NaNoWriMo 01.11.11

Der erste Tag ist vorbei, und ich kann sagen, er lief komplett anders, als ich noch vor einer Woche gedacht habe.

Wir erinnern uns *lach* ICH HATTE KEINEN PLOT. NICHT MAL DEN ANSATZ EINER IDEE

Tja, und dann war ich Sonntag beim NaNoWriMo Write Off in Kiel, habe einen ganzen Haufen sehr unterschiedlicher, aber richtig netter Leute kennengelernt und plötzlich hat es auf der Nachhausefahrt in meinem Gehirn angefangen zu brodeln.

Ich habe einen dicken Din A5 Collegeblock, in dem ich meine Geschichten, die schon über den kurzfristigen Moleskine Status hinausgelangt sind, hinein kommen (ja, ich nutze das teure Buch, um spontane Ideen aufzuschreiben und das billige Buch, um dann stundenlang an diesen Ideen herum zu tüfteln. Ist bekloppt, aber ist so). In diesem Block ist die Rohfassung von einer Fünfer-Serie in ganz groben Stichworten aufgeschrieben. Vor einigen Jahren habe ich den ersten Teil fertig geschrieben und dann letztes Jahr mir den zweiten Teil für den NaNo überlegt. Ich bin damit letztes Jahr nicht fertig geworden, habe aber die 50.000 Wortgrenze locker geschafft. Ich beschloss Sonntag Abend also, mir für diesen NaNo den dritten Teil hervorzukramen.

Guter Plan.

Leider mußte ich mir dazu den zweiten Teil noch einmal durchlesen und prompt blieb ich daran hängen. Die Geschichte ist gut. Die Charaktere sind lebendig und ich liebe sie (sogar meine weibliche Hauptdarstellerin und die kann ich sonst nie ausstehen). Warum also hatte ich diese Geschichte nie beendet? Es lag nicht daran, daß mir der weitere Verlauf fehlte. Im Gegenteil, der war ja in meinem Block „vergeßsicher“ aufgeschrieben worden. Es lag auch nicht daran, daß ich mir irgendwelche Körperteile gebrochen hatte oder sonstwie schwer erkrankt war. Ich weiß nicht, was der Grund war. Vielleicht lag es daran, daß es Dezember geworden war?

Auf jeden Fall saß ich gestern Abend um 21 Uhr an meinem Laptop und las die Geschichte und es juckte mich, sie zu beenden. Es war kein kleines Mückenstichjucken. Auch kein kleines Kitzeln an der Nasenspitze. Es war ein Gefühl, als wenn man mit dem nackten Hintern in einem Ameisenhaufen gelandet wäre (was ich zum Glück noch nie bin, aber das muß das Gefühl einfach sein)

Aber sollte ich schon wieder etwas Altes weiterführen? Das hatte ich doch erst im Jahr 2008 gemacht!

Andererseits machte es auch keinen Sinn das Ende von Nr. 2 noch nicht zu haben, aber Nr. 3 anzufangen. Ich war ratlos. Und die große Uhr tickte unaufhaltsam auf 23 Uhr zu.

Prompt stürzte mein Scrivener, in das ich die Charakterstammbäume übertragen wollte, ständig ab und meine Hauptfrage war, ob ich wirklich mit Scrivener oder vielleicht doch lieber mit Word schreiben sollte.

23.30 hatte ich den Fehler mit Scrivener (hoffentlich) gefunden. Es lief wieder. Mein Wasserkocher übrigens auch. Der erste Tee des Abends wurde fertig gemacht.

23.45 Ich würde den dritten Teil schreiben. Es hieß schließlich in den NaNo Regeln, das man etwas Neues anfangen sollte. Wenn alles gut lief, konnte ich ja den zweiten Teil parallel beenden.

23.50 Alles gut. Alles entspannt. NaNo kann eigentlich anfangen.

23.55 Tee ist schon wieder leer. Ich trinke zu schnell. Jetzt aber husch, sonst verpaß ich den Start.

0.01 Natürlich verpaß ich den Start. War ja klar. Aber immerhin sitz ich jetzt und fang an… woher zum Teufel kommt diese Frau schon wieder? Das ist doch die Hauptdarstellerin aus dem zweiten Teil, der jetzt definitiv nicht dran ist! Gut, daß ich die Delete Taste nicht schon abgebaut habe. Zweiter Versuch. Ja, guten Tag auch, männlicher Hauptdarsteller aus dem zweiten Teil, dein Auftritt ist frühestens morgen nachmittag. Bis dahin geh mir doch noch mal einen Tee kochen, ja? Dritte Versuch. Wie hießen die beiden Hauptdarsteller aus dem dritten Teil überhaupt? Und warum ist im Forum jetzt um diese Zeit wirklich schon was los? Ich denke, die schreiben alle!

Ende vom Lied war dann um 1.30 Uhr. Ich habe mich meinen beiden „alten“ Hauptdarstellerin geschlagen gegeben (der Mann sieht in meiner Fantasy immer so aus wie ein junger Hugh Jackmann. Was soll ich dem entgegensetzen???) und schreibe jetzt einfach den zweiten Teil zuende. Ist mir doch egal, ob das richtig oder falsch ist. Hauptsache, es kommen 50.000 Wörter raus!

Und wenn nicht, fang ich einfach den dritten Teil schon mal an. So wie ich mich kenne, ist er sonst Teil des NaNo Blogs im nächsten Jahr.

Wörter: 3344

Form: Es lief gut. Hat Spaß gemacht. Ich habe ein paar gedankliche Fehler in meinen Aufzeichnungen gefunden, aber das ist okay. So bleibt Platz für spontane Katastrophen.

 

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