Loveletter Convention 2012

Ich war ein wenig zweigeteilt, als ich zur Convention nach Berlin fuhr.

Einerseits habe ich mich gefreut, dass ich trotz einiger Schwierigkeiten (warum kann es bei mir nicht einmal mal problemlos gehen?) überhaupt nach Berlin konnte und dann wiederum war ich ein wenig unsicher, ob die Con überhaupt noch das Richtige für mich ist, schließlich lese ich zur Zeit kaum noch „richtige“ Liebesromane. Der Höchstfall der romantischen Gefühle ist bei mir im Moment erreicht, wenn ich eine FF oder ein gay romance Buch lese und selbst das tu ich (arbeitsbedingt) kaum noch. Was also soll ich bei einer Con, auf der ich bis auf zwei keinen Autoren kenne, also auch ihre Bücher nicht gelesen habe?

Aber wie heißt es so schön: Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul und außerdem habe ich mich auf die Mädels gefreut. Natürlich gab es auch da wieder Schwierigkeiten. Wer hätte denn auch ahnen können, dass eine österreichische Handy Nr. nicht so einfach anzurufen ist? Oder das ein Smartphone nur deshalb Smart heißt, weil der Benutzer einen gewissen IQ mitbringen muß? Ich jedenfalls nicht… *seufz*

Tja, und dann fing die Con an. Mein erster Panel hieß „Alpha Heroes“ und die beiden Autoren, die ihn abhielten, sagten mir gar nichts und ich war auch im ersten Augenglick ein wenig geschockt, weil Lisa Marie Rice eher aussieht wie eine kleine Rosamunde Pilcher, denn wie eine Liro Autorin, die ich wohlmöglich lesen würde… und dann machte sie den Mund auf und ich bin vor Lachen fast umgefallen. Sie und Shannon brachten einen guten Spruch nach dem Nächsten und hatten die perfekten Beispiele für Alpha Heroes, sodass ich da plötzlich saß und es mir egal war, ob ich noch Liros lese oder nicht, die Show war einfach grandios.

Der Rest des Samstag gestaltete sich ähnlich. Ich saß in Panels oder Workshops, hörte Lesungen und quatschte mit den Mädels. Abends schafften wir es einen Tisch beim Italiener zu finden (Restaurant lag direkt gegenüber vom Sexshop, hatte irgendwie was *lol*) und auch da wurde gequatscht und gelacht und ich habe meinem Mann abends am Telefon erzählt, dass die Con ähnlich wie die Supernatural Con 2011 ist: die Begleitung und die Witze machen den Reiz aus.

Tja, und dann saß ich irgendwie mit Sandra Schab plötzlich am Tisch und habe Tee getrunken. Ich weiß nicht mal, wie das gekommen ist, aber es war nett und sie war super lieb und hat alle Fragen, die mir plötzlich einfielen sehr ausführlich beantwortet und irgendwie habe ich in dem Moment das erste Mal ein Gespräch als Autorin geführt. Es fühlte sich jedenfalls so an. Das war kein „von einem Hobby-Autor zum anderen“ oder „von einem Leser zum Autor“, sondern zwei Kollegen, die eine bereits erfolgreich, die andere noch nicht. Das war irgendwie ein ganz eigenartiges Gefühl, vor allem, wenn man bedenkt, wie wenig ich in letzter Zeit geschrieben habe (oder wie wenig ich geschrieben habe, was mir auch noch gefällt).

Als Nächstes kam dann wieder ein Workshop/Panel mit Shannon. Wie gesagt, ich kannte die Autorin vorher nicht, aber ihre ganze Art war so klasse, das ich ihr wirklich gerne zugehört habe, und irgendwas muss sie gesagt haben, jedenfalls saß ich plötzlich da und hatte das Gefühl Schreiben zu wollen. Im Nächsten Panel hatte ich Maya vor mir und auch sie hat so etwas gesagt, und plötzlich hatte ich das Gefühl, das ich mein Schreiben in der letzten Zeit (Monaten, Jahren *hust*) komplett falsch angefangen habe. Ich habe meinen Fehler gesehen und jetzt juckt es mich, es mal anders zu probieren.

Beide Autorinnen sprachen von dem Überraschungsmoment ihrer Bücher. Shannon hatte ein Beispiel aus ihrer Serie, wo es u.a. darum ging, dass ein Bruder seinen getöteten Bruder rächen wollte. Vier Bücher später stellte sie fest, dass dieser Bruder gar nicht tot war und sie selber saß da und starrte vor sich hin und fragte sich, wie zum Teufel das jetzt nun gegangen sein konnte. (die Autorin benutzt bei allem eine sehr ausgeprägte Gestik und Mimik und allein das Zusehen war zum Brüllen komisch).

Ich habe in den letzten Jahren immer meine Geschichten geplant. Ich weiß gar nicht, wann genau das angefangen hat. In irgendeinem Schreibratgeber habe ich gelesen, dass Autoren das so machen, also habe ich das auch gemacht. Dazu kam dann noch die Zeit meiner Fanfiction. Wenn man jeden zweiten Tag einen Teil posten will, dann sollte man die Geschichte entweder schon fertig haben, wenn man sie postet, oder man sollte linear schreiben. Wenn man aber linear schreiben will, ist ein Plan in welche Richtung man seine Charas laufen läßt, mehr als nur wichtig. Aber Pläne können schrecklich langweilig sein…

Meine Theorie ist jetzt also, dass ich die Pläne weglasse und hoffe, dass ich am Ende nicht meine Hauptdarsteller aus Versehen gekillt habe *gg*

So kann einem eine „Leser“ Convention zum Schreiben bringen. Bin gespannt, was das am Ende ergibt

Beim nochmal über diesen Artikel lesen fällt mir gerade auf, dass ich wohl einiges durcheinander geworfen habe. Ich glaube, Maya war Sonntag vor Shannon im Panel, aber es fühlt sich andersrum an. Ganz eigenartig

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6 Antworten zu “Loveletter Convention 2012

  1. Wie schön, daß die LLC für Dich so inspirierend war! Ich fand die Teepause mit Dir supernett, und ich habe im Anschluß beim Veranstaltungsteam angeregt, bei der nächsten LLC auch ein, zwei Workshops für Menschen, die gerne professionell schreiben möchten, anzubieten. „Nachwuchsförderung“ scheint in Deutschland ja immer noch ein Fremdwort zu sein, was wirklich schade ist (bei den Romance Writers of America ist das ein wenig anders).

    Was Schreibratgeber und das Planen von Geschichten betrifft: die meisten solcher Ratgeber sind, finde ich, ziemlich überflüssig. Ich persönlich konnte noch nie irgendeinen Nutzen aus irgendeinem der Ratgeber ziehen, mit denen ich mich vor vielen, vielen Jahren eingedeckt habe. In den meisten solcher Ratgeber wird einem suggeriert, daß es nur die eine, einzige wahre Art und Weise gibt, einen Roman zu schreiben, was völliger Käse ist. Jeder muß für sich herausfinden, wie er (oder sie) am besten seine Geschichten zu Papier bringt. Und da gibt es auf der einen Seite eben die Autoren, die ihre Geschichten immer bis ins kleinste Detail durchplanen, bevor sie mit den Schreiben beginnen, und dann gibt es wieder andere, die einfach drauf losschreiben. Und dann gibt es die, die sich irgendwo in der Mitte bewegen: ein wenig Planung, ein wenig „Schauen wir mal“ … Angeblich gibt es ja auch Leute, die linear schreiben können … *g* Das klappt bei mir aber immer höchstens bis Kapitel 3, und dann fällt mir eine Szene für Kapitel 6 ein und dann eine wirklich TOLLE Szene ganz am Schluß und dann …

    Also: nicht immer alles glauben, was einem so ein oller Schreibratgeber als Weisheit verkaufen möchte. 🙂

    • Ich liebe Schreibratgeber!
      Und ich finde eigentlich in jedem etwas, wovon ich denke, das es wichtig ist. Zuletzt habe ich einen Schreibratgeber für M/M Bücher gelesen und das eigentlich nur, weil eine Freundin gesagt hat, es ständen auch für „andere“ Autoren gute Hinweise darin und sie hat wirklich Recht gehabt.
      Mein Problem bei solchen Ratgebern ist dann allerdings, dass ich gerne vergesse, das sie wirklich nur einen Rat geben wollen. Ich glaube, selbst die Autoren dieser Bücher wollen gar nicht sklavischen gehorsam verlangen und schon gar nicht, dass man alles nur noch so macht wie sie selbst.
      Insofern darf ich Schreibratgeber nur noch selten lesen…

      Ja, so ein Workshop wäre eine tolle Idee!
      Zusammen mit einer Veranstaltung, um den Anfang oder das Ende der Con anzuzeigen (Closing Ceremonie). Mir hat es am WE selber gar nicht so gefehlt, aber im Nachhinein fällt mir auf, dass wir alle einfach nur unsere Karten bekommen haben, auf Raumsuche gingen und dann war die Con im Gange. Da fehlte irgendwie ein Anfangsritual und sei es nur, das man mal eben kurz alle Beteiligten vorstellt (nicht nur die Autoren, auch die Gesichter hinter der Bühne. Ich kann mich an ganz viele Mädchen und Frauen in roten Shirts erinneren, aber mehr auch nicht und das obwohl sie einen verdammt guten Job erledigt haben!!!)
      Oder überhaupt mehr Diskussionsrunden. Welcher Leser liebt es nicht sich über seine Lieblingsbücher zu unterhalten?
      Aber ich fürchte das würde ein WE sprengen *gg*

      Schön, dass Du auf meine Seite gefunden hast!

  2. Ich bin diesmal echt langsam, was meinen Bericht zur Con betrifft. *gg* .. Aber wie schon gestern festgestellt, nachdem die ganze Autorinnen über ihre Bücher und das Schreiben gesprochen haben, habe ich auch wieder das Bedürfnis irgendetwas niederschreiben zu wollen.^^

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