Shortlist-Gutachten

Nach fast sechs Wochen habe ich eindlich mein Gutachten für „Meeresraunen“ bekommen und natürlich fällt es so aus, wie ich es mir seit 5,5 Wochen gedacht habe: negativ.
Droemer Knaur möchte mein Buch im Moment nicht haben.

Überraschender Weise bin ich davon jetzt kein bischen geknickt oder deprimiert worden. Ich sage mir ja immer, dass ich bei meinen eigenen Sachen zu kritisch bin und das andere meine Sachen völlig anders beurteilen als ich selber. Aber nachdem ich „Meeresraunen“ jetzt gefühlte 100 Mal gelesen und bearbeitet habe, sind mir ein paar Dinge aufgestossen, die ich hätte anders machen können.
Die Betaleser (nicht mit mir verwandt oder verschwägert, eigentlich Zufallsbekannte im Netz, der eine davon ist sogar wirklich Buchlektor, allerdings in einem komplett anderen Bereich) waren vom Buch begeistert.
Testleser haben es geliebt und offensichtlich auch sofort gekauft.
Das Lektorat von Droemer hatte etwas daran auszusetzen.

Insofern könnte ich mich jetzt hinsetzen und sagen „Was wissen die denn schon, was der Leser wirklich lesen will?“ oder ich kann mich hinsetzen und sagen „Verflixt nochmal! Die nennen genau die Punkte, die mir selber inzwischen sauer aufgestossen sind!“

Ihr könnt Euch hoffentlich inzwischen vorstellen, was ich mache, oder?

Ja, genau.
Ich habe das Gutachten jetzt einmal gelesen, schnell überflogen, weil ich natürlich auch enttäuscht war. Als Nächstes werde ich mir die Punkte genau ansehen und mich selbst fragen, was davon stimmt und was ich für blöd erachte und dann werde ich vermutlich alle genannten Punkte auf einem Zettel an die Wand über meinem Schreibtisch pinnen und sobald ich mit diesen zwei Überarbeitungen fertig bin, eine dritte Überarbeitung anfangen, nämlich „Meeresraunen“ unter den genannten Punkten.

Das Buch kann nur besser werden und ich kann als Autorin nur gewinnen.

 

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2 Antworten zu “Shortlist-Gutachten

  1. Ich glaube, dass ist auch ein Grund, warum ich wohl nie professionell ein Buch schreiben werden, diese ständige überarbeiten, würde mich so nerven, vor allen Dingen wenn man der festen Überzeugung ist, dass eine Szene etc. genauso stattfinden muss, wie geschrieben. Also Hut ab, dass du da so fleißig und wahrscheinlich auch in einem gewissem Maße objektiv an die Sache rangehen kannst.

    Mich interessiert natürlich brennend, ob du mit dem Gesagten im Gutachten einhergehst oder ob du es auf den Scheiterhaufen verbrennen möchtest. Ich will nicht behaupten nicht kritikfähig zu sein, aber wenn es solche Sache geht, in die man sein Herzblut gesteckt hat, findet man Kritik doch beim ersten Eindruck erstmal grundsätzlich Scheiße.

    • Ja, ich glaube, die Gefahr hätte bestanden, aber dadurch, dass ich auch mittlerweile ein paar Schwachpunkte gefunden habe und das ausgerechnet die Dinge waren, die das Lektorat bemängelt hat, bin ich mit deren Gutachten eigentlich zufrieden.
      Natürlich erhofft man sich das immer anders, aber das war jetzt erst mein 5.ter Verlagsversuch. Selbst Stephen King hat über 50 Absagen bekommen und ich bin mit Sicherheit kein Stephen King
      Hey, und außerdem: Jetzt haben wir endlich etwas gefunden, wo ich perfektionistisch bin! Nicht immer nur Du! *lol*

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