Tinka’s Fragestunde

Tinka hat in ihrem Blog ein paar Fragen anläßlich des NaNoWriMo gestellt und da ich gerade versuche mich mit einem Tee vor dem Schreiben zu entspannen, aber solche Fragen einfach nicht unbeantwortete im Raum stehen lassen kann, dachte ich, ich antworte hier mal darauf. Vielleicht hat noch jemand Lust die Fragen zu beantworten?

Die erste Woche ist vorbei. Wie fühlst du dich?

Grundsätzlich müde, aber das kommt vom Bahnstreik und von viel zu vielen Stunden in der Arbeit und nicht vom Schreiben. Dann bin ich auch ein wenig von mir selbst genervt, weil ich das Gefühl habe, ich schreibe gerade nur Sachen, die alle hinterher dem Editor zum Opfer fallen werden. Schließlich habe ich gerade knapp 20k an Wörtern fabriziert und mein Held hat noch nicht mal die Heldin kennengelernt. Das ist entschieden zu langatmig!

 

Schreibst du allein oder nutzt du die Macht der Gruppe?

Allein. Ich mag die Schreibspiele, aber nicht immer, und wenn ich mich zum Beispiel im NaNo Forum umsehe, dann kommt da speziell in diesem Jahr kaum mal ein Thread bei dem ich unbedingt antworten möchte. Auch gibt es mir wenig, wenn ich mich zu einem WordWar verabrede, dann 15 Minuten schreibe und dann lese wieviel oder wie wenig mein Gegner an Worten geschafft hat. Ich glaube, das war früher anders, aber auch nicht sehr viel.

 

Hast du geschafft, was du schaffen wolltest?

Ja und Nein.
Ja, ich habe es geschafft bisher jeden Tag mindestens 2500 Wörter zu schreiben. Damit bin ich schon sehr zufrieden.
Nein, ich wollte am Wochenende, am ersten NaNo Wochenende dieses Jahr viel mehr schaffen, bin dann aber von meiner Muse komplett zum Blödsinn verführt worden und habe mich nur auf Youtube rumgetrieben.

 

Wie sieht dein Ziel für den NaNo aus und hast du es in dieser Woche evtl. noch angepasst?

Mein NaNo Ziel sieht ansich immer so aus, dass ich ihn schaffen möchte. In irgendeinem Jahr hatte ich die zweite Hälfte einer Geschichte geschrieben und ich wußte, dass es auf jeden Fall für 50k reichen würde, aber mir ging es darum innerhalb des November das Wort „Ende“ unter die Geschichte zu schreiben (was ich geschafft habe!). Dieses Jahr habe ich eine Geschichte neu angefangen und da die Vorgänger alle um die 120k hatten, weiß ich dass eine Beendigung nicht in Frage kommt, aber 75k wären schon mein Plan.

 

Bis du zufrieden mit dem, was du schreibst oder sagst du dir “Ach, der erste Entwurf ist immer Mist”?

Ich habe gute Szenen oder auch nur gute Sätze darin. Das sind Sachen, wo ich am Liebsten der ganzen Welt davon erzählen möchte und es mir nur mühsam verkneifen kann.
Aber der größte Teil ist Editierschrott, denke ich. Doch das ist okay. Ich editiere lieber 100 gruselige Seiten, als das ich maximal 2 gute schreibe.

 

Erzähle mal ein bisschen von deinem Projekt:

Ich schreibe einen Sci-Fi Liebesroman (wer sich schon auf diesem Blog umgesehen hat, wird das inzwischen zur Genüge wissen *gg*).
Mein Held ist zu Beginn der Geschichte noch ein sehr junger Mann, gerade mal etwas älter als 20 Jahre alt, erfolgsverwöhnt und so gut behütet, dass er zwar weiß, dass schlimme Dinge geschehen können, aber der Gedanke ist so surreal für ihn, dass er überhaupt nicht realisiert, dass diese Dinge auch mal ihm passieren können. Er ist einfach sehr jung und optimistisch und hat diesen „Mir gehört die Welt“ Charme, dem niemand widerstehen kann.
Im Verlauf seiner Geschichte wird er jedoch auf grausame Art und Weise auf den Boden der Tatsachen herunter geholt und er muß sich aus einem ganzen Haufen sehr schrecklicher Szenen herauskämpfen. Gegen Ende des Buches ist er dann ca. 10 Jahre älter. Er hat ein Leben gelebt, dass keiner seiner Familie und Freunde jemals richtig nachvollziehen werden können und er hat Entscheidungen getroffen, die für jeden unbegreiflich sind. Er ist auf eine andere Art Erwachsen geworden, als seine Umgebung und das ist für manchen schwer.
Da es ein Liebesroman ist, gibt es natürlich auch noch seinen weiblichen Counterpart.
Sie ist, ähnlich wie er, noch sehr jung und wohlbehütet, aber anders als er wird an ihr Leben eine bestimmte Erwartung geknüpft. Sie soll die hübsche Puppe sein, die Deko-Figur ihres Vaters, die vielleicht mal in Sachen einer Allianz ganz nützlich sein kann, aber sonst gefälligst still zu sein hat.
Durch ihre Beziehung zu meinem Helden wird auch sie erwachsen. Sie lernt selbstständiger zu denken und vor allem für ihre Wünsche einzustehen und sie durchzusetzen. Und ganz zum Schluss begreift sie, dass es manchmal das Richtige ist, alles hinter sich zu lassen, um einen großen Schritt nach vorne zu gehen.

(klingt der letzte Satz geheimnisvoll? Mir gefällt er… auch wenn er viel dramatischer klingt als es in der Geschichte schlußendlich ist *kicher*)

 

Was möchtest du in der nächsten Woche schaffen?

Am Wochenende stehen erneute 10k auf meinem Programm und in der Woche möchte ich, trotz Überstunden, dasselbe schaffen. Damit sollte sich mein Wordcount dann auf etwas über 40k belaufen. Szenenmäßig kann ich das schlecht einschätzen. Mein Held lernt, wenn ich gleich schreibe, hoffentlich endlich mal meine Heldin kennen. Wie weit sich ihre Geschichte dann jedoch bis zum Ende der Woche entwickelt haben wird, kann ich nicht sagen. Ich habe zwar meinen festen Szenenfahrplan, aber sowohl mein Held als auch ich tendieren dazu plötzlich Dinge zu machen, die vorher gar nicht geplant waren, und meine Heldin kenn ich noch nicht mal richtig. Ich fürchte auch da Schlimmes!

 

Dein Tipp für andere NaNo’s:

Mein Tipp ist einfach: Findet Euern eigenen Weg!

Es nutzt nichts, sich anzuhören, dass der Eine die Schneeballmethode favorisiert oder der andere lieber ins Blaue hineinschreibt. Auch das Erstellen von Charakterblättern oder das Anhäufen von Belohnungshappen, sind möglicherweise nicht jeden Autors Ding. Jeder arbeitet anders und jeder kommt anders über den NaNo.
Man muß selbst entscheiden, welche Art für einen die Richtige ist, und wenn das zwei, drei verpatzte NaNos beinhaltet, dann sind sie nicht verpatzt, sondern eine gute Lehre gewesen.

In diesem Sinne werde ich jetzt schreiben gehen, damit ich danach noch meinen kleinen Erfolgseintrag machen kann 🙂

 

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