Der schmale Grad der Werbung

Ich dachte mir, ich teile mal meine Überlegungen zum Thema Werbung mit Euch 😉

Werbung ist, wahrscheinlich nicht nur für mich, ein sehr schweres Thema und dabei geht es nicht mal um das eigene Buch, das man (aka der Autor/die Autorin) an den Markt zu bringen versucht, sondern auch darum, dass man tagtäglich mit Werbung überschwemmt wird. Einerseits nervt es unendlich und andererseits: Meine Güte, wäre das nicht eine gute Idee für ein Geburtstagsgeschenk???

Wie aber schafft man es auf diesem schmalen Grad entlang zu wandeln?
Was macht ihn aus?
(falls jetzt jemand denkt, ich hätte die Lösung: Sorry, ich bin wahrscheinlich nicht mal nah dran…)

Wenn ich keine Lösung habe, was habe ich aber dann? (werdet Ihr Euch jetzt fragen, hoffe ich zumindest)

Ich bin diese Woche über die Werbung für ein Buch gestolpert. Nein, eigentlich bin ich schon letzte Woche auf den Erscheinungstermin aufmerksam gemacht worden, aber das ist unwichtig.
Die gesamte Hintergrundgeschichte ist auch etwas länger:
Die Autorin des Buches ist Christine Feehan. Der Name sagt wahrscheinlich einigen von Euch etwas. Sie ist eine Liebesromanautorin, die u.a. eine Serie über besondere Vampire geschrieben hat (die übrigens nicht glitzern). Zu dem Zeitpunkt, als ich auf die Serie aufmerksam wurde, war mein Englisch allenfalls rudimentär vorhanden und so mußte ich warten, bis es den Lesestoff auf Deutsch gab, aber dann war ich begeistert – zumindest für fünf Bände. Dann begannen ihre Helden mich zu nerven, weil sie sowas von stereotypisch waren, dass ich das Gefühl hatte, sie würde zwischendurch nur noch die Namen und Haarfarben wechseln, ansonsten aber über dieselbe Person schreiben.
Jetzt könnte man denken, fünf Bücher sind auch eine schöne Zahl. Danach kann man sich ja als Leser auch andere Autoren suchen. Stimmt auch. Aber Frau Feehan hat ein besonderes Talent: Sie kann schreiben, dass sie einen nervt, aber sie schreibt auch so, dass man irgendwann mal wieder ein neues Buch von ihr kauft, weil es einen einfach interessiert. Nicht jeder Plot ist dazu geeignet, aber sie schreibt abwechslungsreich und gleichzeitig vertraut, sodass ich im Laufe der letzten Jahre von ihren gefühlt 100 Vampirbänden bestimmt 20 gelesen habe, und einige davon sogar mehrfach 🙂
Neben diesen Vampiren hat sie sich auch Hexen- und Gestaltwandler-Geschichten ausgedacht. Auch hier hat sie die Helden aus den Vampirbüchern einfach mit rübergeschleppt (nicht wirklich, aber es wirkt so, weil die Charakterzüge der einzelnen Hauptdarsteller immer dieselben sind) und auch die Geschichten beginnen irgendwann ähnlich zu werden, sodass man als Leser wieder denken könnte „Jetzt reicht es aber. Ich such mir neuen Lesestoff“, was man dann vielleicht auch tut.
Eine weitere Geschichtenreihe behandelt militärische Experimente mit einem Sondereinsatzkommando. Normalen Männern werden in natürlich verbotenen Experimenten bestimmte Fähigkeiten beigebracht und natürlich verliebt sich einer der Männer in ein armes, schwaches Mädchen und gemeinsam schaffen sie es, aus dem Labor zu entkommen. Alles schon dagewesen und nichts besonderes und doch war ich begeistert und habe die ersten Bände verschlungen. Dann bekam ich den Rest auch noch geschenkt und naja, was soll ich sagen: Einem geschenkten Gaul äh Buch kann ich fast nicht widerstehen. So habe ich also die Reihe tatsächlich komplett gelesen. Als das letzte Buch erreicht war, gab es schon Werbung für das nächste Buch, aber wie gesagt, irgendwann ist Schluss und meine Begeisterung war erloschen.
Aber ich folge der Autorin aus irgendeinem Grund auf Facebook. Sie postet wenig und darum hat es mich bisher auch nie sonderlich gestört. Vor einiger Zeit kam nun der erste Post über das neue Buch. Die erste Werbung sozusagen. Ich war überrascht. Ich hatte gedacht, dass Buch wäre längst erschienen. Aber es hat mich einfach nicht interessiert. Vor einer Woche kam die nächste Ankündigung mit dem Erscheinungsdatum und dem Cover. Auf dem Cover unternimmt eine Frau akrobatische Übungen innerhalb eines Spinnennetzes (was ganz passend ist, da das Buch „Spider Game“ heißt). Ich fand das Cover interessant genug, um einen Moment länger auf dem Beitrag zu bleiben. Ich las den Klappentext. Der militärische Experimentenmann trifft auf eine Frau, die in ähnlichen Experimenten mit tödlichem Spinnengift infiziert wurde und die darum für alles, was sie anfasst tödlich ist.
Okay, dachte ich mir. Auch hier nichts Neues. Es ist ein Liebesroman. Ist doch irgendwie klar, dass Experimentenmann aus irgendeinem Grund gegen das Spinnengift unempfindlich ist und dann leben sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Außerdem geht es um eine Spinne. Spinnen sind haarig und hässlich und nein, ich will keine Geschichten lesen, in denen Spinnen, Schlangen oder Ratten die Hauptpersonen sind (ich weiß, Ratten sind auch haarig, aber nicht hässlich…).
Soviel also zu dem Buch, dachte ich mir und wandte mich meinem xten Versuch zu, den Dan Wells Roman zu Ende zu lesen (warum der Mann den 1. Band gut geschrieben hat, mich der 2. aber überhaupt nicht reizt, versteh ich nicht).
Diese Woche erschien nun wieder ein Beitrag auf der Facebookseite der Autorin und ich sah wieder das Cover, las die ersten zwei Worte des nunmehr vertrauten Klappentextes und wollte gerade weiter scrollen… als ich den ersten Kommentar darunter las. Der Kommentator sagte fast dasselbe wie ich vorher: Es geht um eine Spinne, unromantisch, eklig. Sie würde auf das nächste Buch der Reihe warten und dieses überspringen.
Jetzt war ich neugierig geworden und las die anderen Kommentare, die alle ziemlich ähnlich waren. Man hätte Angst vor Spinnen und überhaupt wären Spinnen kein Liebesromanmaterial. Alles genau meine Gedanken und doch machten mich die Beiträge plötzlich neugierig. Ich wanderte zur Homepage der Autorin und stolperte quasi über ein Video zum Buch. Es sollte wohl die Neugierde auf das Buch anheizen. Ich fand es schlecht. Nicht absolut grottenschlecht, aber eher eine Antiwerbung. Dennoch blieb ich auf der Seite, las ein paar weitere Klappentexte, fand heraus, dass es nur 28 Vampirbücher sind und ich davon auch nur 14 kenne , und hing plötzlich wieder auf dem Spider Game Buch. Das Video war immer noch schlecht, aber ich erinnerte mich, dass mir die Bücher davor ganz gut gefallen hatten, und ich glaube sogar, dass von beiden Hauptdarstellern in den Büchern davor einiges angedeutet worden war, was mich interessierte.
Schlussendlich habe ich jetzt das blöde Buch bestellt und warte händeringend auf den 26.01., weil der Postbote es mir dann bringen soll.

Und nun komme ich wieder zur Überschrift zurück: die Werbung.
Wie hat Frau Feehan es geschafft, dass ich das Buch nun doch gekauft habe?

Als Erstes könnte man die Werbung direkt im Vorgängerroman anführen, aber da das Buch zu dem Zeitpunkt noch nicht erschienen war, war das für mich zu früh und damit verfehlt.
Dann die erste Erinnerung auf dem Facebook Account. Ein einfacher, nicht groß störender Eintrag, den ich zwar gesehen, aber nicht weiter beachtet habe.
Die nächste Erinnerung dagegen brachte neue Infos für mich: Den Erscheinungsdatum, den Klappentext und das Cover. Aber auch das brachte mich nicht dazu bei Amazon den Vorbestellknopf zu drücken.
Der nächste Eintrag der Autorin gehörte nun in die Reihe, die ich gemeinhin als nervige Dauerwerbung bezeichne. Ja, ich gestehe, ich habe Autoren auf Facebook „entfolgt“ weil sie anfingen jede Woche (oder wohlmöglich mehrmals die Woche) Werbung für ein und dasselbe Buch zu machen. Spätestens beim dritten Eintrag dieser Art fliegen sie aus meiner Liste. Fr. Feehan hat es aber entweder so geschickt gemacht, dass ich es nicht gemerkt habe oder so unauffällig, dass es nicht nervte, jedenfalls ist sie noch auf meiner Liste, und letzte Woche las ich erneut den Anfang des Klappentextes. Er war immer noch nicht mein Ding und ich wollte schon scrollen, als mir der erste Kommentar eines anderen Lesers ins Auge sprang. Von da an, mußte die Autorin keinerlei Werbung mehr für ihr Buch machen.
Mich haben die Kommentare der Leser wie ich es bin angesprochen. Etwas, was man als Autor überhaupt nicht in der Hand hat, hat mich letztendlich dazu gebracht neugierig zu werden.
Ihre Homepage dagegen war dann sogar wieder ein kleiner Schlag ins Gesicht, weil dieses Video wirklich wirklich schlecht ist. (Ich habe schon Videos von Hobbyautoren gesehen, die sie selber gemacht haben, die Oscarverdächtig waren im Vergleich. Wie jemand, der soviel Geld mit dem Schreiben verdient, so ein schlechtes Video ins Netz stellen kann, ist mir unbegreiflich).
Der letzte Punkt in der Werbemaschinerie war dann wieder mein eigener Kopf. Auch etwas, was die Autorin zum Glück nicht steuern kann 🙂

Warum also habe ich mir jetzt das Buch bestellt? Und was kann ich aus diesen Erkenntnissen vielleicht für eine eigene Werbemaschine übernehmen???

Ich kann es nicht sagen. Wenn das Buch ein weniger kontroverses Thema gehabt hätte, z. B. der gute Vampir verliebt sich in die noch bessere Jägerin (auch ein vorprogrammierter schwieriger, aber lösbarer Handlungsstrang), dann wären die Kommentare wahrscheinlich „Oh, ich kann es kaum erwarten“ gewesen. Sie hätten mich nicht weiter angesprochen. Ein dritter Post hätte dazu geführt, dass ich die Autorin aus der Facebookliste streiche und ich hätte 7,- € gespart. Aber das Thema hat einige potentielle Leser abgeschreckt – und mich damit neugierig gemacht. Könnte man das als Antiwerbung bezeichnen?
Ich kann mich daran erinnern, dass ich, als ich noch geringfügig jünger war, die Werbung für den absoluten Kinohit Top Gun gesehen habe. Der Film hat mich interessiert. Dann kamen die begeisterten Kommentare der Fans. Man konnte nirgendwohin gehen ohne auf Top Gun Fanatiker zu stoßen und schlußendlich habe ich mir den Film zwar im Kino angesehen, aber so richtig begeistert hat er mich nicht. Dasselbe ist dann übrigens auch Titanic passiert. Den Film habe ich, trotz der überschäumenden Begeisterung alle anderen, nur auf DVD gesehen und dazu brauchte ich auch vier Versuche, weil ich immer wieder zwischendurch einschlief…
Mich hat also angesprochen, dass andere Leser nicht begeistert waren. (gibt mir jetzt ein wenig zu denken…)
Die restliche Werbung, geplant und von der Autorin offensichtlich gewollt, der Beitrag auf ihrer Homepage und das Video dagegen, haben mich wieder abgeschreckt. Zum Kauf verleitet hat mich dann aber, nach Nachdenken, meine Erinnerung an die anderen Teile. Das kann die Autorin so nicht planen.

Oder hat sie das eventuell?
Hat sie das Video gesehen, sich gedacht „Klasse, war günstig und ist immer noch besser als nichts“ und hat es zur Not mit dem Hintergedanken „Auch Antiwerbung ist Werbung“ auf die Homepage gestellt?
Hat sie damit gerechnet, dass andere Leser sich über das Buchthema auf ihrem Facebookaccount unterhalten und so Leute wie mich neugierig machen?

Ich weiß es nicht, aber ich finde es interessant, dass man als Autor diesen Punkt in der Werbemaschinerie nicht unterschätzen darf. Man selber gerät vielleicht in Gefahr von potentiellen Lesern durch zuviele Posts als nervig empfunden zu werden. Darum muss man es schaffen, dass Leser sich untereinander über das Buch unterhalten. Es ist wichtig mit so etwas „zu spielen“ und sich diese Lesermeinungen zunutze zu machen.
Aber was wäre gewesen, wenn ich nicht schon andere Bücher aus der Reihe gelesen hätte? Hätte ich, nachdem Video (Ihr merkt, das stört mich wirklich) das Buch noch gekauft, wenn ich nicht im Hinterkopf meine Erinnerung an das vorherige Buch gehabt hätte?
Ist damit diese Antiwerbung wirklich als Werbung und sinnvoll zu bezeichnen?

Ich kann es echt nicht sagen. Fakt ist, dass ich das Buch jetzt gekauft habe und wenn ich nicht verzweifelt versuchen würde den Dan Wells zuende zu lesen, würde ich mir heute Abend den Vorgänger nochmal ansehen. Ach, was, seien wir ehrlich, wahrscheinlich pack ich Dan Wells in die Ecke und lese den Vorgänger 🙂

Mich würde jetzt interessieren, was für Erlebnisse Ihr mit Werbung gemacht habt. Kann man irgendwas vergleichen? Oder bin ich nur merkwürdig?
Wie wirken besondere Werbestrategien auf Euch? Was kriegt Euch jedesmal, was schreckt Euch ab?

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9 Antworten zu “Der schmale Grad der Werbung

  1. Ich kann deine Kaufentscheidung gut nachvollziehen – oft sind es gerade die negativen Stimmen der anderen, die einen das Buch haben lassen wollen. Um zu sehen, ob das Buch wirklich so mies ist. Ob der Autor einen noch immer fesseln kann. Ob die anderen Recht haben oder man selbst. Und wie es sein kann, dass ein Autor, der so tolle Bücher schreibt, einen so schlechten Geschmack bei Trailern/Kampagnen/Ads hat.
    Ich hab mal eine Rezi zu einem Fantasy-Buch gesehen, dass das Buch total lobte, aber trotzdem nur 2 Sterne vergab, weil „es wäre so ein tolles Buch gewesen, wenn der HC nicht schwul wäre“. Das Buch landete sofort in meinem Einkaufswagen 😀

    Was mich kalt lässt, sind gehypte Bücher. Da kann noch so viel Werbung gemacht werden, wenn mich der Inhalt nicht interessiert oder ich den Stil des Autors nicht mag, werde ich es nicht kaufen. Werbung macht mich auf Bücher aufmerksam, aber über einen Kauf entscheiden Klappentext und Leserstimmen. Wobei mich negative Rezis mehr interessieren, weil da oft Sachen dabei sind, die andere stören, ich aber an Büchern mag (s.o.).

    Ich hab mich vor Jahren studienbedingt recht intensiv mit Werbung auseinandergesetzt und weiß über die Strategien, die dahinterstehen, Bescheid, was nicht heißt, dass ich immun dagegen bin 😉 Aber es nützt die beste Werbekampagne nix, wenn mich der Inhalt nicht interessiert (mein Problem mit Heitz).
    Was ich nicht ausstehen kann, sind diese „kauf mich!“ Posts von Autoren. Aufs Buch aufmerksam machen ist ok, es mir unter die Nase reiben nicht.

    Um den Bogen zu oben und deinen Beitrag zu schließen: Ich kaufe die Romantic Suspense Bücher einer Autorin, weil ich das erste Buch der Reihe liebte und das zweite toll fand. Das dritte war ok, beim vierten wurde es merkwürdig. Und danach ging es nur mehr bergab. Aber höre ich auf? Nein, ich kaufe weiter die Bücher, weil die Hoffnung besteht, dass die Autorin wieder zur Form des ersten Buches zurückfindet. Eine Hoffnung, die bis jetzt enttäuscht wurde. Frei nach Einstein: Leserwahnsinn besteht darin, immer das nächste Buch der Reihe zu kaufen, aber auf ein anderes Ergebnis hoffen als beim letzten Buch 😀

    • Schön, dass ich nicht allein stehe 😉
      Ich hätte ebenfalls das Buch mit dem schwulen Helden eingepackt und bei dem Romantic Suspense bin ich jetzt sehr neugierig. Ich hätte da ein oder zwei Autorinnen, die im 1. Buch unglaublich gut waren und nach einer Weile nur noch unglaublich waren.

      • *lach* Ja, das mit „nur noch unglaublich“ trifft es.
        Falls du den Niedergang einer Serie lesen willst: Maya Banks, KGI-Reihe. Das 1. Buch „pushed all my favorite buttons“ 😛 (Entführung, Amnesie, leidender Held – her damit!)
        Als Banks mittendrin anfing, paranormale Elemente reinzuwerfen (für 2 Bücher), ging auch die Qualität runter. Vom Schema „Frau wird weggesperrt, sobald Held sie in seinen Fingern hat“ will ich erst gar nicht reden.
        Schlimmer noch ist „Held wird vom Badass zum wimmernden Weichei, wenn er mit ihr im Bett ist“ – mal ehrlich, warum reden Männer in diesen Büchern dauernd Romane beim Sex? Wo sie sonst nur 2-Wort-Sätze bilden, kommt schwülstigste Prosa aus ihrem Mund. Ich hätte nicht gedacht, dass sie genug Blut im Hirn haben, um sich das auszudenken.
        Und trotzdem werde ich mir auch den nächsten Band kaufen, weil … weil es ja sein könnte, dass Banks wieder zur Form der ersten beiden Bände zurückfindet. Weil ich ungern Reihen abbreche. Weil zwischendrin Stellen sind, die beweisen, dass die Frau eigentlich schreiben kann.

      • Du bist Schuld, dass mein Hund sich jetzt erschrocken hat!
        Ich musste gerade so laut auflachen, dass er aus dem Schlaf aufgesprungen ist und den Fernseher (ausgeschaltet!) angebellt hat. Der alte Herr (Hund wird 13 J.) ist halt nicht mehr so ganz orientiert 😉
        Das Du ausgerechnet Maya als Beispiel nimmst, haut mich um. Ich habe die ersten drei Bände auf der Büchermesse geschenkt bekommen, einen auf Dt. die anderen beiden auf Englisch und mit jedem Buch dachte ich, dass wird ja immer schlimmer… ich habe die Serie dann abgebrochen, aber so ganz fassen kann ich es nicht, dass es so schlecht war 😉
        Kennst Du Shannon McKenna? Die habe ich auch auf der Messe kennengelernt. Sie erzählte von ihrer Buchreihe und vor allem dem aktuell erscheinenden Buch. Das hat mich komplett gereizt (ein totgeglaubter Bruder taucht mit Amnesie wieder auf), also habe ich mir alle Bände vorher besorgt (ich lese Bücher grundsätzlich der Reihe nach) und mich durchgekämpft… da waren einige nicht so gut bei, aber ich wollte zu diesem Bruder-Buch kommen, um es dann nicht so gut zu finden wie ich gedacht habe. Jetzt häng ich bei der Serie und die wird auch immer schlechter. Schade.

  2. Es heißt ja oft, dass Werbung nicht offensichtlich sein soll, sonder gut verpackt. Das bedeutet, es ist sinnvoller, einen Facebook Post über ein Foto mit einem Experimentmann mit der Frage: „Könnt ihr euch den als Hauptfigur meines nächsten Romans vorstellen?“ zu schreiben als zu sagen: „Kauft doch mein Buch mit dem Experimentenmann.“ Daran versuche ich mich so gut es geht zu halten, aber es klappt auch nicht immer.
    Ich lasse mich ja ganz persönlich nur auf diese Art und Weise zum Kauf animieren. Jedes super Werbeposter mit ‚Kauf mich‘ ignoriere ich einfach, weil es zu aufdringlich ist. Ich habe dann das Gefühl, mir wird die Entscheidung abgenommen.

    Zum Thema ständige Buchwerbung auf Autorenseiten. Ganz ehrlich, da wäre ich wie du. Weg mit dem Like. Wenn ich einem Autor/in folge, möchte ich etwas über ihn/sie und seine/ihre Arbeit wissen und einen gewissen Mehrwert für mein Vertrauen bekommen.

    Grüße
    +Mika+

    • Aber würdest Du Dich bewußt für ein Buch interessieren, weil andere es ablehnen? Das war mir so bisher noch neu 🙂
      Der Gedanke mit der Frage zum Experimentmann gefällt mir. Das versuch ich bestimmt auch irgendwann(nicht den Experimentmann zu schreiben, sondern die Art der Werbung)

      • Auf jeden Fall. In einem meiner Blog- Beiträge ging es auch um etwas Ähnliches. Nämlich, dass ich negative Kritik nicht immer schlecht ist, weil sie auch neugierig machen kann. 🙂

  3. Hallo Sissi!

    Nun hab ich es endlich mal geschafft, hier reinzuschnuppern, und dann kommst du gleich mit so einem Thema. 😉
    Ich muss gestehen, mich überzeugen gerade bei Büchern immer nur Rezensionen und nicht die Werbung. Werbung schafft es, dass ich mal nach den Rezensionen gucke, ja. Aber ich kaufe inzwischen fast kein Buch mehr, ohne mir vorher auf LovelyBooks die Rezensionen anzugucken und da besonders die nicht so guten, um zu schauen, was die Kritikpunkte sind und ob mich das stört.

    Bei deinem konkreten Beispiel ist der Knackpunkt glaube ich eher die Tatsache, dass die Autorin was Neues ausprobiert. Sie schreibt für eine weibliche Zielgruppe und nutzt dafür ein Tier, das bei 98% der Frauen keinen besonders hohen Beliebtheitsgrad hat. Das ist riskant, das hat bisher noch keiner gemacht und deswegen sind die kritischen Meinungen dazu interessant, weil sie einem aus der Seele sprechen.
    Und gleichzeitig ist da in dir das Autorenstimmchen, das dir zuflüstert: „Aber spannend ist es ja schon… Das wäre eine echte Herausforderung, so ein Konzept zu verkaufen.“ Und dann ist da die Neugier. So ist es jedenfalls oft für mich. Auf diesem Wege entstanden 90% meiner Unconventional-Fanfictions. Erst das „Neeee….“ und dann fünf Minuten später das „Oder?“. Und je mehr Leute mir dann sagten, dass das eine blöde Idee ist und nicht funktionieren wird, desto begieriger war ich, ihnen das Gegenteil zu beweisen. Ich kann mir gut vorstellen, dass zu deiner Kaufentscheidung auch die Frage beigetragen hat, ob Frau Feehan es schafft, alle vom Gegenteil zu überzeugen.

    Denn wenn es in dem Buch nicht um eine Spinnenfrau, sondern um eine Vampirfrau ginge, würde dich eine schlechte Kritik kalt lassen. Schlechte Vampirromane gibt es zu Hauf, es lohnt sich nicht, mit noch einem von der Sorte die Zeit totzuschlagen. Ein schlechter Spinnenroman wär wenigstens mal was Neues und gerade von der Autorenseite her sehr interessant. 😉

    • Hey,
      ich freu mich, dass Du hergefunden hast!!!
      Und ich glaube, Du hast ein paar sehr richtige Punkte erwischt. Das 98% aller Frauen Spinnen nicht gerade als Haustier haben wollen, daran hatte ich nicht mal gedacht (und das obwohl ich die Erste bin, die nach ihren Männern schreit, wenn so ein Vieh irgendwo auftaucht), und ja, schlechte Vampirromane braucht kein Mensch mehr 😉
      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich hoffe, Du schaust jetzt öfter vorbei!

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