Morgenseiten Teil 2

Ich bin immer noch nicht so wirklich glücklich mit den Morgenseiten, und das hat zu meinem großen Erstaunen nicht mal was mit der Uhrzeit zu tun.

Heute morgen hat mich mein Hundebaby (dieses sadistische Tier!) um kurz nach vier Uhr geweckt. Eine Zeit, wo noch nicht mal unsere Zeitungstante unterwegs war (bilde ich mir jedenfalls ein). Aber ich war tapfer, bin aus dem Bett gekrochen und hab mich in die Küche gehockt. Aus irgendeinem Grund finde ich unsere Küche für solche morgendlichen Aktionen sehr gemütlich. Kann daran liegen, daß mein Mann im Schlafzimmer ganze Urwälder abgesägt hat oder daran, daß die Couch im Wohnzimmer immer zu sehr nach „schlafen und entspannen“ aussieht. Außerdem habe ich in der Küche schon die schönsten Gespräche geführt, die besten Entscheidungen getroffen. Ich bin einfach ein Küchenmensch.

Zuerst kamen wieder eigenartige Worte aufs Papier. Sie ergaben überhaupt keinen Zusammenhang. Dann irgendwelche Sätze, die interessant klangen, aber mit einer aktuellen Geschichte irgendwie gar nichts zu tun hatten. Und dann fing ich wieder an zu meckern und Probleme zu wälzen. Ich gebe zu, in meinem Leben läuft zur Zeit sehr viel ab: meine Schreibprobleme, ein junger Hund, Sohnemanns sportliche Erfolge, die evtl. Selbstständigkeit meines Mannes, die Eifersucht einer Freundin, ein möglicher langersehnter Umzug… das ist alles sehr viel. Aber normalerweise halte ich diese Dinge aus meinem Schreiben raus. In den Morgenseiten dagegen scheinen sie ein fester Bestandteil zu werden und das würde mir nicht gefallen.

Also habe ich heute morgen versucht meine Gedanken ein wenig zu lenken. Der Sinn der Seiten liegt ja darin, daß man einfach den Fluss verfolgt, aber wenn ich das getan hätte, hätte ich wahrscheinlich sämtliche Probleme meines Lebens versucht auf diese drei Seiten zu bringen. Das Lenken brachte mich auf eine Geschichte, die ich in den letzten Tagen bearbeitet habe. Sie ist älter, ungefähr ein halbes Jahr, und aufgrund einer Frage von einem Verlag entstanden. Ich bin über fünf Ecken, ich kann nicht mal mehr genau sagen, wie es gekommen ist, an einen Lektor gekommen, mit dem ich mich unterhalten habe. Nun ist ja mein Lesepensum sehr breit gefächert, von Krimi über Liro zu Sci-Fi und Fantsy, dann wieder Mysterie und Kinderbücher. Vor einem halben Jahr habe ich sehr viel gay romance gelesen und dieser Lektor arbeitete bei einem deutschen Verlag, der genau solche Bücher herausbringt und der, nach Aussagen des Lektors, händerringend gute deutsche Autoren sucht. Als ich sagte, daß ich es auch sehr schade finde, solche Bücher nur auf Englisch zu finden (oder schlecht geschrieben auf Deutsch) und dann noch meinte, ich wäre auch Autorin (oder versuche es zumindest zu sein), ließ der Mann sich den Link zu meiner HP geben. Es dauert nicht lange und ich bekam eine Mail, in der er mich bat, doch mal zu versuchen einen gay romance auf Deutsch zu schreiben. Er hätte sich meine Geschichten angesehen und auch wenn sie noch sehr unbeholfen wären *augenroll* klängen sie doch vielversprechend. Meine Worte waren: Nie im Leben.

Ich meine, ich krieg schon die Krise, wenn ich über Sex zwischen Männlein und Weiblein schreiben soll (mag ich einfach nicht. Lesen finde ich sehr schön, selber schreiben, geht nicht) und dann soll ich über Sex zwischen zwei Männern schreiben??? NIE IM LEBEN

Und dann kam von ihm die Rückmeldung, daß ich doch genau das schon gemacht hätte, und er hatte Recht. Allerdings war das nur so eine Laune des Augenblicks. Eine Geschichte, die entstanden ist, weil ich mit dem Ende einer Fanfiction nicht zufrieden war. Und irgendwie ist daraus noch eine Geschichte geworden, aber zwei kleine Fanfiction machen doch noch kein Buch aus! Er meinte schon und ich sollte es probieren. Und so tat ich das… und heute sitzt ich auf Seite 59, das Paar knutscht sich und ich weiß genau in welche Richtung die Geschichte laufen soll, aber was zwischen Punkt Kuss und Punkt Happy End passiert ist mir absolut unklar. Ein absoluter Nebelschleier. Sowas hatte ich noch nie.

Vielleicht liegt das am Thema gay romance? Oder am Versuch unbedingt in einem Verlag unterzukommen? Oder es liegt an der Situation überhaupt? Die Morgenseiten konnten mir dabei nicht helfen, aber sie haben mir zumindest einen Teil des Problems aufgezeigt und das fand ich sehr interessant. Ich hoffe, ich erfahre morgen von meinem Unterbewußtsein mehr!

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