NaNo 10.11.12 + 11.11.12

Ich hatte einen Tag NaNo Pause.

Einfach aus dem Gedanken heraus, dass ich möglicherweise diesen NaNo sein lasse. Statt zu schreiben, habe ich mir also die Zeit genommen, um viel über meine Geschichte und meine Intention sie zu schreiben nachzudenken. Dazu war ich einfach mal faul. Ich habe weder geputzt, noch irgendwas anderes Wichtiges getan, und ich habe mir sogar eine Runde Mittagsschlaf gegönnt (was auch lange nicht vorgekommen ist). Gegen Abend bin ich dann auf den Gedanken gekommen, ich könnte doch auch mal wieder lesen. Also habe ich mir Bücher gesucht und angefangen zu lesen und irgendwie war das wie ein Rausch. Jetzt habe ich innerhalb von gut 16 Stunden 4 Bücher gelesen. Gut, es waren relativ kleine Bücher (sprich dünne), aber trotzdem. Dabei ist mir etwas aufgefallen, was mir sonst selten auffällt: Ich glaube, ich bin zu kritisch mit dem, was ich will.

Eine schöne Aussage, oder?

Die Geschichte hinter diesen paar Worten ist einfach erzählt: Ich wollte in diesem Jahr eine Slash Geschichte schreiben. Ursprünglich war sogar eine Fanfiction angedacht, auf die eine Freundin schon wartet, aber schon gleich nach den ersten zwei Seiten wußte ich, dass mein einer Chara dem Fanfiction Vorbild nicht im geringsten ähnelt, also würde es wohl bei nur bei einem Original bleiben. Aber nichtsdestrotrotz : Gay Romance.

Tja, und da wußte ich, dass der Sex ein Problem für mich sein würde. Irgendwie scheu ich mich vor den derben *hust* Ausdrücken, die in solcher Art Bücher zu finden ist. Ich habe kein Problem damit, dass Teilchen A in TeilchenB kommt, aber die richtigen Ausdrücke,um diesen Vorgang zu beschreiben zu finden, empfinde ich als schwer. Vor allem, weil ich so kritisch bin, dass es mich annervt, wenn die geschriebene Sprache der Emotion in der Szene nicht gerecht wird.

Lustigerweise hat mich jetzt aber nicht der Sex aus der Geschichte raus gebracht, sondern die Sprache an sich. Ich finde, es hört sich hohl und stockend an. Held A tut dies. Held B sagt das. Held A entdeckt, dass Held B dies denkt und jenes tut. Etc etc etc

Hört sich doch langweilig an, oder?

Finde ich auch.

Dazu kommt noch, dass mir die Emotion in der Geschichte fehlt. Warum Held A sich um Held B kümmert, habe ich noch gut rübergebracht, aber das er ihn attraktiv findet oder wohlmöglich mehr von ihm will, ist mir unterwegs verloren gegangen… und sofort habe ich das Gefühl, ich schreibe grottig, und für grottiges Schreiben ist mir meine Zeit zu schade. Da könnte ich dann auch genauso gut sitzen und meine Socken weiterstricken oder so.

Tja, und beim Lesen der vier Bücher nun (die natürlich ausgerechnet aus dem Gay Romance Bereich waren), ist mir etwas Überraschendes aufgefallen: Sie haben eine tolle Inhaltsangabe. Die Charaktere sind gut gezeichnet und sogar ansatzweise sympatisch (wenn man mal überliest, dass in dem einen Buch der eine Held mehr geheult hat als die typische Blondine in Horrorgeschichten schreit). Auch der Schreibstil war okay. Aber trotzdem fehlte etwas. Im ersten Moment kam ich nicht drauf, was es war. Ich weiß, ich habe gelesen, fand die Geschichte auch ganz gut und dann war sie zuende und mir fehlte etwas. Erst im dritten Buch fiel es mir auf (peinlich, oder?): Die Autoren (drei verschiedene!) hatten vergessen zu erwähnen, wann oder warum das Verliebtsein stattfand. Genau die Gefühle, die ich in meiner Geschichte vermisste, vermisste ich auch in den Büchern. Die Helden trafen sich, hatten wilden Sex *hust* und plötzlich war die Geschichte zuende. Wo oder warum zwei völlig unterschiedliche Charas sich verlieben, kam überhaupt nicht raus.

Diese Erkenntnis hat mich jetzt etwas verwirrt. Stelle ich vielleicht zu hohe Ansprüche? Schließlich sind diese Bücher ja tatsächlich über einen Verlag in den Handel gelangt. Irgendein Lektor hat sie gelesen, für gut befunden und in den Verkauf gesteckt – und Leute wie ich haben sie ja auch gekauft (und einige haben sogar sehr enthusiastische Reviews hinterlassen). Es muß also an mir liegen, oder?

Ich gestehe, diese Frage beschäftigt mich jetzt. Ist es möglich, dass ich zu wählerisch bin und darum auch mit meinen nicht perfekten Geschichten unzufrieden bin?

Andererseits habe ich früher Fanfiction geschrieben, die ich damals richtig gut fand. Die Geschichten hatten unheimlich viele begeisterte Leser und haben sogar Preise gewonnen. Es sind genau diese Geschichten, an die ich mich heute auch noch gerne erinnere. Wenn ich sie also damals gut fand, sie Leser hatten und ich sie heute noch mag, dann kann mein Schreiben damals doch nicht schlecht gewesen sein, oder meine Einstellung zu meinem Schreiben war nicht falsch.

Ist mein Schreiben dann heute schlecht? Oder meine Einstellung kompletter Mist?

Ich denke, den NaNo für diesen November aufzugeben, ist nicht umsonst, wenn ich stattdessen diesen Fragen auf den Grund gehe. Ich wünschte nur, ich finde eine Antwort, der ich auch vertrauen kann 😦

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Eine Antwort zu “NaNo 10.11.12 + 11.11.12

  1. Nö, liegt nicht an dir. Geht mir so, wenn ich Novellas lese, die meistens nur 100 Seiten umfassen. Die treffen sich, finden sich heiß, haben wilden Sex und am Ende ist es die große Liebe. Kann ich auch nie nachvollziehen.

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