Die Wege meiner Muse…

… sind nervig!

 

Jetzt, zwei Wochen nach dem Ende des NaNos, muß ich leider feststellen, dass meine Muse und ich, die im November noch beste Freunde waren, ein Problem miteinander haben.

Wir gehen nicht gerade getrennte Wege, wie es in manchen lustigen Spruchbildern so schön heißt und meine Muse geht auch nicht gerade freundlich winkend an mir vorbei (das Bild mag ich trotzdem irgendwie…). Nein, meine Muse ist zickig.

Sie ist oberzickig sogar!

Stellt Euch einfach vor, meine Muse wäre der Typ aus Zombieland, der die ganze Zeit diese Schokiriegel haben will. Kurz vor dem Ende des Films bekommt er die Riegel, aber bis es zu diesem entscheidenen Highlight kommt, ist er echt frustriert und kein netter Zeitgenosse.
So ungefähr stellt sich meine Muse an.

Mein Problem ist jetzt nur: Was zum Geier ist ihr Highlight???

Es fing damit an, dass ich meine NaNo Geschichte echt mochte. Die Charas gefielen mir sehr gut, die Handlung lief flüssig und ich hatte echt Hoffnung, die Geschichte noch im November zu beenden.
Dann kam der Dezember und irgendwie war schlagartig die Luft raus. Ich quälte mich eine Woche herum, um festzustellen, dass es evtl. an der Szene liegt, die mich genervt und gelangweilt hat. Okay, ein Punkt zum Editieren. Aber ich wollte die Szene trotzdem nicht einfach überspringen. Ich bin schließlich kurz vor dem Ende *hust*
Wenn ich nicht schreibe, weil ich gerade Bahn fahre oder mit den Hunden unterwegs bin, dann stelle ich mir die nächsten Szenen in der Geschichte vor. Ich arbeite sie dann regelmäßig schon gut aus, aber da ich gerade in einer langweiligen Szene stecke, wollte ich nicht vorgreifen, also habe ich beschlossen, meinen Verstand auf etwas anderes zu stürzen: Erinnert sich noch jemand, dass ich sagte, dass diese Geschichte der Abschluss meiner 5teiligen Reihe sein könnte? Und das ich evtl. noch eine kleine Kurzgeschichte für einen ständig auftauchenden Nebendarsteller überlegen würde?
Ich schickte meinen Verstand also auf die Suche nach besagter Geschichte. Ich meine, ich weiß von dem Mann nur, dass sein Name Michael ist (nicht mein Lieblingsname, aber ich dachte auch immer, er wäre spätestens im nächsten Teil vergessen) und dass er hilfreich ist, was die Plotentwicklung in Geschichten angeht. Wie also sollte seine Geschichte aussehen?
Ich begann zu grübeln.
War er vielleicht schwul? Nein. Irgendwie nicht.
Hat er eine besondere Vergangenheit? Nein, auch irgendwie so gar nicht.
Ist er vielleicht schon verheiratet? Ein Massenmörder? Religiöser Fanatiker? Äh…

Meine Muse zog mich also langsam und immer sicherer in Richtung Michael, während ich an dieser langweiligen Szene von Rhayce herumschrieb. Ich schwöre, die Szene hatte vielleicht 3000 Wörter, aber wenn man sich pro Tag nur durch maximal 300 Wörter kämpft, dann dauert so eine Szene ewig *seufz*
Schließlich hing ich letzte Woche da und erwog allen Ernstes Rhayce in den Kurzurlaub zu schicken und stattdessen Michaels Geheimnis auf den Grund zu gehen. Aber das hätte meine komplette Planung über den Haufen geworfen!

Also hörte ich auf, mir Gedanken über Michael und seine Geschichte zu machen und nahm mir stattdessen zum ersten Mal seit Oktober Bücher zur Hand.
Dazu müßt Ihr wissen, dass ich zu 99% nur noch Englisch lese und wenn ich das tue, beeinflußt das mein Schreiben negativ. Während des NaNos habe ich also sehr viel Musik gehört und nicht gelesen.
Letzte Woche habe ich mir ein neues Buch heruntergeladen, eine Weihnachtsgeschichte von einer Autorin, die das Wort Sci-Fi wahrscheinlich nicht mal kennt. Sie schreibt einfache romantische Geschichten, ohne große Dramen und Monster, dafür mit ganz viel Herz und ich bin jedesmal am Ende in Tränen aufgelöst. Für Weihnachten hat sie eine 100 Seiten Novelle geschrieben. 100 Seiten zu Lesen ist kein großes Ding und es bringt meinen Verstand von Michael weg – dachte ich.

Um dann gestern völlig verheult in der Bahn zu sitzen (ich wußte es vorher, warum also mußte ich das Buch unbedingt in der Bahn zuende lesen????) und festzustellen, das ihre Charaktere viel besser und glaubwürdiger sind als meine. Ihre gesamten Dialoge haben all die Punkte, die meinen fehlen und die Art, wie ihre Charaktere ihre Gefühle ausdrücken, klingt unglaublich gut, meine stottern immer nur blöd.

Ergebnis Nr.1: Ich kann jetzt weder Michael noch Rhayce Geschichte schreiben, weil beides blöd ist. *schmoll*

Ergebnis Nr. 2: Ich möchte ein Reread der gesamten Buchreihe anfangen. Sind doch nur 18 Bände von der Autorin. Das sollte bis Weihnachten zu schaffen sein.

Ergebnis Nr. 3: Ich mag die beiden vorherigen Ergebnisse nicht!

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2 Antworten zu “Die Wege meiner Muse…

  1. Du hast mein volles Mitleid, was deine Muse angeht. Anscheinend ist eine Nebenaufgabe jeder Muse, ihren Autor in den Wahnsinn zu treiben. So hilfreich sie sein können, manchmal möchte man sie einfach nur knebeln und eine Woche in den Keller sperren.
    Ich würde Ergebnis Nr. 3 zum Anlass nehmen, Ergebnis Nr. 1 und 2 zu deinen Gunsten zu ändern. Wobei Nr. 2 das leichtere Ziel ist, es könnte nur mit der Zeit knapp werden. Es sind nur mehr 10 Tage, und bei so lästigen Dingen wie Dayjob kommt man einfach nicht so zum Lesen, wie man möchte 🙂

    • Du glaubst gar nicht, wie schnell ich lesen kann! *gg*
      (Außerdem habe ich jeden Tag eine Stunde Zugfahrt auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Da schafft man einiges)

      Ich denke, ich werde einfach das tun, was man während des NaNo mit dem Editor tut: Ich sperre meine Muse in den Keller. Diese verflixte Geschichte war noch vor zwei Wochen mein absoluter Liebling und ich wußte zwar, dass sie Höhen und Tiefen hat, aber ich war trotzdem von ihr begeistert. Insofern kann sie nicht so schlecht sein, wie ich es mir jetzt selber sage. Also ab mit der nervigen Muse in den Keller, wo sie gerne über Michael und was auch immer mein nächstes Projekt werden soll, nachgrübeln kann, für den Rest der aktuellen Geschichte wird sie aber hoffentlich nicht mehr benötigt. Ich arbeite jetzt strickt meinen Plan ab *gg*
      Danke für deinen Kommentar!

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