April Rückblick

Ein kleiner Rückblick auf den Monat April in dem ich… bestimmt irgendetwas getan habe, nur nicht das, was ich eigentlich wollte.

Zunächst einmal ist die Sache mit dem Veröffentlichen immer noch nicht angelaufen. Ich finde jeden Tag neue Ausreden dafür. Nein, eigentlich nicht jeden Tag. Nur jeden Tag an dem ich mich darum kümmern will. An allen anderen Tagen bin ich hochmotiviert, sprudel über vor guten Ideen und könnte eigentlich sofort loslegen – wenn ich nicht gerade auf dem Weg zur Arbeit wäre oder so.
Aber ich bin jemand, der immer gerne über seine eigenen Probleme nachdenkt und von daher bin ich auf die Lösung für mein Rumgezappel aka Aufschieben gekommen. Eigentlich ganz einfach: Solange ich es nicht veröffentliche, kann ich nicht keinen Erfolg mit dem Buch haben. Ja, Ihr habt das richtig gelesen: Nicht keinen. Ich meine das so, und kommt jetzt nicht mit der doppelten Verneinung oder so.
Jedenfalls ist es doch so: Wir alle haben irgendwann mal einen Traum gehabt (oder ein paar besonders Glückliche haben ihn auch immer noch). Mein Traum war, seitdem ich ca. 4 Jahre alt war, dass ich mal Bücher schreiben und veröffentlichen wollte. Dazu kam natürlich noch, dass ich nur Bestseller schreiben  und Millionen damit verdienen wollte, dass ich in irgendeinem wunderschönen Strandhaus sitzen und den ganzen Tag schreiben kann. So sah ungefähr mein Lebenstraum für die ersten 20 Jahre meines Lebens aus.
Natürlich holte mich die Realität ein und ich begriff, dass die Sache mit dem Bestseller und dem Strandhaus vielleicht doch ein wenig weit hergeholt und unwahrscheinlich war. Ich fing an die Sache etwas kleiner zu stapeln, mich in meinem Traum schon damit zufrieden zu geben, dass ich meine Mini-Wohnung mit einem Halbtagsjob bezahlen kann, damit ich den Rest des Tages in meiner Fantasywelt schwelgen konnte. Ich stellte mir vor, wie es wäre irgendwo einen begeisterten Leser zu finden, der von meinen Büchern schwärmt. ich wollte mittlerweile gar nicht mehr reich werden, aber diesen begeisterten Leser wollte ich immer noch haben. Einen kleinen Augenblick hatte ich das auch, als ich die Fanfictionwelt entdeckte und im ersten Jahr ziemlichen Erfolg hatte. Alle waren begeistert, alle wollten mehr von meinen Stories lesen und ich war meinem großen Traum ein klein wenig näher gekommen. Ich hatte zwar meinen Traum um einiges reduziert, aber immerhin träumte ich noch.
Vor zwei Jahren hat mir eine befreundete Autorin erzählt, dass sie pro Buch knapp 3€ verdient, wohlgemerkt pro ebook. Ein gedrucktes Buch könnte sie sich im Eigenverlag gar nicht leisten. Sie hatte zu dem Zeitpunkt fünf Bücher bei Amazon hochgestellt und bekam davon pro Monat 25 – 50€, je nachdem wie oft sie ein neues Buch hochstellte. An den einzelnen Büchern saß sie jedes Mal fast ein Jahr, ihre Schwester hat das Lektorat übernommen und ihr Schwager hat ihr die schönsten Cover gebastelt. Wenn man so ein Gespräch führt und dann zu Rechnen anfängt, dann lohnt sich Schreiben nicht mehr, jedenfalls nicht aus finanzieller Sicht.
Ich reduzierte also meinen Halbtagsjobtraum zu einem Vollzeitjob und einen allabendlichen Kampf gegen Müdigkeit und familiären Verpflichtungen, um wenigstens ab und zu in meine Traumwelt abgleiten zu können. Wenigstens mußte ich nicht schreiben, was ich gar nicht lesen wollte, sondern konnte steif und fest behaupten, die Bücher zu schreiben, die mich glücklich machten.
Irgendwie reicht das nicht. Ich möchte schreiben, um gelesen zu werden. Nicht nur von mir. Ich bin bereit auf die Sache mit dem Bestseller, dem Strandhaus und die Halbtagsstelle zu verzichten, aber der begeisterter Leser bleibt eine Grundvoraussetzung für mein Schreiben.
Tja, und da komm ich jetzt zum Veröffentlichen, das ich vor mich herschiebe wie die lästige Steuererklärung (erinnert mich nicht daran!): Wenn ich veröffentliche, heißt es Farbe zu bekennen. Wird es Leute geben, die meine Bücher kaufen und sich darüber freuen? Oder wird es ein sinkendes Schiff in der Badewanne? Ich könnte bestimmt anfangs ein wenig Geld damit machen, wenn ich es schaffe aus meinem eigenen Schatten hervorzukriechen und für meine Bücher zu werben, aber werde ich auch Leser finden, die sich auf den nächsten Band freuen?
Wenn ich diese Leser nicht bekomme, dann wird auch der letzte Rest meines Traumes geplatzt sein und dieser Gedanke macht mir Angst.
Ich weiß, Ihr werdet jetzt sagen, dass ich doch gar nicht weiß, ob ich Leser bekomme oder nicht und dass ich es wenigstens einmal probieren soll, aber all das eben erzählte, hält mich vom Veröffentlichen ab und so steck ich in einer Art Dauerschleife: Motiviert und hoffnungsvoll, es zu versuchen, und zaghaft und in Schockstarre, um überhaupt nur dran zu denken.
Keine Ahnung, wie das enden soll. *seufz*

Das Editieren meiner 5er Reihe stellt mich vor dieselben Schwierigkeiten. Ich mach das nur für mich, das ist mir klar, und insofern könnte ich es auch sein lassen, die Bücher drucken und in mein Regal stellen, aber gleichzeitig möchte ich das tun. Sie sind mir wichtig und ich will sie so gut wie es mir in diesen Moment möglich ist beenden. Das Problem ist, ich bin zu sehr die Autorin der Bücher. Ich lese eine Seite, streiche Adjektive und Adverbien, stelle fest, dass bestimmte Sätze sich wiederholen und kümmere mich darum und im nächsten Moment bin ich komplett begeistert, was für eine tolle Geschichte ich geschrieben habe, wie lebendig sich die Charas anhören und wie sehr ich sie mag und schon finde ich keine Fehler mehr und stecke fest. Ich habe es mit Ausdrucken versucht, mit Vorlesen, mit einzelnen Absätzen. Nichts hilft. Ich verrenn mich in mich selbst 😦 und das macht mich wahnsinnig!
Zurzeit (seit 10 April ungefähr) steck ich in einer Szene, die mir tatsächlich nicht gefällt, die ich also locker editieren könnte, und was ist? Sie ist wichtig für die Handlung und insofern könnte ich vielleicht Rechtschreibfehler und Wiederholungen streichen, aber der Inhalt muss bleiben. Genau der Inhalt, der mir nicht gefällt!
Ein weiterer Teufelskreis tut sich mir auf!

Getanglet habe ich in diesem Monat auch weniger 😦

Camp NaNoWriMo: War ein Reinfall. Ich habe mir die stolze Zahl von 30k vorgenommen, habe sie am 15. erreicht und seitdem nichts mehr gemacht. Die Geschichte, eine lockere Aneinanderreihung von Fanfiction zu bestimmten Prompts, hat mich überhaupt nicht mitgezogen und ich war regelrecht erleichtert und dankbar, als ich mein Ziel erreicht hatte und aufhören durfte. Kein Ehrgeiz, kein Durchhaltevermögen. Frustrierend!

Meine launische Muse hat sich übrigens auch in die Michael-Geschichte verbissen. Mittlerweile ist es soweit, dass ich kaum noch Radio hören kann ohne auf ein bestimmtes Lied zu stoßen, dass perfekt zu meiner Idee passt (Somekindawonderful – Reverse, falls es jemand wissen möchte).
Es wird also ziemlich sicher einen 6. Band für meine 5 bändige Reihe geben *lol*

Und was mach ich sonst noch?
Ich dachte mir, ich erzähl hier auch mal von meinen gelesenen Highlights, von meiner TV-Sucht und von was auch immer in meinem Kopf vorgeht.
Meine lesetechnisches Highlight diesen Monat ist von J.R. Ward „The Shadows“. Ich liebe die Black Dagger Reihe seit Jahren und dieses Buch ist da keine Ausnahme, auch wenn ich ein paar Schwachstellen im Buch gefunden habe. Es ist trotzdem fantastisch!
TV-Serien mäßig hat mich immernoch The Flash im Griff, aber auch Arrow und Daredevil haben es mir angetan. Ich erkenne da die Andeutung eines Musters 😉

Ansonsten ist endlich Frühling. Ich war sogar schon im Garten und habe mich um das Unkraut gekümmert. Mein Mann behauptet steif und fest ich hätte es gedüngt, weil es selten so schnell wuchs wie in den letzten drei Wochen, aber eigentlich habe ich es ausgerupft.
Der Write de Mayo hat angefangen und ich war nicht mal in Versuchung mitzumachen 😉
Dafür habe ich in diesem Jahr noch nicht eine Challenge der Zentangle Seite verpaßt!

Wie geht es Euch so? Pläne? Dinge, die Ihr der Welt mitteilen wollt?

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4 Antworten zu “April Rückblick

  1. Mach es einfach! Zweifel waren bei mir bis zum Donnerstag dabei. Es waren die selben, die auch du dir gestellt hast: Wird überhaupt irgendjemand mein Buch lesen wollen? Mittlerweile wurde es auf neobooks über 100 Mal angeklickt und ich weiß von einigen, dass sie es sich runtergeladen haben.
    Vielleicht hilft es dir, wenn du dir klar machst, dass es nicht perfekt sein muss. Gibt deine Geschichte einem Leser deines Vertrauens oder bring es in eine andere Form (z.B. als Ausdruck), dann fällt dir vielleicht das Überarbeiten leichter. Du kannst auch versuchen, dir eine Deadline zu setzen, zur Not bei jemandem, der dir auch Druck machen kann und mal nachfragt, wie weit du bist 🙂
    Wirklich zufrieden wirst du niemals sein, das kann dir jeder veröffentlichte Autor sagen. Vielleicht solltest du dir vor Augen halten, wie viele schlechte Bücher täglich veröffentlicht und trotzdem gelesen und geliebt werden. Selbst die gehypten Bücher oder auch Bücher die du selbst liebst und liest, sind nicht perfekt – hast du ja oben geschrieben ^^
    Also, krieg deinen Hintern hoch: Das Leben findet außerhalb der Komfortzone statt!

    Hab noch einen schönen Sonntagabend, Tinka 🙂

    • Wow!
      Das Leben findet außerhalb der Komfortzone statt!
      Das ist mal ein Satz, der mich da trifft, wo es weh tut (das sag ich einer Freundin nämlich immer… ist irgendwie als wenn Du mir einen Spiegel vorhälst)
      Danke für Deine lieben Worte!!!

  2. Ich bin beeindruckt, wie du Job, Familie, Haushalt, Garten und Freizeitvergnügen wie Lesen und Fernsehgucken unter einen Hut bringst UND dabei noch Bücher schreibst. Ich wär mit der Hälfte davon schon überfordert.

    Was den Hänger beim Editieren angeht: Wenn dir der Abstand zum eigenen Buch fehlt und du keine Zeit hast, es einige Monate abliegen zu lassen, dann schnapp dir einen brutal ehrlichen Testleser, der dir eine andere Perspektive bietet. Wirkt bei mir immer Wunder, und danach töte ich meine Lieblinge mit einer Axt (heulend, zeternd und mosernd, aber sie fliegen raus).

    Ich hab Camp NaNo nach einem halbherzigen Versuch (eine Stunde lang probiert zu schreiben, es kam nur Schrott raus) aufgegeben und warte auf November. Bin mehr der Herbst/Winter-Schreiber. Du hast immerhin dein Ziel erreicht, also sei nicht so streng mit dir. Du kannst dich mit Recht Gewinnerin nennen 🙂

    Dass du nur rausfindest, ob andere deine Bücher mögen, wenn du sie veröffentlichst, ist dir bereits klar. Du musst „nur“ mehr die Angst vor diesem Schritt besiegen. Wie wär’s, wenn du die Sache nicht gleich so hochbauscht – es ist nur ein Buch, eine Geschichte, und nur weil jemand diese nicht mag, heißt das nicht, dass der Leser andere Bücher von dir ebenfalls nicht mögen wird.
    Jeder Geschichte ist eine Chance, Leser zu finden, denen sie gefällt. Wäre es nicht schön, anderen Leuten eine Freude mit deinen Stories zu machen, sie zu unterhalten, berühren und in deine Welten entführen? Sicher werden ein paar dabei sein, denen dieser Ausflug nicht gefällt, aber deshalb ist dein Traum nicht geplatzt. Es wird immer eine neue Geschichte geben, einen neuen Versuch, Leser zu erreichen, einen weiteren Traum.
    Wenn einer mal sagt, nee, das war nicht’s für mich, ist das kein Scheitern, weil du diese Meldung nur hörst, wenn du eine Veröffentlichung gewagt hast. Es ist der Sieg des Mutes über die Angst vor der Veröffentlichung. Du schaffst das! *daumendrück*

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