comics gehörte auch Captain America. Ich weiß, heutzutage nennt man Superman oftmals den großen Pfadfinder, der immer nur alles richtig macht und schrecklich langweilig ist. Das war damals mein Bild von Captain America. Boah, ging der oberkluge Gutmensch mir auf den Geist! Wenn ich so ein Comic gelesen habe, dann war ich wirklich verzweifelt. (ich war oft verzweifelt und ich hatte offenbar zuviel Taschengeld…). Der Einzige, den ich noch schlimmer fand, war Thor. Ich glaube, das ist auch das einzige Comic, das ich nie weiter gelesen habe. Bei Captain America gab es diesen einen Bösewicht, den ich wirklich ziemlich gruselg fand. Ich weiß nicht mal genau, warum. Jeder Superheld hatte schließlich mindestens einen Bösewicht und jeder davon war fies und schlimm und absolut bedrohlich – für einen Comic. Dieser Kerl vom Captain jedoch war mir irgendwie… unheimlich. Wenn ich gesehen habe, dass er auf dem Titelbild ist, habe ich mir das Heft nicht gekauft. Dann schon lieber Bibi Blocksberg oder so *schüttel*
Nun sind die Filme in den Kinos und ich liebe Marvel Verfilmungen. Die Schauspieler sind auch noch ganz ansehnlich und die Witze sind lustig. Ergebnis: Ich habe alle mindestens einmal gesehen. Dann kam der Captain America mit dem Winter Soldier und ich erinnerte mich sofort, dass ich die Comics immer gruselig fand. Aber ich bin inzwischen etwas älter (geringfügig älter *hust*) und darum ging ich ins Kino – und war begeistert. Seien wir ehrlich: Die Bösewichter in den Filmen haben definitiv Charme 🙂
Womit ich jetzt wieder bei den Fanfictions angekommen wäre.
Wenig überraschender Weise gibt es ganz viele davon, in denen den Captain und den Soldier heiße Liebesgeschichten verbindet. DAS ist definitiv noch schrecklicher als die Thor Comics!
Ich liebe gute Gay Romance Geschichten, aber hallo? Irgendwo zieh sogar ich die Grenze.
Nun gut… Gleichzeitig gefiel mir aber der Gedanke, dass es irgendwo eine Fanfiction gibt, in der das Eis am Stil am Ende nicht wieder eingefroren wird. Ich wollte ein Happy End haben, eine Rettung, eine Belohnung für alles durchgemachte.
Ich stieß auf Lovestories mit dem Winter Soldier und Black Widow, was immerhin nicht ganz so schlimm ist wie das Pairing „Stucky“ *schüttel* Dennoch war es auch nicht perfekt. Plötzlich bin ich auf eine Geschichte gestoßen, in der das große „No Go“ der Fanfiction Welt ignoriert wird: Der Autor der Geschichte hat eine Mary Sue erfunden, die schön und klug ist, tapfer und heldenhaft und obendrein noch keine Angst vor dem großen bösen Soldier hat. Kurz und gut: Ich habe eine 30 teilige Fanfiction mit einer Mary Sue gelesen und sie geliebt. Wo eine gute Geschichte ist, müssten doch auch noch andere sein, dachte ich mir, und ich suchte und fand.
Jetzt sitz ich hier zuhause und überdenke gerade mein Leseverhalten der letzten drei Wochen, angefangen von Kim Leopolds unterhaltsamen Roman über die düsteren Bestimmungsbücher bis hin zu den Fanfictions mit einer Mary Sue als Hauptdarstellerin und meine Schreibwelt ist ein klein wenig in ihren Angeln erschüttert. Irgendwie ist all das von dem ich überzeugt war, jetzt nicht mehr das, was richtig zu sein scheint. Man muss sich nicht an bestimmte Regeln halten. Klischees können einem gute Bücher präsentieren und eine Mary Sue, die mir Herz und Verstand geschrieben ist, kann durchaus mit jedem „richtigen“ Hauptdarsteller mithalten.

Vielleicht findet Ihr diesen Beitrag jetzt nicht so überraschend wie ich, aber ich hatte jetzt das Gefühl, dass jedes Buch, dass ich im Monat Mai gelesen habe, mir etwas beibringen wollte und dass finde ich sehr überraschend.

Wie geht es Euch?
Heute schon etwas Neues gelernt?

April 2016

Pünktlich zum 01. Mai kommt mein April-Rückblick. Wer hätte das gedacht?

Zuerst einmal möchte ich Euch vorwarnen: Ich möchte diesen Blog verändern. Ich weiß noch nicht genau, wie, aber irgendwas wird in den nächsten Tagen, Wochen geschehen. Zu diesem Zweck wandere ich gerade über alle möglichen Blogs und schaue mir an, was mir da gefällt und was nicht. Ich bin gespannt, was davon ich dann hier umsetze. Falls Euch also etwas auffällt, was Ihr bei mir gerne sehen würdet, dies ist Eure Möglichkeit das anzusprechen 🙂

So, jetzt zum Rückblick:
Mein Schreib- bzwl. Editiervorsatz hat diesen Monat gut geklappt. Von den vorhandenen 30 Tagen habe ich 21 Tage an meinem Projekt gearbeitet und im Moment bin ich fast zufrieden.
Fast,

  • weil ich viele Rechtschreibfehler gefunden und ausgemerzt habe,
  • weil ich einige Szenen streichen konnte,
  • weil ich Sätze/Absätze gefunden habe, in denen ich Dinge von vorher nur noch wiederhole und die auch rausfliegen konnten
  • und weil ich neue Sachen einfügen konnte, die sich perfekt passend anfühlten…

naja, weil ich nach diesen 20 Tagen jetzt irgendwie doch zu dem Moment gekommen bin, der mich in jeder meiner Geschichten irgendwann erwischt: Ich finde, sie ist schlecht geschrieben, einfallslos, langweilig. Der nächste Gedanke, der dann kommt lautet in der Regel: Das will doch nie einer freiwillig lesen! Und genau an dem Punkt bin ich gerade. Ergebnis ist, dass ich mich quälen muss, weiter an dem Ding zu arbeiten. Ich weiß, dass es nicht so grottig ist, wie ich es mir selber einrede. Es ist vielleicht nicht der nächste langerwartete Bestseller, aber das muss er auch nicht sein. Er ist nicht schlecht und er ist mein „Baby“. Warum ich mir also mein Baby selber schlecht rede, nachdem ich schon so viel Zeit investiert habe, weiß ich nicht *seufz*
Mein Yoga-Vorsatz ist auch mal wieder im Sande verlaufen, im wahrsten Sinne sozusagen. Wir haben nämlich zwei Hunde, müsst Ihr wissen, und diese Beiden bringen natürlich jede Menge Dreck und Sand mit in die gute Stube, in der ich Yoga mache. Da ich Vollzeit arbeite, noch stundenlang mit Bus und Bahn unterwegs bin, und meine beiden Männer relativ ortsgebunden sind, d. h. der eine ist Schüler und in der Abi-Phase (er sitzt durchgängig zuhause und lernt theoretisch), der andere ist als Tierarzt morgens zu den OPs unterwegs, dann mittags zuhause und geht dann später in die Nachmittag/Abendsprechstunde. Ergebnis ist, die beiden Männer sind oft und länger zuhause als ich und wenn ich dann nach Hause komme, soll ich Staub saugen, damit ich Yoga machen kann und das bitte auch nur, wenn die beiden Männer dann nicht zuhause sind (weil sie sonst unbedingt in dem Moment in die Stube müssen *augenroll*). Ich komme also nach Hause und bin im Stress, um schnell zu saugen, schnell Yoga zu machen und schnell alles wegzurollen, ehe die Männer nach Hause stürmen – und das wiederum ist so Entspannungsfördernd wie in einem Ameisenhaufen zu übernachten. Ich muss da definitiv noch eine andere Lösung finden *grumpf*
Mit dem Laufen fing dagegen alles gut an. Bis ich mich erkältet habe und keine Luft mehr bekommen habe. Danach lief es wieder gut. Bis mir meine beiden Knie wehtaten und ich mir nicht sicher war, woran das liegt. Mit anderen Worten: Irgendwas ist immer. Aber ich habe auch immer noch den Vorsatz weiterzumachen 🙂
Ich habe nicht ein Bild gezeichnet und ich war nur minimalst im Garten. An den Vorsätzen arbeite ich irgendwann mal weiter…

Lesetechnisch ist mein Highlight diesen Monat Kresley Cole gewesen. Ich mag ihre Paranormal-Reihe, in der Valküren, Vampire, Hexen und Gestaltenwandler vorkommen und habe mich darum gefreut, als mir ein Buch in die Hände fiel, dass ich noch nicht kannte. Daraufhin habe ich mir dann auch ein anderes genommen und ein reread gestartet und das Buch gefiel mir beim zweiten Lesen sogar noch besser als beim ersten Mal.
Etwas Lustiges ist mir auch noch passiert: Ich bin durch Zufall auf ein ebook gestossen, dass vom Titel her lustig klang „Switched at Marriage“ von Gina Robinson. Wie gesagt, es klang lustig und hat mich irgendwie an den Film mit Jeffrey Dean Morgan erinnert, also habe ich mir das Buch geholt und zu lesen angefangen. Es hatte nur 80 Seiten, was mich gewundert hat, aber gut… und dann endet das Buch mitten in der Handlung! Ich war ein wenig verwirrt und holte mir das 2. Buch der Serie, das nahtlos weitergeschrieben wurde. Schlußendlich hat die Serie 7 oder 8 Teile und war in Wirklichkeit nur ein Buch. Aber die Autorin hat offensichtlich die einzelnen Kapitel verkauft und das führt dazu, dass man z.B. bei Amazon die ersten drei Teile (Kapitel) für knapp 5,- Euro kaufen kann. Das ist doch mal eine interessante Art Geld mit Büchern zu machen, oder?
(interessant fand ich auch, dass auf der Amazon.uk Webseite kein Leser sich darüber beschwert hat!)

TV-technisch gab es nichts aufregendes zu berichten. Ich schaue, hoffentlich, Mittwoch „The first Avenger: Civil War“ und freu mich drauf 🙂

Ich hoffe, Euch geht es allen gut?
Gibt es irgendetwas Schönes zu berichten?

Love, Kiss, Cliff

Heute habe ich mal etwas anderes für Euch:

Hat jemand von Euch Lust auf eine Liebesgeschichte in New York?

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Inhalt:

Ein Nerd mit Schokoladenaugen, ein verletzlicher Draufgänger und ein Musiker mit rauchiger Stimme – wen wird sie lieben, wen küssen und wen über die Klippe stoßen?

An Ablenkung fehlt es Meredith nicht, als sie nach dem Tod ihrer Mutter in die Stadt zieht, die niemals schläft. Zwischen Sonnenaufgängen und Tänzen bei Kerzenschein versucht sie, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn ein totes Mädchen zwischen ihr und ihren Mitbewohnern steht und ihr Dad nach jahrelanger Funkstille versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Wie kann sie da noch an die Liebe denken?

Meine Meinung:
Das Buch ist der Erstling von Kim Leopold, einer jungen, sehr sympathischen Autorin, die es ursprünglich einmal als Blogroman über einen längeren Zeitraum, Teil für Teil, geschrieben hat. Ich glaube, sie hat alles, vom Schreiben bis hin zum Gestalten des schönen Covers selber gemacht und darauf kann sie wirklich stolz sein, denn es ihr sehr gut gelungen und ich denke, wenn man mal keine Lust auf düstere Science-Fiction oder farbenfrohe Fantasy hat, sollte man dem Buch unbedingt eine Chance geben. Das ist auf jeden Fall ein Buch und vor allem eine Autorin, die man unterstützen sollte!
Und wer hat nicht schon allein nach dem Lesen des Klappentextes ein Grinsen im Gesicht???