Guter Wein muss reifen

Eine gute Geschichte offenbar auch.

Zu dieser Erkenntnis gelang ich im Moment jedenfalls.
Im August letzten Jahres kam ich zu dem Schluss, dass der erste ANTARES Teil Schrott ist und neu geschrieben werden muss. Anläßlich des Novembers (NaNo) veränderte ich den Hauptteil der Geschichte und wollte diese dann neu schreiben. Es gelang ja nun nicht so gut 😦
Aber im Dezember dann, nahm ich mir vor. Ich erstellte einen Schreibplan, weil ich gemerkt habe, dass ich ein Deadline-Autor bin. Gib mir einen Termin und ich schaff es. Sag mir, das muss dann irgendwann fertig werden, passiert gar nichts. Also Deadline 🙂
Und ich schaffte nichts außer mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Aber immerhin las ich ganz viele interessante Blogbeiträge zum Thema Schreiben. Ich gönnte mir die Videos von Dan Wells zum Thema Plotaufbau und auch wenn ich mit seinem System schon einige Zeit arbeite, war es doch interessant zu sehen, wie er es erklärt. Dann kam ich auf den Gedanken mit den 50k in 5 Tagen. Auch das funktionierte offenbar nicht, weil ich gerade mal die Hälfte schaffte.

Offensichtlich ist das aber egal, denn diese Hälfte ist richtig gut geworden. Einiges muss überarbeitet werden, ja, aber dennoch ist nicht alles Mist daran und ich mag, wie die Charaktere sich entwickeln.

Inzwischen bin ich eine Hälfte weiter (heute schaff ich dann endlich die 50k 🙂 ) und diese Geschichte überrascht mich komplett. Ich bin da natürlich nicht ganz objektiv, aber ich habe das Gefühl, sie ist schreibtechnisch betrachtet ein Quantensprung entfernt von meinen anderen Geschichten, und zwar im positiven Sinne.
Die Charaktere sind weniger hölzern und viel lebendiger. Die Geschichte zieht sich zwar immer noch (ich kann mein Dauergeschwafel einfach nicht abstellen), aber sie hat mehr Handlung. Es liest sich flüssiger. Es kommen Plottwist vor, von denen ich nicht mal was geahnt habe!

So, wie ich die Geschichte in diesem Moment schreibe, ist zwischen der ursprünglichen Version und dieser ein Unterschied wie von einem Erstklässleraufsatz zum Bestsellerautor, und das obwohl mein innerer Kritiker mir regelmäßig zuschreit, dass dieser oder jener Absatz eigentlich raus kann und dieser oder jener Satz überhaupt nicht geht.

Meine Geschichte musste offenbar reifen, und das hat sie jetzt ziemlich gut getan 🙂

Darum bin ich auch nur ein klein wenig sauer, dass ich meine eigene Deadline nie im Leben schaffen werde.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

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Eine Antwort zu “Guter Wein muss reifen

  1. Manchmal macht man als Autor einen gewaltigen Qualitätssprung, ohne sich dessen bewusst zu sein. Umso besser, wenn dir das bewusst ist und du selbst erkennst, dass es und was besser ist. Ha, innerer Kritiker, nimm das!

    Ich arbeite gut mit Deadlines, nehme meine eigenen aber nie ernst. Schwerer Mangel an Selbstdisziplin. Ich brauche eine „äußere“ Deadline, deshalb funktioniert der NaNo gut bei mir. Oder interne Wetten mit Freunden, bei denen ich einen hohen, peinlichen Einsatz habe 😛

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