Plotten oder nicht?

Ein weiterer Post über/zum NaNoWriMo.

Es ist ja nun so, daß ich ihn dieses Jahr das vierte Mal mache und von daher schon einiges an Erfahrung mitbringe. Im ersten Jahr war ich noch blauäugig, semi-alleinerziehen und Halbtagsangestellte mit einem Hund, der auch noch mal an die Luft wollte. Das Ganze führte dazu, daß ich die Überarbeitung eines älteren Romans als Nano Projekt anfing. Vielleicht war es auch ein wenig die Angst vor dem Versagen. Ich hasse es, Projekte anzufangen und dann wohlmöglich am 14.11 aufzuhören… Ich weiß, daß nichts Schlimmes dabei ist und das auch niemand, der es nur bis Mitte November schafft (oder gerade mal über die erste Woche hinaus), gesteinigt wird, aber trotzdem. Ich wollte den NaNo machen, also hatte ich denn auch zu schaffen. Habe ich dann ja auch, aber so richtig zufrieden war ich nicht.

Im Forum wurde mir einiges über die diversen Techniken erzählt. Manche planten ihre Geschichten schon ein halbes Jahr im Voraus. Da kam ich mir erst Recht wie ein Betrüger vor. Ich ging schließlich sehr entspannt und ohne viel Aufwand an den NaNo.

Im nächsten Jahr schrieb ich eine neue Geschichte. Es war so eine „aus dem Bauch“ Geschichte. Komplett ungeplant, aber voller Eifer. Auch das war nicht der absolute Bringer.

Letztes Jahr wagte ich mich also an eine ältere Geschichtenidee von mir heran. Eigentlich ist es sogar der zweite Teil einer fünfbändigen Geschichte (der Erste ist schon seit zwei Jahren fertig). Ich begann im Oktober damit ein neues Schreibprogramm auszuprobieren. Ich fing an, mir eine Verlaufsskizze zur Geschichte anzulegen, Charakterbeschreibungen auf kleinen Karteikarten folgten. Ich tat das, was im Forum immer so hochgelobt wird: Plotten und Planen.

Und dieses Jahr weiß ich am 12.10 noch nicht einmal was ich schreiben soll. Ich kann also nichts planen. Ich gestehe, das macht mich etwas nervös (vor allem, da natürlich wieder jeder NaNo Teilnehmer, den ich kenne, jetzt schon so gut wie alles fertig hat. Besonders möchte ich an dieser Stelle die Steckbriefe mit Bildern von Stars, Models oder Menschen aus Werbespots erwähnen. Diese Autoren haben echt ein sehr genaues Bild von ihren Charakteren!)

Wenn ich nervös werde, greif ich mir meistens ein Buch. Aber nachdem mir zur Zeit keines wirklich gefällt, mußte ein Ratgeber herhalten, und welcher Ratgeber liegt da näher als „No Plot, no Problem“ vom NaNo Erfinder?

Ich beginne also dieses Buch zu lesen und amüsiere mich hervorragend über diese längst vergangenen Erlebnisse und ganz plötzlich steht da, daß man gar nicht plotten soll, das man sich einfach nur mit seinen Charakteren beschäftigen soll und der Rest würde sich schon von allein ergeben. Das klingt zu gut um wahr zu sein!

Aber andererseits… was habe ich zu verlieren?

Also werde ich das dieses Jahr, im ersten Jahr, das ohne den Schöpfer vom NaNo erfolgen wird, genauso machen wie er es geplant hat: Ich werde nicht plotten. Ich werde keine alte Geschichte neu überarbeiten und ich werde mir keine großen, weitreichenden Gedanken machen. Für mich wird es keine Karteikarten geben. Keine Storyline und keine große Recherche Arbeit.

Außer vielleicht, das ich mir überlege, was für ein Charakter mein Hauptdarsteller sein soll.

Und was für ein Genre die Geschichte haben soll.

Ich denke, die beiden Fragen sollte ich in den nächsten zwei Wochen geklärt haben können. Wenn nicht, spring ich sehr, sehr unvorbereitet in das kühlte NaNo-Wässerchen…

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