Morgenseiten

Ich muß gestehen, ich bin süchtig nach sogenannten Schreibratgebern. Ob sie nun direkt von Problemen in bestimmten Szenen handeln oder vom Einrichten des geeignetsten Schreibtisches, ich liebe sie und ich lese sie mit Begeisterung. Manchmal lese ich sie vor allem dann sehr gerne, wenn ich eigentlich schreiben will…

In einem dieser Schreibratgeber Blogs, den ich neu entdeckt habe (hier sei Twitter und seinen Top Trends gedankt!), beschreibt die Autorin des Blogs das Prinzip der Morgenseiten. Der Begriff ansich sagte mir gar nichts. Ein Morgen mag ja viele Seiten haben, aber was hat das genau mit dem Schreiben zu tun? Bei Morgenseiten geht es darum, zu schreiben, und zwar früh morgens, noch ehe der Wecker einen richtig weckt. Man soll sich Papier und Stift neben das Bett legen und dann sofort ohne darüber nachzudenken 3 Seiten schreiben. Das klang interessant, also wollte ich das ausprobieren.

Am ersten Tag wurde ich geweckt, habe mich gewaschen, angezogen, Frühstück gemacht, den Hund gejagt und dann irgendwann mal fiel mir ein, daß da doch noch was war… dumm gelaufen!

Heute aber habe ich es geschafft. Mein Hund hat mich pünktlich vor dem Wecker geweckt und während er sonst von einem mürrischen, ihn anfauchenden Frauchen begrüßt wurde, habe ich ihn heute ganz glücklich gestreichelt, bin aus dem Bett gekrochen und habe mich ans Schreiben gemacht.

In der Beschreibung zu den Morgenseiten stand, daß man über neue Schreibideen stolpern und Lösungen für sämtliche Lebensbereiche entdecken kann.

Mein Ergebnis traf genau den Punkt. Zuerst habe ich tatsächlich wahllos Sätze geschrieben. Nicht mal ich wußte den Zusammenhang, aber sie klangen alle wie irgendwelche Fantasygeschichten oder vielmehr Fragmente daraus. Sehr interessant. Dann jedoch schlug es um und aus meinen wirren Geschichtensätzen wurden Meckertiraden über die Fliege, die mich nervte, den unordentlichen Schreibtisch meines Mannes und überhaupt… Ich habe diesen Schreibstrom einfach fließen, weil das so in der Anleitung stand, und war sehr glücklich, daß ich gegen Ende wieder ins Fantastische abgerutscht bin.

Im Großen und Ganzen kann ich zu diesem Prinzip jetzt nach einmal noch nicht viel sagen, außer, daß ich es überraschend finde, wieviel „Geschichtensätze“ eigentlich in meinem Kopf herumspuken. Ich frage mich, ob andere Leute morgens als Erstes an den Tag denken oder an wichtige Ereignisse, oder ob jeder so wie ich plötzlich Sätze im Kopf hat wie „Die Dunkelheit war ihr größter Feind“.

Und ich frage mich, wessen größter Feind die Dunkelheit ist. Ist das ein Überrest aus einem vergessenen Traum? Oder erfahr ich die Lösung morgen früh?

Ich bin gespannt!

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